Mit der Mirador-Gruppe haben wir das Hauptheiligtum Pachacamac an der zentralperuanischen Küste besichtigt. Ein Großteil der zu Ehren des Schöpfers und Erhalters aller Dinge errichteten stumpfförmigen Pyramiden wurde irreversibel beschädigt, weshalb ich diesmal mit den Überresten der heiligen Stätte, welche sich schon in einem fortgeschrittenen Zerfallsstadium befinden, vorlieb nehmen musste.

Für meine kleine Touristengruppe war es keine große Überraschung gewesen, als wir morgens bei Nieselregen die Sehenswürdigkeiten der Altstadt von Lima kennen lernten. Die Garúa, die sich um diese Zeit an der Pazifikküste entwickelt, blieb hartnäckig bis zum frühen Nachmittag bestehen.

Bei Kilometer 33 der Panamericana Sϋd, direkt am Tal des Flusses Lurín, liegt die prä-inka Stätte, zu der Menschen aus ganz Peru pilgerten, um den altehrwürdigen Gott Pachacamac anzubeten.

Pilgerstätte für Menschen aus den entlegensten Flecken Perus.

Nachdem wir Churros, ein sich großer Beliebtheit erfreuendes Brandteig-Gebäck aus Peru/Spanien, anstelle des Mittagessens probiert haben, stiegen wir in Mateos Kleinbus und steuerten den kleinen Fischerort Paracas an.

Auf dem Weg nach Paracas besuchen wir das Kultzentrum mit überregionaler Ausstrahlung.

Die eine riesige Fläche bedeckende Ruinenstätte wurde von dem deutschen Archäologen Max Uhle ausgegraben.

Die Straße zur Halbinsel Paracas an der Südküste Perus ist aufgrund des starken LKW-Verkehrs sehr mühsam und besonders zeitaufwändig. Es schien daher sinnvoll, eine Pause einzulegen, um das Reiseerlebnis für meine Gäste zu bereichern. Ein solcher Stopp auf dem Weg nach Paracas ist die archäologische Fundstätte Pachacamac. Das rätselhafte archäologische Zentrum liegt etwa 40 km südöstlich vom Stadtzentrum von Lima, am Tal des Flusses Lurín. Das rund 500 ha umfassende Heiligtum wurde nach Pacha Kamaq, dem Schöpfer der Welt, benannt. Im Zeremonienzentrum finden sich erste Spuren menschlicher Präsenz aus der Zeit von 200 v. Chr. Der bedeutende Wallfahrtsort blühte ungefähr 1.300 Jahre lang, bis die Festung durch die spanischen Eroberer besetzt wurde.

An der Ausgrabungsstätte gibt es noch viel Arbeit für die Archäologen.

Seine Anhänger verehrten den beliebten Pacha Kamaq als kreative Schöpfergottheit. Nach der Eroberung durch die Inka übernahm die neue Zivilisation teilweise die Grundbedeutungen der früheren Kulte und integrierte so den Schöpfergott in ihr religiöses System. So verblieb die Repräsentation des Gottes Pachacamac in der Kultstätte. Jedoch hielten die Inkas Pachacamac für weniger bedeutend als ihren eigenen „uralten Schöpfergott”, Viracocha.

Eines der verbleibenden Wandfragmente an der Fundstätte.

Die Inkas übernahmen Pachacamac, als sie das Gebiet der Ichma mit der Stadt erobert hatten.

Spuren der Lima-, Wari-, Ichma- und der Inka-Zivilisation finden sich in der bedeutenden Kultstätte an der zentralen Küste Perus. Die meisten aus Lehmziegeln errichteten Stufenpyramiden und Tempel der einst bedeutenden Festung wurden zwischen 800 und 1400 nach dem Niedergang des Wari-Reiches von der Ichma-Kultur erbaut. Zusammen mit meinen Mitreisenden stellten wir schon beim Haupteingang schnell fest, dass sich die zum Weltkulturerbe gehörende Adobe-Stadt in einem ziemlich schlechten Zustand befindet. Die illegalen Plünderungen, das El Niño-Phänomen und die Sandwüste absorbieren die Überreste zuvor ausgegrabener Gebäudekomplexe.

Von den Tempeln des Pyramidenkomplexes ist nicht mehr viel zu sehen.

Die Lehmziegel sind zu Staub zerfallen.

Auch nach dem Zusammenbruch des Wari-Reiches blieb der Ahnenkult bestehen, so dass die Inkas Pacha Kamaq, den Schöpfer der Welt, weiterhin respektierten. Die höchst gelehrten Hohepriester der Tempel von Pachacamac erreichten, dass die Inkas ihr Volk nicht auf einmal eingliederten, sondern zunächst ein Bündnis mit ihm eingingen. Zum Zeitpunkt des Aufstiegs des Inkareiches überlebten sie als das Volk der Ichma bis in die Jahre 1440-1450. Das religiöse Zentrum von Pachacamac wurde von den Inkas als wichtiger Ort der Verehrung zum wesentlichen Teil ihrer Religion.

Die Adobe-Stadt existierte schon vor der Zeit der Inkas. Sie wurde zur Zeit der Wari- und Ichma-Kultur ausgebaut.

Durch die Jahrhunderte leistete jede Kultur ihren Beitrag zur Erweiterung der Anlage, indem sie noch schönere Tempel, beeindruckendere Paläste und Häuser dazu baute.

Als Zeichen ihrer Herrschaft bauten sie neben dem Heiligtum einen Sonnentempel. Die 80 m hohe trapezförmige Pyramide wurde auf Felsklippen erbaut und beherbergt die am besten erhaltenen Überreste des heiligen Geländes. Laut einigen Archäologen haben frühere Zivilisationen in den Tempeln und in der Stufenpyramide regelmäßig Menschenopfer dargebracht. Jüngste Forschungsergebnisse zeigen, dass die Inka-Herrscher Delegationen aus nahen und abgelegenen Gegenden des Landes in Pachacamac empfangen haben, so dass die Festung etwas wie ein Wallfahrtsort gewesen sein könnte. Hier trafen die Inkas die großen Entscheidungen und fragten die Wahrsager nach ihrer Meinung.

Blick auf den Mondtempel.

Der inkaische Sonnentempel bildet die Hauptattraktion. Er ist in Form eines Pyramidenstumpfes und aus Lehmziegeln gebaut worden.

Um ehrlich zu sein, war ich nicht sehr begeistert von der jahrtausendealten archäologischen Stätte. Ich freue mich vielmehr auf morgen, wenn wir mit der Gruppe ins Schnellboot steigen. Humboldt-Pinguine, Südamerikanische Seelöwen und viele verschiedene Vögel der Islas Ballestas warten auf uns!

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