Nachdem ich den Nationalpark Tayrona besucht hatte, kehrte ich nach Ciudad Verde in die Nähe von Bogotá zurück, wo ich mich wieder in Javiers Wohnung ausruhte, weitere Beiträge für meinen Blog verfasste, jeden Tag köstlich kochte und immer wieder mit hausgemachten Fruchtsäften experimentierte. Bald erreichte uns aber schon das nächste Wochenende, und so war ich mit meinem Zahnarztkollegen wieder unterwegs. Diesmal verbrachten wir einen aufregenden Nachmittag in einem äußerst liebevollen Tier- und Naturpark zweieinhalb Stunden von Bogotá entfernt. Es folgt ein ausführlicher Bildbericht:

Villavicencio liegt, am Fuße der Ostkordillere, 75 km von Bogotá entfernt, wo sich die venezolanisch-kolumbianische Ebene der Llanos erstreckt. Der Biopark Los Ocarros (daher auch der Name “riesige Gürteltiere”) wurde zum Schutz der im Orinoco-Becken beheimateten Riesengürteltiere gegründet. Gefährdete Tierarten der Orinoquía können hier zu wissenschaftlichen Zwecken, zur Erhaltung und zur Wiederansiedlung vorgefunden werden.

Apropos Orinoco-Becken. Der Orinoco ist der zweitgrößte Fluss Südamerikas, 76,3 % seines Beckens liegen in Venezuela, der Rest befindet sich in Kolumbien. Das Wildlife Conservation Center des Los Ocarros dient zum Schutz der in der Orinoquía endemischen und repräsentativen Tier- und Pflanzenwelt, wo der ökologische Tourismus und der Lebensraumschutz Hand in Hand geht.

Die im nördlichen Südamerika beheimateten gewöhnlichen Totenkopfaffen (Mono Ardilla) sind in großer Anzahl im Tierpark von Villavicencio vertreten. Der Totenkopfaffe zählt zur Famile der Kapuzinerartigen und ist eine Primatenart aus der Gruppe der Neuweltaffen.

Die Krokodilart, die von der Weltnaturschutzunion (IUCN) als eine der am meisten vom Aussterben bedroht zählt, ist das Orinoco-Krododil. Sein Lebensraum liegt vermutlich vor allem im Bereich der größeren Flüsse im Süßwasserbereich des Orinoco in Kolumbien und Venezuela. Das Orinoco-Krokodil ist eine der seltensten Krokodilarten der Welt mit geschätzten 250 bis 1500 Individuen in freier Wildbahn. In den letzten Jahren hat der Bestand aber leider deutlich abgenommen.

Der Königsgeier ist der farbenfreudigste aller Geier und die einzige lebende Art seiner Gattung. Die ungewöhnlich bunten Geier halten sich vor allem in Regenwäldern und Savannen auf. Nach dem Andenkondor und dem kalifornischen Kondor ist der Königsgeier die drittgrößte Art aus der Familie der Neuweltgeier.

Schon der deutsche Zoologe Friedrich Johann Graf von Medem richtete in Villavicencio Anfang der 1960er Jahre die “Estación de Biologica Tropical” ein, um auf der Farm Orinoco-Krokodile und verschiedene Spezies von Schildkröten zu züchten und untersuchen. Von Medem, welcher in seiner Wahlheimat Federico Medem genannt wurde, war auch Repräsentant der Crocodiles Specialist Group der IUCN für Südamerika.

Die ständigen Bewohner des den Erhalt der Artenvielfalt der Orinoquía unterstützenden Tierparks Los Ocarros leben in tropischen Temperaturen auf einer üppigen Vegetation von ca. 5,5 Hektar. Im Einklang mit der Natur kann man hier die Fauna und Flora dieser wundervollen Region erkunden.

Der mittelamerikanische Tapir lebt hauptsächlich in geschlossenen tropischen Regenwäldern. Die IUCN listet den mittelamerikanischen Tapir als gefährdet, wobei die Zerstörung ihres Lebensraumes der Grund für den Rückgang der Bestandszahlen die größte Bedrohung darstellt.

Chigüiros oder Capibaras sind die größten heute noch lebenden Nageltiere aus der Welt der Meerschweinchen. Es besteht kein Zweifel darin, dass die Capibaras wegen ihren stets zusammengeknifften Augen die süßesten und liebenswertesten Tiere im Biopark waren.

Der Große Ameisenbär ist ein reiner Bodenbewohner. Sein Lebensraum sind Savannen, Sümpfe, Wälder und die Dornbuschsteppen Südamerikas. Aufgrund von Landschaftszerstörung und Bejagung gilt der Bestand des Großen Ameisenbären als gefährdet.

Liebevolles Wesen beim Essen beobachtet.

Ein toller Abschluss am Ende unseres Rundgangs waren die (kleinen) Faultiere. Die absolut sympathischen Geschöpfe, hautnah und ohne Hindernisse wie Scheiben oder Gitter kletternd zu beobachten und fotografieren zu können war beeindruckend.

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