Mit einer außergewöhnlichen Wanderung zur Lagune Parón beendete ich meine spannenden und unvergesslichen Hochgebirgswanderungen in den traumhaften Bergen der Anden. Nach einem langen und intensiven Spaziergang erreichte ich den in einer unglaublichen Türkisfärbung erstrahlenden Bergsee, wo ich erfuhr, dass angeblich die nahe gelegene Eispyramide, der Nevado Artesonraju als Vorlage für das Logo von Paramount Pictures diente.

Nachdem ich den Bergsee von Ahuac erkundet habe, entschied ich mich, mein Standquartier im Outdoor-Mekka von Huaraz zu verlassen und es 70 km nördlich, nach Caraz, zu verlegen. Meine neue Basis war aus mehreren Gründen sinnvoll: auf der einen Seite habe ich so eine neue bezaubernde Andenstadt kennengelernt, auf der anderen Seite bin ich so näher an die letzte Station meiner abenteurlichen Wanderungen, den am Fuße zahlreicher majestätischer Gletscher tief in wunderschönen Schluchten liegenden, Gebirgssee Parón gekommen.

Unendliches Blau: Parón ist zweifellos der schönste Bergsee im Naturschutzgebiet von Huascarán

Ich freute mich ganz besonders wegen dem letzteren, da ich nicht das gleiche erleben wollte wie die meisten Touristengruppen. Nach einem frühen Aufstehen werden nämlich die Gruppen in Kleinbussen lange Zeit über Caraz auf einer nicht gerade idealen Landstraße über enge Zickzackstraßen direkt zur Lagune gebracht, wo die Reisenden nach ein paar Stunden Aufenthalt wieder zurück nach Huaraz fahren.

Atemberaubende Steilwände in Richtung des Gebirgssees

Ich wollte eben diese lange Fahrt inklusive frühem Aufstehen vermeiden, so ließ ich mich von Caraz aus mit einem Colectivo weitmöglichst, bis zum Bergdorf Pueblo de Parón, fahren. Der dortige Schranken bedeutete auch, dass ich mich in unmittelbarer Nähe des Nationalparks befand. So ging für mich das Abenteuer eines langes Spaziergangs von 15 km rechtzeitig gegen 9 Uhr los.

Der Fußweg verläuft in der Nähe des reißenden Río Llullan

Der Schotterweg zwischen den grossen und anspruchsvollen Bergriesen der Cordillera Negra und Cordillera Blanca führt stetig ansteigend über unzählige teils steile Haarnadelkurven zum größten Gebirgssee von Huascarán, welcher mit 3,3 (!) km Länge und oft 600 Metern Breite als eine der spektakulärsten Naturlandschaften des Nationalparks gilt.

Trotz Hinweisschildern pilgern nur erstaunlich wenige zur Lagune, die meisten kommen mit den Bussen der Agenturen

Um die Wahrheit zu sagen, hatte ich nicht unbedingt vor, zur schönen Lagune im tiefsten türkis über die Serpentinen-Straßen zu gelangen. Glücklicherweise halfen mir anspruchsvoll angebrachte Hinweisschilder, die Entfernung zu verkürzen. Dadurch bin ich aber oft durch einen wilden, weitgehend unberührten Landstrich gegangen.

Herrliche Schlucht im tiefen Tal

Zu Beginn meines aktuellen Treks habe ich den Pfad nicht so einfach gefunden, ich hätte an einigen Stellen fast ein Machete gebraucht, um die oft dschungelartige Vegetation des ab und zu nicht mehr erkennbaren Wanderweges zu säubern. Daher war ich um so weniger überrascht, dass die meisten Besucher in Kleinbussen auf der steil ansteigenden Landstraße zum Refugio unweit der auf auf 4.185 Metern liegenden Lagune Parón gefahren werden.

Laguna Parón: ein Traum in türkisblau

Bei der Ankunft am pittoresken Bergsee machte mich der wirklich erstaunliche Anblick der Lagune von Neuem komplett sprachlos. Parón schimmerte türkis in allen Schattierungen. Dieses traumhafte Naturwunder habe ich noch intensiver zu sehen bekommen, als ich über einen markierten Wanderweg zum ca. 40 Minuten entfernten Aussichtspunkt hinaufgestiegen bin.

Das ganze Jahr über eine prächtige schneereiche Aussicht

Auf dem Gipfel der Moräne erhielt ich einen noch faszinierenderen Eindruck von der gesamten Wasserfläche. Parón ist von mindestens acht massiven Gletschern mit über 5.300 m Höhe umringt. Einer der berühmtesten ist der majestätische Nevado Artesonraju, der nebenbei auch als das Markenzeichen der Paramount Pictures dient. Ob es wirklich wahr ist, ist heute noch immer ein breites und ständiges Diskussionsthema, da viele auch den 6.088 Meter hohen Huayna Potosi-Gipfel in Bolivien als Vorbild für das Logo der berühmten Filmproduktionsfirma vermuten.

Das üppige Grün des malerischen Hochlands ist ein spektakulärer Anblick

Weiterhin wird es vermutet, dass das erste Logo des im Jahre 1912 gegründeten Filmstudios vom Amerikaner William Wadsworth Hodkinson auf eine Serviette gezeichnet wurde. Es war der Ben Lomond, ein Berg in Utah, der ein wichtiger Teil des Lebens der Verwandten vom Wadsworth gewesen ist. Um Europa aus der fragwürdigen Geschichte des berühmten Filmstudios nicht herauszuhalten, inspirierte laut lokalen Legenden der Monviso, der höchste Berg der Cottischen Alpen in Italien, mit seiner fast perfekt geformten Gipfelpyramide, das bekannte Logo von Paramount Pictures

Inmitten von in den Himmel ragenden schneebedeckten Berggipfeln

Links entlang des Ufers des Laguna Parón führt ein mehrstündiger Pfad zu einem, am Fuße des Nevado Artesonraju auf 4.300 m Höhe liegenden, anderen fabelhaften Gebirgsee, zur Lagune Artesoncocha. In unmittelbarer Nähe der Lagune wurde eine hydro-meteorologische Station eingerichtet, um die Auswirkungen des Klimawandels auf die Gletscher der Cordillera Blanca zu bewerten. Darüber hinaus forscht die meteorologische Beobachtungsstation über die möglichen Zusammenhänge von Strömung und Temperaturanstieg.

Leider habe ich diesmal nicht die Zeit gehabt, die Lagune Artesoncocha zu erkunden. Ich fühlte nämlich, dass die mich seit fast zehn Jahren begleitenden Garmont-Bergschuhe an der Sohle langsam kaputt gehen. So zwang ich mich nicht unbedingt, eine weitere längere Distanz entlang des Sees zu laufen. Ungefähr auf der Halbstrecke kehrte ich wieder zum Ausgangspunkt zurück, um beim Refugio nach einem möglichen Transport für den Rückweg Ausschau zu halten.

Die schillernde Lagune ist die Perle des Nationalparks

Das Glück war wieder auf meiner Seite. Nach einer halben Stunde Wartezeit machte ich mich auf der Ladefläche eines Pick-Ups auf den Weg nach Caraz, wo ich für kurze Zeit in meine Unterkunft zurückkehrte und meinen in der Früh dort zurückgelassenen Rucksack abholte. Nach einem ausgiebigen und schmackhaften Mittagessen im lokalen Chifa begab ich mich auf den Rückweg nach Huaraz.

Der schneebedeckte Gletscher ist ein unvergleichbares Erlebnis

Ich werde demnächst für ein paar Tage zu meinen peruanischen Freunden nach Lima zurückkehren, um dann neue Abenteuer und Entspannung abseits des Massentourismus im eher unentdeckten Norden von Peru zu suchen. Der tiefe Dschungel und die unglaublich bunte Tierwelt des Regenwaldes erwarten mich.

Wenn Dir meine Abenteuer gefallen und Du auch gerne mal so eine Reise erleben würdest, dann schau mal hier vorbei.

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