Mit meinen aktuellen belgischen Wanderpartnern habe ich eine weitere unvergessliche Höhenwanderung im aufregendsten Nationalpark Kolumbiens unternommen. Mit 22 Kilometern erfüllte ‘La Ruta Sur’ unseren kompletten Tag und bot unvergessliche Fernblicke. Nach dem Aufstieg ins idyllische Hochtal Valle de Lagunillas berührte uns wieder mal tief das mit Espeletia gefüllte tropisch-montane Ökosystem des immensen Páramo-Gebietes. Nach einem herausfordernden Zustieg an den Rand der Gletscherzunge freute sich mein kleines Team über die spektakuläre Erhebung auf dem erklommenen Gipfelplateau des Gletschers und den 5.250 Meter hohen in Staubzucker getauchten Gipfel des Pan de Azúcar.

Unser kleines Wanderteam wachte früh auf und fühlte sich absolut munter, da auf uns wieder mal eine lange panoramareiche Wanderung in der Höhenlage wartete. Wegen möglichen fantastischen Weitsichten fanden wir es sehr wichtig, den 22 km langen Trek möglichst früh anzugehen. Unsere lokale Bergführerin, Marta, kehrte noch am Vorabend nach El Cocuy zurück und traf in der Dämmerung zur vereinbarten Zeit um 5 Uhr mit einem Jeep und einem Fahrer in der Hacienda “La Esperanza” ein. Zuerst fuhren wir auf einem schmalen Feldweg zum Ausgangspunkt des Trekkings und machten uns gegen sechs Uhr auf den Weg. Wieder mussten wir fast 1000 Höhenmeter zurücklegen, um den riesigen Felsmonolithen El Púlpito zu erreichen.

Während unserer Wanderung kamen wir an einem schönen Gästehaus mit einer spektakulären Aussicht vorbei. Der einzige Haken an der Sache war, dass die etwas abgelegene Hacienda seit der Wiedereröffnung des Nationalparks völlig leer steht. Logistisch passt sie nämlich nicht wirklich in einen der drei möglichen Wanderwege und so steht sie schon seit Jahren einsam und verlassen auf dem Hügel…

Endemische Eidechsenarten (Stenocercus lache), die ausschließlich in den Östlichen Kordilleren zwischen 3.700 und 4.200 Höhenmetern vorzufinden sind.

Unser erster wirklicher Stop war im Tal ‘La Plazuela’, neben der gleichnamigen Sumpflagune. Wie in den vergangenen Tagen wurden wir diesmal auch im feuchten Tropengebirge mit blühender Espeletia auf ca. 4.000 Metern begrüßt.

Die besonders sehenswerte Region und die Pracht des Páramos voll majestätischer Flora könnte ruhig auf einem Gemälde dargestellt werden. Die eindrucksvolle Paramovegetation beeindruckt immer noch, wir können uns dem wahren Paradies nicht satt essen.

Sumpfiges Hochland mit der unwirklichen und fast mystisch wirkenden Schönheit des Páramos.

Beim Verlassen des Tals und der ungewöhnlichen Frailejónen verändert sich die natürliche Umgebung, da eines der empfindlichsten Ökosysteme der Erde durch felsiges Terrain ersetzt wird.

Unsere Bergführerin Marta erklärt meinen belgischen Mittrekkern, dass wir ab dem derzeitigen Rastort einen erheblichen und sehr mühsamen Aufstieg erleben werden. Wir werden ab jetzt schweißtreibend bergauf wandern und müssen bis zum Gipfelplateau in kurzer Zeit einen Höhenunterschied von 400 Metern überwinden.

Louise und Gilles ruhen sich nach dem ersten steilen Aufstieg aus. Es ist nicht einfach, den zweifellos schwierigsten Abschnitt unseres aktuellen hochalpinen Trekkings auf dem immer höher und abenteuerlicher werdenden Pfad zu absolvieren.

Landschaftlich reizvolle Ansicht eines felsigen Gebiets nahe der Schneegrenze.

Je näher wir unserem Ziel kommen, desto stärker und stetiger scheint die Sonne. Gilles braucht mehr Sonnencreme.

Die letzten Tipps von Marta vor dem Erreichen des obersten Plateaus mit dem Aussichtspunkt.

Meine Wandergefährten in der Nähe der Schneegrenze. In greifbarer Nähe befindet sich auf der linken Seite der massive Felsmonolith “El Púlpito del Diablo” (4.949 m). Auf der rechten Seite sieht man den majestätischen, in Puderzucker getauchten Berggipfel des Pan de Azúcar (5.250 m).

Der Nationalpark Sierra Nevada del Cocuy besitzt die ausgedehnteste Eisfläche des Kontinents nördlich des Äquators.

Wir hatten Riesenglück, den atemberaubenden Pan de Azúcar bei klarer Sicht zu erleben. Es wäre bestimmt gut gewesen, weiter zu gehen und vom schneebedeckten Gipfel die Welt unter uns mit ihren Tiefblicken zu betrachten. Es ist jedoch verboten, die Schneegrenze im Nationalpark zu erreichen und das Eis und den Schnee zu betreten. So bleiben uns viele schöne Erinnerungsmomente und die zahlreichen Fotos unserer drei Kameras.

Nach einer halben Stunde Ruhe- und Fotopause kehren wir nach einem langen Abstieg auf dem schon bekannten Pfad zu einem der Schutzhäuser des einmaligen Naturschutzgebietes zurück, wo unser Jeep auf uns wartet.

Nach einer sehr holprigen Fahrt kommen wir alle müde in Martas Gästehaus “El Caminante” an, wo wir abends gemeinsam kochen und essen. Am nächsten Tag fahren meine belgischen Wanderfreunde in die nördlichste Provinz Kolumbiens nach La Guajira, während ich nach Bogotá zurückkehre, um neue Reisepläne zu schmieden.

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