Ich erkundete die Stadt Medellín, welche sich in einem hervorragenden Klima ziemlich nahe am Äquator auf 1.500 Metern Seehöhe befindet. Die Millionenmetropole in der mittleren Andenkordillere wurde in den 1980er Jahren als eine der gewalttätigsten Städte der Welt bezeichnet. Doch glücklicherweise gehört inzwischen die finstere Zeit von jahrzehntelangen brutalen Drogenkriegen der Vergangenheit an. Das ehemalige Zentrum des Kokains ist heute eine kosmopolitische, sehr innovative und weltoffene Metropole, in der das Leben pulsiert. Auch ohne klassische Sehenswürdigkeiten fand ich Medellín mit seiner fortschrittlichen, gut gepflegten Infrastruktur beeindruckend. Ich hoffe, ich werde bald wieder zurück sein…

Nachdem ich das frühere Anwesen des berühmten Drogenbarons Pablo Escobar in Puerto Triunfo besucht hatte, reiste ich nach Medellín, in die Hauptstadt der zentralkolumbianischen Provinz Antioquia. Als Millionenmetropole im Nordwesten Kolumbiens mit einer dunklen und blutigen Vergangenheit wurde die Stadt 2013 für seine modernen Transport-Systeme, die Umweltpolitik, Museen, Kulturzentren, Bibliotheken und öffentliche Schulen, die die Integration der Gesellschaft fördern, zur innovativsten Stadt der Welt gewählt.

Eine architektonische Spezialität von Medellín ist der neoklassizistisch-gotische Kulturpalast Rafael Uribe Uribe, der mit einer markanten schwarz- weißen Backsteinfassade beeindruckt. Das eindrucksvolle Gebäude wurde nach Rafael Uribe Uribe, dem ehemaligen General der liberalen Partei ‘Partido Liberal Colombiano’ benannt. Der Kulturpalast wurde in den 1920er Jahren vom belgischen Ingenieur und Architekten Agustín Goovaerts erbaut.

Die Kuppel des Nationaldenkmals ist ein Meisterwerk der Architektur des 20. Jahrhunderts und zeigt sich im Abendlicht am prächtigsten. Die spektakuläre Kuppel wird verwendet, um Aktivitäten wie das bekannte “Kino in der Kuppel” durchzuführen, das versucht, die Liebe zum Kino zu fördern.

Der Kulturpalast ist nach einer einfachen wie schnellen Registrierung im Laufe des Tages kostenlos besuchbar. In den Hallen und ihren Nebenräumen des fast 100 Jahre alten Gebäudes veranstaltet die Stadtverwaltung ständige und temporäre Kunstausstellungen, Kulturprogramme, Konzerte und wissenschaftliche Konferenzen.

Es lohnt sich auch, auf die offene obere Etage des neoklassizistischen Gebäudes hinaufzugehen, wo man gute Fotos von der Innenstadt und der hypermodernen U-Bahn knipsen kann. Die Metro de Medellín ist die einzige Hochbahn Kolumbiens. Seit 1995 durchquert die vorzeigefähige Hochbahn, der große Stolz der Paisas (so nennen sich die Einwohner von Medellín selbst), die Innenstadt der Metropole.

Auf dem Skulpturenpark des Kulturpalastes sind einfache Bronzestatuen des weltberühmten Fernando Boteros mit runden und üppigen Formen mit einer Höhe von 5-6 Metern ausgestellt. Die Darstellung des vielleicht berühmtesten kolumbianischen Malers und Bildhauers von heute ist ziemlich einzigartig und proportional übertrieben.

Während meiner Reisen in Lateinamerika freue ich mich immer wieder darauf, einen botanischen Garten zu besuchen. Ich ziehe mich gerne zurück und gehe sehr gerne in den Palmenhainen zwischen Bambuswäldern und eindrucksvollen Blumenbeeten spazieren. Rio de Janeiros ‘Jardim Botanico’ ist einer der schönsten und magischsten Landschaftsgärten, die ich je gesehen habe, dennoch freute ich mich sehr darauf, den 1972 gegründeten Medellín Botanical Garden, direkt neben der Metrostation Universidad gelegen, zu erkunden. Der 14 Hektar große Jardín Botánico ist eine grüne Oase mitten in der Großstadt und zählt über 4.500 Blumen und knapp 140 gelistete Vogelarten.

Heute ist der Botanische Garten Joaquín Antonio Uribe mit über zwei Millionen Besuchern pro Jahr die beliebteste kulturelle Attraktion Kolumbiens. Neben den faszinierenden Gewächsen zeigte der riesige Landschaftsgarten auch eine Vielzahl exotischer Lebewesen, unter anderem Leguane und Schildkröten.

In der Kommune Aranjuez nördlich des Botanischen Gartens befindet sich ein Museum, das dem Leben und Werk des 1984 verstorbenen kolumbianischen Malers, Bildhauers, Philosophen, Stadtplaners und Ingenieurs Pedro Nel Gómez gewidmet ist. Das Museum wurde 2018 international bekannt, als Besucher zur damaligen Ausstellung mit 120 Nacktbildern im Adamskostüm durch die Ausstellung gingen.

Pedro Nel Gómez, einer der produktivsten Maler und Bildhauer Kolumbiens, ist für die Gestaltung von herausragenden Wandbildern bekannt. Während seiner Schaffenszeit soll der Künstler in öffentlichen Gebäuden ausgewählter kolumbianischer Städte 2.200 Quadratmeter Fresken gemalt haben.

In Medellín besuchte ich den 1842 gegründeten San Pedro Friedhof, der 1998 zum Museum erklärt wurde. Die Grabmäler von San Pedro, die 1999 zum Nationaldenkmal Kolumbiens erklärt wurden, sind hier in Erinnerung an Persönlichkeiten in der Geschichte der aufgerichteten Kolumbien.

Nachdem ich die Hacienda Nápoles besucht hatte, ging ich auch zum Cemetario Itagüí. Im Schatten der Palmen in einer Lichtung befindet sich der Marmorgrabstein der Familie Escobar, der zu einer wahren Pilgerstätte für Touristen geworden ist. Die Grabstätte des legendären Kartellführers ist die am zweithäufigsten besuchte Ruhestätte in Südamerika nach Eva Perón, der Ruhestätte von Evita, auf dem Friedhof Recoleta in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires.

Medellín liegt auf 1.500 Metern im malerischen Aburrá-Tal in der Zentralkordillere. Die Millionenmetropole ist von sieben sogenannten Schutzbergen umgeben. Auf dem Plateau des höchsten Berges der Stadt, dem Nutibara-Berg, findet sich das Pueblito Paisa, ein in den 1970er Jahren nachgebautes typisches traditionelles Dörfchen des Stadtteils in Originalgröße. Die charmanten Kolonialbauten bestechen mit wunderschönem und unvergleichlichem Panoramablick über die ganze Stadt.

Sehr interessant und faszinierend ist auch die Geschichte des Freilichtmuseums. Der Bau wurde vom Architekten Julian Sierra Mejía geleitet, der während der Konstruktion des Wasserkraftwerks in den Gemeinden Peñol und Guatapé das Konzept des Museumsdorfes mit zerstörten Türen, Verkleidungen und kaputten Fenstern der verlassenen Region Peñol erstellte. Sierra hat sowohl alte Friseurmeisterstühle, Schreibtische, Betten als auch Küchenutensilien aus dem frühen 20. Jahrhundert verwendet, um die Räume der verschiedenen Gebäude von Pueblito Paisa zu dekorieren.

Nachdem ich von der U-Bahn auf das Teleférico umgestiegen bin, stieg ich die Berghänge von Medellín zu den abgelegenen “Barrios” hinauf. Wie in mehreren großen Städten Südamerikas (z.B. La Paz und El Alto) ist es auch in Medellín mit der Seilbahn ziemlich leicht, vom Zentrum der Stadt die erschlossenen Berge mit ihren dicht besiedelten Kommunen und übereinander gebauten Häuser stärker zu frequentieren.

Medellín liegt in einem Tal, umgeben von hohen Bergen. Die Stadtverwaltung baute 2004 eine einzigartige Seilbahn für den öffentlichen Nahverkehr und bindet so zwei Elendsviertel näher ans Zentrum.

Über die Station Santo Domingo bin ich in den 16.000 Hektar großen Arví-Park gefahren, der die Stadt ständig mit angenehmer Luft auffrischt.

Das Naturgebiet von Arví ist unter Wanderern, Läufern und Radfahrern sehr beliebt. Insgesamt gibt es über 50 km Wanderwege. Trotz der märchenhaften Umgebung habe ich es nicht ganz verstanden, warum für die meisten Naturpfade ein lokaler Wanderführer erforderlich ist. Da ich mich gerne alleine in der Natur bewege, habe ich den Ökopark auf alternativen Wanderwegen erkundet.

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