Nach 2016 kehrte ich nach Manaus zurück. Es ist einer der legendären Kautschukzentralen mitten im AmazonasDschungel. Vor vier Jahren war ich wirklich sehr enttäuscht von der geführten Dschungeltour, an der ich unweit von Manaus teilnahm. Dieses Mal konzentrierte ich mich auf die vielen Grünflächen rund um die Großstadt, den Botanischen Garten, den Regenwald-Nationalpark und besuchte eines der berühmtesten Opernhäuser der Welt, das Teatro Amazonas.

Der Hafen von Tefé ist voll von Frachtschiffen aller Art, die tagelang darauf warten, ihren Frachtraum mit verschiedenen Gütern zu beladen, um dann Richtung Manaus oder Tabatinga aufzubrechen. Nur die Schnellboote haben einen regulären Fahrplan, wobei letztere alle zwei Tage nach Manaus, in die Hauptstadt des Amazonas, fahren. Etwas mehr als 12 Stunden brauchen diese Speedboote für die Strecke, welche die langsameren Frachtschiffe in zweieinhalb Tagen zurücklegen.

Tacacá, eine Suppe aus verarbeiteter Bittermaniok-Wurzel, Jambú sowie getrocknete und in Salz eingelegten Riesengarnelen, zählen zu meinen Lieblingsgerichten im Amazonasgebiet.

Für mich war das Schnellboot mit halboffener Kabine und festen Sitzen keine Option, so entschied ich mich wieder mal für das unbequeme und überfüllte Frachtschiff mit langer Reisezeit. Ich war schon Stunden vor der geplanten Abfahrtszeit des Schiffes im Hafen, da ich die angenehmste Position für meine Hängematte auf dem Deck mit großer Freifläche finden wollte.

Einige Kilometer von der Großstadt entfernt, geht es ausschließlich um Öl.

Vor der Abreise kaufte ich frisches Obst und hoffte, dass ich unterwegs von lokalen Händlern Açaí erwerben kann, was sich am Bord als sehr nützlich erweisen würde, da dem reisenden Publikum als Mahlzeit keine 5-Gänge-Menüs, sondern nur Hühnerreis serviert wird. Das Menü auf dem Frachtschiff war weit von kulinarisch wertvoll und abwechslungsreich, denn es gab nur Hühnerreis mit oder ohne schwarzen Bohnen und Farofa (geröstetes Maniokmehl).

Im Hintergrund sieht man die rund 3,6 km lange Ponte Rio Negro.

Nach einer langen 36-stündigen Fahrt kam ich endlich in Manaus an, einer einst blühenden Stadt aufgrund des goldenen Zeitalters der umliegenden Gummiplantagen. Mein Frachtschiff erreichte den Hafen von Manaus früh am Morgen, so dass ich genug Zeit hatte, mich nach einer neuen Unterkunft umzusehen.

Amazonas-Riesenseerose im Seerosenteich der MUSA.

Im Jahr 2016 bin ich schon einmal in Manaus gewesen und wusste von den Vorteilen der Großstadt: das Internet funktionierte wieder einwandfrei, es gab die Möglichkeit, endlich mal Wäsche zu waschen und es bestanden mehrere Optionen für bunte Kulturprogramme. Letztere habe ich schon in der ersten Nacht ausgenutzt, so stattete ich nach 2016 dem Teatro Amazonas, einem der größten Opernhäuser der Welt, wieder einen Besuch ab.

Das vor mehr als 120 Jahren eingeweihte Gebäude ist bis heute beeindruckend. Die atemberaubende gelb-grüne Kuppel des berühmten Opernhauses ist mit 36.000 kleinen Keramikfliesen geschmückt, die in den Farben der brasilianischen Nationalflagge bemalt sind. Es war überwältigend mitzuerleben, dass gerade Wolfgang Amadeus Mozarts “Eine kleine Nachtmusik” das Eröffnungslied des Abends darstellte und an meine fast 20 Jahre in Österreich erinnerte…

Marmor für die Treppen und Skulpturen des Teatro Amazonas wurden aus Italien gebracht, während die Möbel direkt aus Paris kamen.

Vor vier Jahren kam ich über die Stadt Boa Vista aus Venezuela in die größte und bedeutendste Stadt der Region. Nachdem ich den Roraima-Tepui, eines der höchsten Hochplateaus der Welt in der Pakaraima-Kette am Dreiländereck von Brasilien, Venezuela und Guyana bestiegen hatte, machte ich mich auf den Weg nach Manaus, um den Amazonas-Regenwald nach Bolivien und Peru auch hier, im weltgrößten Flussgebiet des Amazonas zu erkunden.

Ich treffe auf Yacare im Park des Amazonasforschungsinstituts “Instituto Nacional de Pesquisas da Amazônia”.

Die Dschungeltour im Jahr 2016 erlebte ich als eine bittere Erfahrung. Trotz einer hervorragenden Gruppe, welche einen sehr sympathischen Eindruck vermittelte, waren die im Dschungel verbrachten Tage eine Riesenenttäuschung für mich. Ich mochte gar nicht, wie die Guides und Landschaftsführer zur Natur standen und wie schlecht sie die Tiere behandelt haben, deshalb habe ich diese drei Tage immer noch als eine schlechte und unangenehme Erinnerung im Gedächtnis.

Eine der größten Attraktionen von Manaus ist der Encontro das Aguas (Treffen der Wasser), welcher den Zusammenfluss von Rio Solimões, wie der Amazonas bis hierher genannt wird, und Rio Negro bezeichnet.

Da diese schlechte Dschungelerfahrung in mir noch lebendig war, konzentrierte ich mich bei meinem aktuellen Besuch auf die großen Waldreservate und regenwaldähnliche Grünflächen der Großstadt. Es gab eine nette Anzahl von beiden in und um das “Paris der Tropen“, nämlich Manaus.

Der Blick vom 40 Meter hohen Aussichtsturm in die nebelverhangenen Baumkronen ist beeindruckend.

Diesmal besuchte ich den riesengroßen Stadtwald vom Jardim Botânico Adolpho Ducke (kurz MUSA) und den 100 Hektar großen Park des “National Amazonian Research Institute” (INPA).

Für die vielfältige Fauna und den naturbelassenen Regenwald lohnte sich die lange Busfahrt in die Außenbezirke von Manaus.

Letzteres ist ein großartiger Ort mitten im größten zusammenhängenden Regenwaldgebiet der Welt. Es gibt Manatis, Agutis, Yacare Caymane, mehrere Schildkrötenarten und sogar ein Faultier habe ich im Baumwipfel aus einer Entfernung von ca. 20 Metern entdeckt.

Das Reservat vom National Amazon Research Institute ist voller Leben.

Ich erreichte das Waldreservat 20 km nördlich des Stadtzentrums mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Während des Spaziergangs auf den offiziellen Wanderwegen erwischte ich ein fürchterliches Gewitter, so war ich eine Stunde lang im tropischen Regen gefangen. Daher konnte ich erst am späten Nachmittag – kurz vor dem Schließen – in das Orchideen- und Bromelienhaus und zu den Insekten- und Schmetterlingsgärten gelangen.

Ich habe viel schönes im Naturpark MUSA erlebt.

In den nächsten Tagen werde ich mich in der Nähe von Manaus aufhalten und werde die malerische Landschaft von Presidente Figueiredo und die Tausenden von Wasserfällen um die Kleinstadt kennenlernen!

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