Nach Bandurria und Vichama setzte ich die Erkundung von mysteriösen Ruinenstätten in der Nähe der Pazifikküste fort. Diesmal habe ich mir unweit von Barranca die heilige Stadt von Caral und ihre komplexe Architektur genauer angesehen. Die Bauwerke in Caral sind etwa so alt wie die Pyramiden in Ägypten, so gilt der faszinierende, geheimnisvolle Ort als die älteste Stadt des amerikanischen Kontinents. Es folgt ein ausführlicher Bildbericht:

Durch die Siedlung von Supe erreichte ich mit einem lokalen Sammeltransport den umfangreichen Komplex von Caral, gelegen im peruanischen Wüstengebiet. Ich bin einige Tage vor dem 24. Jahrestag des Beginns der archäologischen Ausgrabungen angekommen und so freute ich mich um so mehr, eine der ältesten Siedlungen mit Stadtcharakter auf dem amerikanischen Kontinent kennenzulernen.

Caral liegt in den Zentralanden 25 km landeinwärts von der Pazifikküste im Tal des Rio Supe. Entlang des fruchtbaren Gebiets des Supetals gelangte ich durch eine karge Wüstenlandschaft zum Eingang der berühmten archäologischen Stätte.

Wie an anderen wichtigen Fundstätten der Caral-Kultur ist es auch hier notwendig, einen lokalen Reiseführer zu engagieren. Die Gebühr für den lokalen Guide kann mit den anderen Besuchern geteilt werden. Nach anderthalb Stunden Wartezeit, bildete ich mit zwei peruanischen Paaren endlich eine Gruppe und durfte schließlich eine der ältesten Siedlungen auf dem amerikanischen Kontinent betreten.

Die meisten urbanen Zentren der uralten Zivilisation waren in der Mitte des Stromtals des Rio Supe konzentriert. Unter ihnen blühte in der gleichen Epoche wie in den frühen Hochkulturen in Ägypten und Mesopotamien, Caral, Amerikas früheste organisierte Stadtgesellschaft auf. Als eine der Wiegen der modernen Zivilisation scheint Caral seine Blütephase zwischen 1800 und 1000 v. Chr. erlebt zu haben, analog zu anderen Zivilisationszentren der Anden.

Um etwa 1.200 vor Christus war Caral höchstwahrscheinlich von extremen Dürrekatastrophen betroffen, so dass die Menschen der Norte-Chico-Kultur die Siedlung wegen dem extremen klimatischen Phänomen verlassen mussten. Carals Einwohner haben bewusst versucht, ihre architektonischen Spuren zumindest teilweise unkenntlich zu machen. Die Stadt war für Jahrhunderte im Wüstensand begraben.

Auf einer Fläche von etwa 60 Hektar befinden sich sieben große abgeflachte Pyramiden, die von anderen pyramidenförmigen Erhebungen und Dutzenden von Steingebäuden umgeben sind.

Die Caral-Steinpyramiden im trockenen Tal des Flusses Supe wurden zur gleichen Zeit wie die Pyramiden von Gizeh in Ägypten errichtet.

Die mehr als zwei Meter hohe Steinsäule, die Huanca, ist ein mit astronomischen Aktivitäten verbundener heiliger Monolithblock.

Dutzende Flöten aus den Flügelknochen von Pelikanen und Blashörner aus Lamaknochen, die unter einer der Pyramiden gefunden wurden, weisen darauf hin, dass die Musik eine sehr wichtige Rolle im Leben der Caral Zivilisation spielte.

Es war eine uralte Zivilisation, deren Wissen wir heute noch immer bewundern können.

Im Jahr 1948 entdeckte der nordamerikanische Anthropologe Paul Kosok zusammen mit dem Archäologen Richard Schaedel die heilige Stadt von Caral-Supe. Die Ausgrabungen begannen aber erst 1994 unter der Leitung von Dr. Ruth Sady Solís mit dem Forscherteam der San Marcus Universität.

Seit Juni 2009 ist Caral-Supe Teil des UNESCO-Welterbes.

Während der Ausgrabung von Caral wurde auch ein versenktes Amphitheater erkundet. Letzteres ist eine eingesenkte Kreisfläche, von der eine Treppe zum Tempel des Gebäudekomplexes führt.

Die monumentalen Steinpyramiden, erdbebensichere öffentliche Gebäude und das Amphitheater stammen aus der präkeramischen Steinzeitkultur. Durch mühevolle Arbeit ist es den Archäologen gelungen, die Trümmer und den Sand rund um die Objekte der Jahrtausende alten Ruinen zu entfernen.

Bisher wurden nur ca. 35% des Monumentalkomplexes von den Archäologen entdeckt. Die archäologischen Ausgrabungen werden in den kommenden Jahren verstärkt fortgesetzt, so dass es sich in einigen Jahren bestimmt wieder lohnen wird, zurückzukehren, zumal bald neue archäologische Stätten (Chupacigarro-Geoglyphe, Lurihuasi, Miraya usw.) im Supetal und seiner Umgebung eröffnet werden.

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