Rio de Janeiro ist meine absolute Lieblingsstadt in Lateinamerika. Während der Zeit der Olympischen Spiele lebte ich fünf Monate in der spektakulärsten Metropole der Welt. Auch auf meinen Reisen besichtigte ich mehrmals die “wunderbare Stadt”. Nachdem ich zuvor die wichtigsten Attraktionen schon mal kennengelernt habe, gelangte ich diesmal an Orte, an denen ich vorher noch nicht gewesen bin. Mein aktueller Blogbeitrag stellt ein anderes, eher ungewöhnliches Gesicht der kulturellen und touristischen Metropole Brasiliens vor.

Die Brasilianische Nationalbibliothek wurde 1810 gegründet und ist die größte Bibliothek Lateinamerikas. Sie ist für die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich. Die besonders wertvollen und seltenen Bestände der Fundação Biblioteca Nacional umfassen etwa 9 Millionen Einzelmedien.

Die Geschichte der Nationalbibliothek reicht bis zum 1. November 1755 zurück, als Lissabon von einer der verheerendsten Naturkatastrophen der europäischen Geschichte heimgesucht wurde. Die alte Königliche Bibliothek von Portugal zählte zu dieser Zeit zu einer der wichtigsten Bibliotheken in Europa. Der tragische und irreparable Verlust veranlasste das portugiesische Königshaus, die Bibliothek in der brasilianischen Metropole neu zu lokalisieren. Der gesamte Bestand der in Kisten verpackten Bibliothekssammlung wurde in drei Schritten über den Atlantik in die neue Hauptstadt des Königreiches transportiert.

Der Lesesaal des “Real Gabinete Português de Leitura” ist einer der wohl wertvollsten Bibliotheksräume portugiesischer Literatur außerhalb des Mutterlandes Portugal. Der atemberaubend schöne „Tempel der Bücher“ mit rund 350.000 Werken kann nach einer schnellen Registrierung besichtigt werden.

Das sich in Cinelândia im Stadtzentrum befindliche Stadttheater wurde im frühen 20. Jahrhundert erbaut. Inspiration für den Baumeister Francisco de Oliveira Passos soll unter anderem auch die Opéra Garnier in Paris gewesen sein. Das Teatro Municipal liegt in unmittelbarer Nähe der Nationalbibliothek und des Nationalen Museums der Schönen Künste.

Nur wenige wissen davon, aber Rio de Janeiro hat einen eigenen Zoo. RioZoo wurde 1945 eröffnet und vor vier Jahren wegen mangelnder Hygiene und bröckelnder Infrastruktur geschlossen. Seitdem wurde der älteste Zoo des Landes teilweise wiedereröffnet, aber aufgrund der Überfüllung des Tierlebensraums und der Haltung der Vögel in engen Käfigen habe ich den Zoo nach ein paar Fotos total enttäuscht und ganz schnell verlassen.

Rio de Janeiro ist eine traumhafte Stadt, auf allen Seiten von fast 1.000 Meter hohen Bergen umgeben. Der einzigartige atlantische Regenwald ermöglicht es, auch innerhalb der Stadt in einer dem tropischen Regenwald ähnlichen Umgebung wandern zu gehen. Eine solche Wanderung über steile treppenartige Wege führt zur Mittelstation von Morro da Urca auf dem halben Weg zum Zuckerhut. Von den Klippen des Zwischenstopps ist der Panoramablick über die Stadt und die umliegenden Strände atemberaubend.

Eines der bekanntesten Stadtsymbole ist ein relativ einfacher Spaziergang auf einem drei Kilometer langen, ausgebauten Pfad. Der Fußweg im atlantischen Regenwaldreservat ist ein ausgezeichneter Ort zur Beobachtung von Seidenaffen.

Der herrlich am Fuße des Zuckerhutes liegende Strand von Praia Vermelha („Roter Strand“) ist von den markanten Klippen des Morro da Urcas aus beeindruckend zu beobachten.

Die enorme Felsenspitze Arpoador, die Rios Strandschönheiten Copacabana und Ipanema trennt, ist der herrlichste Ort, um direkt am Strand den Sonnenuntergang zu bestaunen.

Die futuristische Einrichtung des Museu do Amanhã (Museum von Morgen) ist der Welt der Wissenschaft und Zukunftsthemen der “dritten Generation” gewidmet. Das „Museum von Morgen“ wurde als Teil des Revitalisierungsprojektes am Pier von Rio errichtet, um das lange verfallene Viertel wiederzubeleben.

Im 15.000 m2 großen Museum, erbaut nach den Plänen des spanisch-schweizerischen Architekten Santiago Calatrava, geht es hauptsächlich um die Probleme von heute. So befasst sich das Museum mit den Themen der Überbevölkerung und des Klimawandels und sucht Antworten auf die Probleme, wie wir über mehrere Jahrzehnte hinweg zusammenleben könnten.

Der im Süden von Rio gelegene kleine Stadtpark Parque da Catacumba ist eine angenehme Morgenwanderung. Von den kleinen Aussichtsplattformen der Hügelspitze hat man einen fantastischen Blick über die Lagune Rodrigo de Freitas.

In Rio de Janeiro besuchte ich das Luftfahrtmuseum, das als Wiege der brasilianischen Luftfahrtwissenschaft gilt. Ich habe im Museu Aeroespacial Dutzende alter Flugmaschinen und Oldtimer-Flugzeugmodelle sowohl am Gelände als auch in den Hangars des ehemaligen Militärflughafens bewundert.

Während meines Besuchs wurden die Repliken der hundert Jahre alten Flugzeuge von Santos-Dumont gerade umfangreich renoviert, nichtsdestotrotz durfte ich mit großer Begeisterung viele Kampf- und Transporthubschrauber und auch einen Doppeldecker “Nahkämpfer“, der im Ersten Weltkrieg weit verbreitet war, begutachten.

Rio de Janeiro ist zweifellos die Samba-Hochburg der Welt. Nicht nur wegen den Elite-Sambaschulen, die sich das ganze Jahr über auf den fünftägigen pulsierenden Karneval vorbereiten, sondern auch wegen dem intimen Ambiente der Ereignisse von Roda de Samba, die jede Woche an mehreren Orten in der Stadt stattfinden. Was braucht man für so einen Abend? Ein Dutzend anspruchsvolle Musiker, einen langen Tisch und das unverzichtbare Bier.

Im Zentrum der Stadt erhebt sich die moderne Kathedrale von Rio de Janeiro, die Catedral Metropolitana de São Sebastião. Meiner bescheidenen ehrlichen Meinung nach gibt es viel schönere Gotteshäuser in der Welt als das pyramidenförmige Beton-Bauwerk der Neuen Kathedrale…

Obwohl die meisten Touristen an Rios berühmteste Straße, die mit bunten Mosaiken verzierte Selarón-Treppe, gelangen, gehen kaum Besucher ein paar hundert Meter zum Soziokulturellen Zentrum des Parque das Ruínas weiter. Das komplett renovierte historische Gebäude hat die Struktur der Überreste erhalten und ihnen wurde ein zeitgemäßes Aussehen verliehen.

Der Ruinenpark ist eine alte künstlerische und kulturelle Residenz im Künstlerviertel der Stadt, in die während der Belle Époque Intellektuelle und Künstler eingeladen waren. Das Panorama von der Dachterrasse in die Ferne von Rio ist einzigartig.

Ich hatte vor einigen Jahren den Lage Park schon mal besucht und erreichte damals die Erlöser-Statue am Corcovado-Berg zu Fuß erklimmend.

Das im italienischen Stil erbaute Schloss konnte ich während eines früheren Besuchs wegen einer Wochenendveranstaltung nicht besichtigen. Glücklicherweise gelang es mir diesmal, einen Einblick ins Innere der anspruchsvollen Villa zu bekommen.

Nach einer Stunde Wandern erreichte ich den legendären Morro Dois Irmãos. Die wunderschöne Felsformation in der südlichen Zone – in der Nähe der Favelas Vidigal und Rocinha – stand seit Jahren auf meiner Wunschliste. Ich wurde nicht enttäuscht, es war den schweißtreibenden Marsch wert!

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