Ich besuchte die unter Touristen beliebte Stadt Potosí das x-te Mal, nahm erneut an einer Führung durch die Silberminen teil, gelangte über verzweigte Gänge in extrem enge Schaustollen. Dorthin, wo die Bergarbeiter bei hohen Temperaturen und stickiger, verstaubter Luft tagtäglich arbeiten.

In Potosí’s unmittelbarer Umgebung habe ich auch andere großartige Sehenswürdigkeiten besichtigt, so folgt hier ein ausführlicher Bildbericht über die einst bedeutendste Minenstadt des amerikanischen Kontinents:

Die Bergbaustadt Potosí liegt auf 4.090 m über dem Meeresspiegel.

Trotz der Höhenlage und der dünnen Luft ist das koloniale Stadtzentrum von Potosí besonders hübsch.

Potosí befindet sich in einer sauerstoffarmen Umgebung auf 4.090 Meter Seehöhe. Die farbenfrohen Kolonialstil-Gebäude, die gemütlichen, engen Kopfsteinpflasterstraßen sowie die prächtigen, barocken Kirchen stammen alle aus der Zeit der spanischen Eroberer. Die Konquistadoren sind am Fuße des Berges schon im Jahr 1545 vorbeigekommen, als der Indio Diego Huallpa zufällig eine Silberader im Cerro Rico entdeckt hat.

Im Abendlicht präsentiert sich die Stadt in rauschenden Farben.

Das erste Kloster Boliviens ist die dreischiffige barocke Kathedrale von San Francisco. Der Bau der Klosterkirche begann 1591, im 18. Jahrhundert wurden die Kathedrale und die Klosterräumlichkeiten umgebaut. Während des Besuchs begibt man sich auch auf das Dach des Gebäudes mit sensationellem Blick über die Stadt.

Ich besichtigte das interessante Gotteshaus bei einer Führung, so gelangte ich auch in die Katakomben unter der Kirche. Dort erwarteten uns dunkle Krypten, in denen menschliche Gebeine verwahrt sind.

Die meisten Touristen kommen wegen einem Besuch in der Silbermine nach Potosí. Eine Hose und Jacke als Überbekleidung, kniehohe Gummistiefel, und ein Helm mit Lampe sind obligatorisch. Im Rahmen der Tour wird zuerst der Mercado de los Mineiros besucht. Man kauft 96%igen Alkohol, Dynamit-Stangen, kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke, Kekse und verpackte Kokablätter für die Bergarbeiter.

Der mineralreiche Cerro Rico (reicher Berg), der über die Stadt wie eine Pyramide thront, wurde zur Quelle europäischen Reichtums. Dank seinen reichen Silberschätzen wurde Potosí im 17. Jahrhundert eine der größten Städte der Welt.

Die Minen von Cerro Rico sind seit 1545 ununterbrochen in Betrieb. Die Silbervorkommen des Berges sind seitdem nun weitgehend erschöpft, so werden heutzutage ausschließlich Zink, Blei und Zinn gewonnen.

Der Transport des extrahierten Erzes erfolgt mit purer Muskelkraft durch die Hilfe von Loren in einem unglaublich schnellen Tempo. Eine Lore selbst wiegt eine halbe Tonne und das Gestein ca. anderthalb Tonnen.

Während des anstrengenden Besuchs in den Schächten halten wir an einer der Seitenpassagen, wo jeder Bergarbeiter, bevor es in die Mine geht, vorbeikommt. Hier befindet sich die Gipsstatue von El Tio, dem Schutzpatron der Bergarbeiter. Im Gegenzug für eine Opfergabe und Verehrung gewährt El Tio den Mineros Schutz in der Tiefe.

Bei der Teufelsfigur von El Tio kommt auch der hochprozentige Alkohol zum Vorschein, der nicht nur auf den riesigen Penis der Statue gegossen wird, sondern auch von den Bergarbeitern während der Arbeit konsumiert wird.

Die Gänge in die Mine hinein waren extrem eng, so mussten wir uns nach kurzer Zeit im Entengang bzw. auf Knien vorwärts bewegen, da die Schächte so niedrig waren.

Vom Mercado Chuquimia aus erreichte ich 2015 mit einem verrosteten Minibus das geothermische Bad von Ojo del Inca (Auge des Inka). Die heißen Quellen mit ihrer perfekten Kreisform und dem atemberaubenden Panorama auf die umliegenden Berge wurden zu einem Höhepunkt meines damaligen Besuchs. Das Baden in der Vulkan-Lagune ist aufgrund regelmäßiger Todesfälle seit ein paar Jahren verboten.

Im Jahre 1572 baute man während des Silberrauschs die Prägestätte, die für Jahrhunderte als wichtigste Münzstätte des Kontinents diente. Die erneuerte spanische königliche Münzprägeanstalt ist heutzutage eine der wichtigsten Kulturinstitutionen Lateinamerikas mit internationaler Anerkennung.

Das Münz-Museum im Casa de la Moneda de Potosí verfügt über historische Prägemaschinen mit hochwertigen Eichenzahnrädern und -zylindern.

Ich werde demnächst nach La Paz zurückkehren, um mich auf eine längere Hochland-Trekking-Tour in der Kordillere Apolobamba vorzubereiten. Ich denke ich habe mich dafür nach einer Woche Höhentraining in Uyuní und Potosí bestens vorakklimatisiert…

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