Nach dem Besuch der Ballestas-Inseln ist unser Tag in der trockenen Küstenwüste Perus noch lange nicht vorbei. Wir verbringen den ganzen Nachmittag aktiv und nehmen mit einem Dünenbuggy an einer Sanddünen-Tour rund um Huacachina teil. In der Oase probieren wir uns im Sandboarden über weitläufige Dünen aus und lernen dann die Pre-Inka-Siedlung Huayuri kennen. Zum Abschluss des Tages beobachten wir den Sonnenuntergang am ältesten noch lebenden Baum Perus.

Die Fischersiedlung Paracas landeinwärts verlassend erwartete uns nach ca. 80 km eine weitere bekannte Attraktion des Landes. Wie die geschützten Ballestas-Inseln ist auch die palmengesäumte Oase von Huacachina inmitten hoher Sanddünen ein wichtiger Bestandteil einer Abenteuerreise in Südperu.

Mit solch einem verrückt aussehenden Sandbuggy machen wir uns auf die Reise zu den vor uns aufragenden riesigen Dünen.

Am Rande von Huacachina geht es los und dann erstmal recht gemütlich die Dünen hoch.

Von den imposanten Sanddünen in Peru ist die in unmittelbarer Nähe von Ica gelegene Oase Huacachina die bekannteste. Während mein großer Favorit – das ausgedehnte Dünengebiet der Lençóis Maranhenses in Brasilien – in der Regensaison zahlreiche Süßwasserlagunen formt, wird die Lagune von Huacachina, umgeben von üppigen Palmenhainen, von unterirdischen Wasserläufen gespeist. Es besteht ein großer Bedarf, das langsam abfallende Wasser künstlich zu speisen, da abgesehen von dem Tau, der vornehmlich Ende September kondensiert, seit Hunderten von Jahren kein einziger Millimeter Niederschlag in der Oase gefallen war.

Die idyllische Oase ist akut vom Austrocknen bedroht und wird seit Jahrzehnten künstlich gespeist.

Goldene Sanddünen.

Die begeisterte Mirador-Gruppe vor dem sandigen Abenteuer.

Die scheinbar endlose Reihe von goldenen Sanddünen um Huacachina erinnert einen an die Sahara und ihre Gefährten. Der Cerro Blanco, die höchste Sanddüne der Welt in der Nähe der Stadt Nazca, fällt mir sofort ein. Vor einigen Wochen machte ich eine unglaubliche Erfahrung, als ich den mehr als 2000 m hohen Sandberg ohne Führer bestiegen habe. Die Dünen der Huacachina-Lagune sind ebenfalls riesig. Ich erinnere mich an meinen ersten Besuch vor sechs Jahren, als ich die ca. 100 m hohen Sandhügel der kleinen Oase bestiegen habe und den wunderschönen Sonnenuntergang von oben fotografierte.

2014 bin ich kräftezehrend von Sanddüne zu Sanddüne geklettert.

Bei der jetzigen Gelegenheit haben wir leider keine Zeit für eine Weinverkostung beim Weingut Tacama.

Mit der Mirador-Gruppe haben wir diesmal mit einem einzigartigen “Sandläufer” die vor uns hoch aufragenden Küstendünen erlebt. Nachdem wir ein paar Sol als Sandsteuer entrichtet haben, ging es in einem gelb gestrichenen “Teufelswagen” zu den nahe gelegenen Sanddünen. Eine superschnelle Achterbahnfahrt auf den umfangreichen und steilen Sandhügeln begann. Der höllische Spaß bestand darin, dass unser Fahrer mit relativ hoher Geschwindigkeit auf eine der langgestreckten Dünen hinauffuhr und einen Moment an der Spitze anhielt. Dann kippte er schnell mit dem Buggy die Dünenkante um, ließ den Motor laut aufheulen und stürzte den Hang rasant hinunter. Unser Puls schnellte hoch und das Adrenalin machte sich breit im Blut.

Unser völlig auf das Fahren in den Sanddünen konstruiertes Dünenfahrzeug irgendwo auf halber Strecke.

Die Küste Perus hat viele interessante Sehenswürdigkeiten zu bieten.

Ich kann bestätigen, dass die adrenalintreibende Wüstenattraktion mit dem Sand-Buggy-Erlebnis höchst interessant war. Unser Fahrer wiederholte den richtig filmreifen Stunt – gefolgt von lauten Schreien einiger Insassen – einige Male. In der Gruppe gab es sowohl versteifte Personen als auch solche, die das besondere Erlebnis der Dünen-Buggy-Fahrt stundenlang genossen hätten.

Unser Buggy-Chauffeur, der innerhalb von Sekunden vom Fahrer zum Sandboardtrainer versetzt wurde, bringt Andi die richtige Technik bei.

So rutschen die Profis!

Selbst unter dem Einfluss der ersten Adrenalindosis kam die Essenz der Wüstenshow, die Abfahrt über die steilen Wüstenberge. Das Snowboarden war in seinen Anfängen sehr stark vom Wellenreiten inspiriert. Die Outdoor-Beschäftigung auf dem Schnee animierte einige Brasilianer, die in den 1970er Jahren an der Atlantikküste lebten und mit billigen Holzbrettern im Sand zwischen den Dünen von Joaquina hin und her rutschten. Der neue Sport, der im Bundesstaat Santa Caterina ausprobiert wurde, verbreitete sich bald auf allen Kontinenten.

Eine äußerst glückliche Mirador-Gruppe beim ultimativen Wüstenfeeling.

Wir stellten uns oben auf einer der höchsten Dünen mit unseren Sandbrettern auf, um mehrmals die Sandhänge hinunterzurutschen. Wir lagen entweder auf dem Bauch oder saßen auf den snowboardähnlichen Holzbrettern. Nachdem wir im Sand gesurft sind und auch die obligatorischen Wüstenfotos geknipst haben, kehrten wir nach einem weiteren Adrenalinstoß in die Oase zurück.

Im trocken-tropischen Klima fotografiere ich beim Mittagessen Rubintyranne.

Reich an neuen Erfahrungen machten wir uns auf den Weg Richtung Nazca. Weiter in der kargen Wüste unterwegs erwarteten uns fast 150 km zu einer Stadt, die wegen ihren gigantischen Geoglyphen und Bodenbildern berühmt ist. Der große Vorteil einer gemeinsamen Minibusfahrt ist, dass man auf einem solchen Roadtrip jederzeit anhalten kann, wenn eine interessante Attraktion erscheint. Die vorinkaische Siedlung von Huayuri erreichten wir in der bergigen Landschaft um Palpa. Die ehemalige Wohnsiedlung mit einem Ausmaß von rund 15 Hektar versteckt sich zwischen rotbraunen Felsbuckeln im trockensten Tal Perus. Die Gebäude wurden im 12. Jahrhundert von der Poroma-Kultur errichtet.

Die Pre-Inka-Ruinenstadt von Huayuri kann von der Spitze des Hügels aus gut fotografiert werden.

Wunderbare Farben im trockensten Tal Perus.

Kurz vor dem Sonnenuntergang kamen wir in der mystischen Ruinenstätte im Tal zum Heiligen Kreuz (Valle de Santa Cruz) an, die auf staubiger Straße 8 km von der Panamericana entfernt liegt. Unser peruanischer Fahrer Mateo wusste nicht genau, wonach wir inmitten eines verlassenen und leeren Landstriches suchten. Als ich ihm in der kargen Wüstenlandschaft den undurchsichtigen, unregelmäßig verzweigten Baum zeigte, der den Eingang zur zerstörten Stadt der Ica-Chincha-Kultur markierte, hob plötzlich auch er den Kopf. Er blickte zuerst auf mich und lud danach seine Familienmitglieder – die mit der Mirador-Gruppe reisten – ein, Erinnerungsfotos beim “El Huarango Milenario de Palpa”  zu machen. Dem Schild zufolge steht hier der älteste noch lebende Baum Perus.

Wir erreichen Perus ältesten noch lebenden Baum vor dem Sonnenuntergang.

Unsere Stimmung bei der Lieblingsattraktion von Endre, dem Gründer von Mirador Adventures.

Wir kletterten den Hügel hoch und knipsten ein paar Fotos vom einst fruchtbaren, windgeschützten Tal und der Ruinenstadt, in der nach dem Untergang der Nazca-Kultur und vor der Ankunft der Inkas 5000 Menschen lebten. Bei Einbruch der Dunkelheit beschlossen wir, die Ruinen von Huayuri nicht näher zu sehen und genauer zu betrachten, sondern schnellstmöglich in das nahe gelegene Nazca zu ziehen, wo uns morgen ein recht langes und intensives Programm erwartet.

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