Mein persönlicher Favorit war diese dreitägige sich durch einen Fünftausenderpass ziehende Trekkingtour. Obwohl keine spezielle Ausrüstung und keine andinen Techniken erforderlich waren, spielten zwei wichtige menschliche Faktoren zur erfolgreichen Bewältigung der anspruchsvollen Wanderung eine entscheidende Rolle: gute Ortskenntnisse und eine überdurchschnittlich gute körperliche Fitness. Die Grenzen der letzteren wurden in der Weißen Kordillere, dem Zentrum der peruanischen Gletscherregion, bei uns allen auf die Probe gestellt.

Nach einem erholsamen Ruhetag ging ich mit großer Leidenschaft die nächste gemeinsame Trekkingtour mit der Taiwanesin Pan an.

Ergänzt durch die deutsche Sarina hat sich unser aktuelles Wanderteam zu einem Trio entwickelt. Um acht Uhr morgens verließen wir das Andendörfchen Pitec, um drei unvergessliche Tage auf den ausgedehnten Eisfeldern der Cordillera Blanca zu verbringen.

Während des Weitwanderns trafen wir gleich zu Beginn unseres andinen Abenteuers auf einen einzigen Einheimischen. Sonst war in diesen Tagen niemand außer uns in dieser wunderschönen Region der Cordillera wandern…

An unserem ersten Tag marschierten wir im ruhigen Tal von Quilcayhuanca, das von einer Kette von schneebedeckten Bergen geschützt ist und sich lange erstreckte.

Wie bis jetzt üblich brachte uns die Wanderung schnell in die schönsten und interessantesten Gebiete der Cordillera Blanca. In Kürze würden einige Fünf- und Sechstausender zum Vorschein kommen.

Neben den malerischen Andenlandschaften und den schneebedeckten Berggipfeln lohnt es sich auch, die einzigartige Andenvegetation zu beobachten.

Wieder einmal völlig losgelöst von der Zivilisation und abseits der Touristenpfade entdeckten wir die unverfälschte Schönheit der monumentalen Bergkette. Die hochragenden Berggipfel der mit Gletschern bedeckten Kordilleren folgten uns an unserem ersten Wandertag.

Das Meeresauge von Tollpacocha wird von mehreren kleineren Wasserläufen des Chinchey-Gletschers gespeist.

Das schöne Wetter stand uns die ganze Strecke zur Seite. Bevor der übliche Nachmittagsregen einsetzte, schafften wir es, den Aussichtsturm zu erklimmen. Wir wurden mit spektakulären Panoramaaussichten auf die herrliche Bergwelt des 6.309 m hohen Nevado Chinchey und den Bergsee Tollpacocha belohnt.

Wir trafen in den letzten Wochen auf besonders viele blaue Gletscher um Huaraz, aber der Anblick der formschönen Gipfelgruppe des Chinchey war mit Worten nicht zu beschreiben.

Wir verbrachten unsere erste gemeinsame Nacht beim Wildcampen am Talende.

Am frühen Morgen führt der Wanderweg durch den eiskalten Fluss Quilcayhuanca zum Bergpass Huapi.

Für diesen Anblick hat sich der Anstieg zum improvisierten Aussichtspunkt der Laguna Tollpacocha (4.350 m) schon gelohnt.

An unserem zweiten Wandertag wollten wir den 5.020 Meter hohen Pass von Huapi überschreiten. Obwohl wir unser Zeltlager schon am frühen Morgen abmontiert hatten, stand uns das Wetter leider nicht zur Seite. Auf ungefähr 4.800 Metern mitten im Schneefall stiegen wir zum höchsten Punkt unseres Treks auf, den wir zu unserer großen Erleichterung gegen Mittag erreichten.

Nach einer halben Stunde beim höchsten Punkt unserer Wandertour verließen wir den Bergpass und stiegen in felsigem Gelände ins Tal hinab. Der Schneefall hörte auf, so zauberte die Sonne ein schönes Lächeln ins Gesicht von Sarina.

Pan steigt in ihrem eigenen Tempo auf dem steilen, felsigen Hügel in die Quebrada Cojup ab.

Wir erreichten das Cojup-Tal auf einem langen Zick-Zack-Weg.

Gemeinsam beschlossen wir, kurzfristig unseren ursprünglichen Plan zu ändern und die attraktive Lagune von Palcacocha auf ca. 4560 m Meereshöhe auszulassen, da wir am nächsten Tag eine fast zwanzig Kilometer lange Wanderung nach Marian vor uns hatten.

Am Morgen des dritten Tages entfaltete sich der Palcaraju-Gletscher (6.110 m) in seiner vollen Pracht vor uns.

Gibt es ein atemberaubenderes Schauspiel als jenes, das die Natur beim Erwachen bietet?!

Im Cojup-Tal kehren wir zu unserer Basis in Huaraz zurück.

Gelb, Rot und Blau. Zusammen mit Sarina und Pan verabschiede ich mich von einer der aufregendsten Trekkingrouten der Cordillera.

Wir speicherten die bleibenden Erlebnisse für immer ab und stiegen viel zu schnell ab. Unser Wandertrio verirrte sich und landete bei den Ruinen von Wilcahuain. Nachdem wir weniger als eine Viertelstunde gewartet hatten, gelang es uns, ein Taxi zu bekommen. Morgen gönnen wir uns alle eine wohlverdiente Pause. Am Tag darauf folgt schon nämlich unsere nächste Höhenwanderung in den schönsten Berglandschaften Perus inmitten der majestätischen Anden.

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