Ich bin nicht das erste Mal in die am höchsten gelegene Millionenstadt der Welt, nach La Paz, zurückgekehrt. Über die, aufgrund ihrer ungewöhnlichen geographischen Lage und des stabilen Klimas mit nur geringen Temperaturschwankungen beschenkte Andenstadt habe ich schon mal einen Blogbeitrag verfasst. Diesmal folgt ein ausführlicher Bildbericht, der sich hauptsächlich mit den touristischen Attraktionen der Metropole und ihrer Umgebung, die ich erst bei meinem aktuellen Besuch erkundet habe, beschäftigt.

Die neoklassizistische Kathedrale von La Paz erhebt sich aus der Mitte der Plaza Murillo im historischen Zentrum

Bolivianischer Kabelsalat

Im Mondtal (Valle de la Luna) haben im Laufe der Jahrmillionen Erosion, Wind und starke Regenfälle tausende Felsen, Felsspalten, Erdhügel und kraterähnliche Formationen zum Vorschein gebracht. Der Besuch der surrealen und recht bizarren Landschaft aus geologischen Formationen ist ein absolutes Muss während eines Aufenthalts in La Paz.

Wenn man das Mondtal als zu touristisch und herausgeputzt empfindet, wäre es eine gute Alternative, die äußerst beeindruckende, aus bizarren Felsgebilden bestehende Gegend des Valle de las Animas (bedeutet auf deutsch so viel wie Tal der Seelen), zu besichtigen. Die hunderten, spektakulären Felsspitzen und erodierten Gesteinsformationen befinden sich in einem Canyon, den man über einen Paß und auf teils staubigen Pisten in ca. einer Stunde von La Paz aus erreicht.

Vom Stadtzentrum aus wollte ich zum Eingang des “Tals der Seelen” mit einem lokalen Minibus gelangen. So befolgte ich die Anweisung der Einheimischen und stellte mich an eine bestimmte Straßenecke, an der ich auf den Minibus lange wartete. Als der Bus mit der richtigen Nummer doch endlich erschien, habe ich einen Schock verdauen müssen. Der Bus hielt nämlich zu meiner großen Enttäuschung nicht an und ist einfach weitergefahren. Glücklicherweise bemerkte ich noch schnell, dass das Gefährt an der roten Ampel angehalten hat. Ich rannte schnell zur Ampel und öffnete die Tür des Busses. Der Kleinbus war aber auch für bolivianische Verhältnisse total überfüllt und zudem vollgestopft mit allerlei Säcken und Kisten. Ich lächelte und reagierte sofort. Meinen südamerikanischen Erfahrungen nach gibt’s immer mindestens einen freien Platz in den lokalen Bussen, so begrüßte ich die Einheimischen mit einem lauten “Buenos dias” und drängte mich irgendwie ins verrostete Gefährt hinein, das mich 45 Minuten später beim Eingang des Valle de las Animas aussetzte.

Die versteckten Naturwunder von La Paz sind die porösen, sandig-lehmigen Felsgesteine, die sich in der kargen Vegetation weit in die Höhe erheben. Als ich das Valle de las Animas erkundete, sah ich keinen Touristen und so hatte ich das gesamte, ausgetrocknete Flusstal mit seinen erodierten „Fels-Orgelpfeifen“ vollständig für mich alleine.

Ein weiteres sehenswertes Merkmal und ein beliebtes Ausflugsziel von La Paz ist der (ehemalige) Chacaltaya-Gletscher, das (einst) höchstgelegene Skigebiet der Welt. Seit 2009 sind Eis und Schnee des Chacaltaya vollständig weggeschmolzen, der Gletscher ist Opfer und Zeuge des Klimawandels und der globalen Erwärmung geworden.

Der Gletscher des Chacaltaya war der erste Skihang Boliviens und beherbergte auf ca. 5.400 Metern jahrzehntelang das höchstgelegene Skigebiet der Welt. Heute ist aufgrund des Klimawandels an Skifahren nicht mehr zu denken.

…wer sagt, daß eine Höhenwanderung anstrengend sein muss?! Man kann einen Gipfelsturm auch so genießen, wie es ein Teil meiner abenteuerlustigen Wandergruppe getan hat, als sie den etwa 5.400 m hohen liegenden Gipfel des Chacaltaya bewältigt hat.

Nach dem gelungenen Aufstieg hebe ich stolz die Steinplatte hoch, denn ich stehe wieder auf 5.400 Metern und fühle mich dabei sehr wohl!

Das Wahrzeichen von La Paz ist der Cerro Huayna Potosí. Die “Königin der Anden” ist ein gewaltiger Eisberg, der die Hochebene zwischen El Alto und Titicacasee dominiert und mit seiner grandiosen Form jeden Blick in seinen Bann zieht.

Das bekannteste Merkmal der Stadt und eine beliebte Touristenattraktion seit 2014 sind die Seilbahnen, wie wir sie aus den Skigebieten kennen. Die innerstädtischen Teleféricos verbinden den Talkessel mit der Wohn- und Schlafstadt El Alto.

Nachdem ich vor ein paar Jahren, durch die dicht bewachsenen Hänge der Cordillera Real, den berühmten “El Camino de la Muerte”, eine Straße entlang steiler Bergflanken und voll mit abenteuerlichen und giftiger Dingen, zu Fuß wandernd bezwang, entschied ich mich diesmal für eine lange Radtour von über 60 km auf der gefährlichsten Straße der Welt, auf der “Todesstraße”.

Vom 4.670 Meter hohen Pass La Cumbre stiegen wir zuerst auf einer geteerten Straße zum Eingang der alten Verbindungsstraße ab, die La Paz mit der Stadt Coroico verbindet.

Die mystische, sich in einer geheimnisvollen Wolke versteckende “Alte Straße” schlängelt geheimnisvoll durch den subtropischen Regenwald der Yungas.

Im September 1977 wurde das komplett renovierte Estadio Hernando Siles Stadion wiedereröffnet. Beim ersten offiziellen Spiel des umgewandelten Fußballstadions vor 55.000 Zuschauern bezwang bei einem Ausscheidungsspiel die ungarische Nationalmannschaft Bolivien mit 3:2. Ich war bei einem weniger einprägsamen lokalen Spiel in einem der höchstgelegenen Stadien der Welt, wo bolivianische Erstligisten gegeneinander spielten.

Eines der beliebtesten Gerichte der Ureinwohner des Altiplano, das saftig-zarte Lamafleisch, wird in vielen Restaurants in La Paz serviert.

Das Alpaka-Steak wird in Bolivien als Delikatesse eher selten in Restaurants angeboten. Das zarte, wenig Fett besitzende Fleisch habe ich in einem der auf Steaks spezialisierten Restaurants gekostet.

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