Über den bitteren und blutigen Streit zwischen zwei benachbarten Siedlungen auf der Sonneninsel habe ich schon einmal hier einen Blogbeitrag verfasst. Diesmal widmete ich mich den Ruinen alter Inkastätten auf der Mondinsel und dem astronomischen Observatorium Horca del Inca der vorinkaischen Chiripa-Kultur in Copacabana. Hier folgt ein ausführlicher Bildbericht:

Die kultischen Inseln des Titicaca-Sees sind in der Inka-Mythologie heilige Orte von herausragender Bedeutung. Der Mythologie zufolge hat die pan-andine Schöpfergottheit Con Ticci Viracocha von der Isla de la Luna den Mondaufgang befohlen. Am östlichen Ufer der Insel liegen die Überreste des Tempels der Jungfrauen der Sonne (Casa de las Escogidas Virgenes del Sol), eines von außen amphitheaterartigen Gebäudekomplexes.

Die heilige Gedenkstätte, auch Palacio de las Virgenes “Iñaq Uyu” genannt, funktionierte als Konvent. Im Haus der Gewählten lebten ausschließlich ausgewählte junge Mädchen, die auf die Rolle als zukünftige Frauen des Königs oder als unterstellte Tempeldienerinnen vorbereitet wurden. Die Jungfrauen lernten unter anderem Volkskunst und Webkunst und fielen oft einem tragischen Schicksal zum Opfer.

Im Osten sind die aufleuchtenden, schneebedeckten 6000er der Hochgebirgskette der Cordillera Real zu bewundern.

Der Tempel der Sonnenjungfrauen, eine Gedenkstätte des alten Kults, kann an jedem Tag der Woche besucht werden.

Die größte Insel im Titicaca-See ist die Isla del Sol. Anstelle der gesperrten nördlichen Anlegestelle sind wir mit unserem Boot das Ufer in der Nähe von Yumani angefahren. Die umliegenden Hügel bieten eine herrliche Aussicht auf das tiefblaue Wasser des Titicaca-Sees.

Entzückendes Aymara-Mädchen schaut den vorbeilaufenden Touristen zu.

Es war faszinierend zu beobachten, wie die Einheimischen ihre Ackerterrassen kultivieren, die noch von einer ganz anderen Zivilisation als unserer errichtet wurden.

Aufregender Wanderweg auf der Sonneninsel, der von der Küste des Titicaca-Sees nach Yumani führt.

Direkt von der Anlegestelle führt die „Treppe des Inka”, von einem Wasserkanal flankiert über die steilen Hänge bis zu einer Quelle hinauf.

Die schneeweiße Basilika Virgen de Copacabana, eines der bemerkenswertesten Beispiele maurischer Architektur, war bereits vor der Ankunft der spanischen Konquistadoren ein bedeutender religiöser Ort. Das Städtchen Copacabana gilt noch immer als ein wichtiges Pilgerheiligtum in Bolivien. 

Den Kalvarienberg zu besteigen und den Sonnenuntergang am höchstgelegenen Punkt der Stadt zu erleben gehört zum absoluten Pflichtprogramm in Copacabana.

Der Moment wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwindet, ist eines der schönsten Himmelsphänomene.

Die Überreste des astronomischen Observatoriums habe ich in der Nähe des Stadtzentrums zufällig entdeckt. Der Horca del Inca, ein verstecktes Steintor auf der Kuppe des Berges Kesanani, besteht aus zwei gigantischen vertikalen Felsstrukturen, verbunden durch einen querliegenden Felsen. Die verbleibenden Ruinen der prähispanischen Sternwarte erreichte ich über viele Steinstufen nach ca. 30 Minuten Fußmarsch.

Im Gegensatz zu seinem Namen wurde das Observatorium von der vorinkaischen Chiripa-Kultur im 14. Jahrhundert errichtet. Das 360-Grad-Rundum-Panorama von der Spitze des Hügels ist einzigartig und kann nicht mit Worten beschrieben werden.

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