Ich genoss die Gastfreundschaft meiner brasilianischen Freunde und verbrachte vier Tage direkt gegenüber von Rio de Janeiro an der Nordseite der Guanabara-Bucht. Leider waren die Museen wegen des weltberühmten Samba-Karnevals geschlossen, aber es gelang mir trotzdem, die vielfältigen und monumentalen Sehenswürdigkeiten von Niterói kennenzulernen. Ich bewunderte die futuristisch aussehenden Gebäudekomplexe des genialen Architekten Oscar Niemeyer und gelangte an ganz tolle Strandabschnitte und spektakuläre Aussichtspunkte, von wo aus man die Attraktionen der atemberaubend gelegenen “Cidade Maravilhosa” aus einer ganz anderen Perspektive betrachten darf.

Im Morgengrauen kam ich am zentralen Busbahnhof Cidade Nova an. Die attraktive Hafenzone von Rio de Janeiro befindet sich am Praça 15 de Novembro. Nach einer kurzen Fahrt mit der Straßenbahn VLT Carioca befand ich mich eine halbe Stunde später auf der Fähre, um die Guanabara-Bucht zu überqueren und in der Stadt voller Gelassenheit und Ruhe anzukommen.

Angrenzend an das historische Stadtzentrum von Rio de Janeiro befindet sich die Insel Ilha Fiscal (Zollinsel), auf der 1889 der letzte große Ball des Kaiserreichs Brasilien vor der Ausrufung der ersten brasilianischen Republik stattfand. Auf der Insel hatte der Hafenzoll viele Jahre lang seinen Sitz. Heute beherbergt das hellblaue Wasserschlösschen im neogotischen Baustil ein Marinemuseum.

Auf Einladung von Mora und Dri, die in der Nähe von São Paulo wohnen, verbrachte ich die ersten Tage des Karnevals in Niterói im Wochenendhaus des Paares. Ich habe bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro mit meinen guten Freunden zusammengearbeitet. Mit unserem Team haben wir die Handballspiele der Damen und der Herren vorbereitet. Während meine ehemaligen Kollegen morgens am sonnigen Praia de Icaraí Beachtennis spielten, lernte ich die schönsten Viertel der monumentreichen Stadt kennen.

Das Niterói Museum für zeitgenössische Kunst (Portugiesisch: Museu de Arte Contemporânea de Niterói – MAC) wurde am östlichen Eingang zur Guanabara-Bucht auf einem der Felsvorsprünge errichtet. Das Museum, das einer futuristischen fliegenden Untertasse ähnelt, wurde von Oscar Niemeyer, einem der bekanntesten Architekten des 20. Jahrhunderts, entworfen.

Das gigantische konische Gebäude wurde 1996 erbaut, als der weltberühmte Architekt seinen 89. (!) Geburtstag feierte. Nach der brasilianischen Hauptstadt Brasília hat Niterói die meisten Werke, welche Niemeyers Handschrift tragen.

Vom Strand von Icaraí aus bewunderte ich aus einer ganz anderen Perspektive die malerische Aussicht auf die tausendfarbige Metropole.

Auf den Pfaden des Mata Atlântica trifft man leicht auf Seidenaffen.

Fortaleza de Santa Cruz da Barra wurde zur Verteidigung und Abwehr gegen bewaffnete Angriffe erbaut und diente während der brasilianischen Kolonialzeit als Hauptverteidigungsstätte in Rio de Janeiro.

Das Fort, das den Eingang zur Guanabara-Bucht bewachte, erhielt 1614 seinen heutigen Namen. Heute dient diese historische Struktur als das Hauptquartier der 1. Artilleriedivision der Armee. Leider war das Festungsmuseum mit seiner beeindruckenden Sammlung militärischer Artefakte und Erinnerungsstücke zur Zeit meines Besuchs geschlossen.

Praia do Sossego liegt zwischen den Stränden von Piratininga und Camboinhas und ist mit seinem 150 m langen Sandstreifen auf beiden Seiten durch Felsformationen geschützt. Seine bezaubernde natürliche Schönheit kann mit der berühmten Küste vieler Orte problemlos mithalten. Der versteckte Sossego (bedeutet Ruhe) ist einer meiner Lieblingsorte in Niterói.

Das von Hügeln dominierte Viertel Jurujuba befindet sich neben den beiden Festungen Santa Cruz und São Luís. Aufgrund der Ereignisse des aktuellen Karnevals wurde auch letztere geschlossen gehalten, so dass mir ein angenehmer morgendlicher Spaziergang im charmanten Fischerdorf blieb.

Nach Jurujuba lernte ich den Stadtpark namens Parque da Cidade kennen. Letzterer ist kein “normaler” Stadtpark im Zentrum von Niterói, sondern ein Park auf einer 270 m hohen riesigen Klippe, zu der eine steile Straße durch immergrünen Atlantischen Regenwald hinaufführt.

Tolle Fotos vom Gipfel des Morro da Viração können zu jeder Tageszeit aufgenommen werden.

Lustige Bilder werden am Paragliding-Aussichtspunkt des Parque da Cidade geschossen.

Eins, zwei, drei, los! Hervorragende Bedingungen und atemberaubendes Panorama für Segelflugliebhaber.

Wunderbare Vogelwelt mitten in der Stadt, von der man nie müde wird.

Zusammen mit meinen sportlichen Freunden bestieg ich die Klippe von Costão de Itacoatiara. In ca. 30 Minuten erreichten wir die Spitze des ansteigenden Wanderwegs, der aufgrund des Geländes mit recht steilen Abschnitten als mäßig schwierig angesehen werden kann.

Die beiden ehemaligen Kollegen und bis heute sehr gute Freunde von Rio 2016, also Mora und ich, posieren stolz für ein „Gipfelfoto“ am Aussichtspunkt der Costão de Itacoatiara.

Es steht außer Frage, dass Niterói eine echte Zehn-Punkte-Stadt ist. Jeden Tag gibt es mindestens einen solchen traumhaften Sandstrand zu bewundern!

Wenn ich das nächste Mal nach Rio de Janeiro gelange, werde ich bestimmt wieder Niterói, die „Stadt des Lächelns“, besichtigen, um die wegen dem Karneval geschlossenen Museen der beiden Festungen und des MAC gründlich zu begutachten. Jetzt ziehe ich jedoch nach Botafogo um, um es mir aus nächster Nähe anzusehen und aktiv am Karneval in Rio teilzunehmen!

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