Als ich mich Lima näherte, besuchte ich erstaunlich geformte Sandstein-Türme in der Hochlandregion Perus. Unweit des Andenstädtchens besichtigte ich präkolumbianische Ruinen des Mantaro-Tals. Am Ende meiner Erkundungstour um Huancayo unternahm ich eine erlebnisreiche Hochgebirgswanderung und gelangte zu einem Gletscher des Nevado Huaytapallana.

Santa Barbaras gruselig heimgesuchte Quecksilbermine und das verlassene Geisterdorf waren absolut faszinierende Erlebnisse. Ich habe die Nacht in Huancavelica verbracht und bin erst am nächsten Morgen weitergezogen. Ich plante ein direktes Sammeltaxi nach Huancayo zu nehmen. Ich musste dafür nur zur Ecke des Platzes südlich der Innenstadt gehen, wo ich leicht eine Mitfahrgelegenheit fand.

Der Parque de la Identidad Huanca, der dem Park Güell ähnelt, könnte sogar in Barcelona sein.

Dies ist schon das zweite Mal seit 2014, dass ich die auf 3.200 Metern Höhe liegende Stadt besichtige. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie ich vor sechs Jahren aus Lima gekommen war. Mein Bus blieb wegen des meterhohen Schnees, der nachts fiel, mehrere Stunden lang auf den Pässen hängen, was die Reise zu einem Albtraum machte. Zusammen mit meinen damaligen Mitreisenden musste ich die ganze Nacht ohne Nahrung und Trinken im Fernbus verbringen. Seitdem habe ich auf Busreisen immer genug Flüssigkeit und Snacks mit.

Die Volkskunst von Huancayo ist weltberühmt.

Der Parque de los Sombreros ist ein lustiger Platz mit Hüten.

Diesmal hatte ich es zum Glück sehr viel leichter, als mein Bus in vier Stunden von der nahe gelegenen Huancavelica zur Andensiedlung nach Huancayo fuhr. Mitten am geschäftigen Markt ließ mich der Fahrer aussteigen. Einige Minuten später stieg ich in einen lokalen Bus, um am frühen Nachmittag in meiner gut ausgestatteten Unterkunft anzukommen.

Ich mache gerne Soziofotos von Andenkindern.

Ich verbrachte den Nachmittag aktiv und besuchte am Cerrito de la Libertad die jenseitigen Sandstein-Türme der Stadt. Die Torre Torre sind spezielle geologische Formationen, die an die von Sägezähnen gesäumten Kämme von Los Estoraques in Kolumbien und Valle de la Luna in Bolivien erinnern. Erdpyramiden und Feenkamine, die oft eine Höhe von bis zu fünfzig Metern erreichen, erheben sich hoch am Rande von Huancayo. Die durch Wind und Regen gebildeten freistehenden Felsentürme sind immer noch von der Erosion geprägt.

Die goldgelben bis rötlichen Feenkamine der Torre Torre sind jedes Mal besondere Naturattraktionen.

Der Besuch der riesigen Sandsteintürme stand schon vor sechs Jahren auf meinem Programm, aber ich habe damals noch nichts von der Lagune Ñahuimpuquio und den archäologischen Überresten von Arwaturo in der Nähe von Ahuac gehört. Die Ausgrabungsstätte ist das Erbe der kriegerischen Huanca und der Inka. Die auf dem Hügel gebauten rechteckigen Qollqas wurden von der alten Zivilisation zur Lagerung von wichtigen Lebensmitteln verwendet.

Von den Ruinen von Arwaturo aus kann man bei klarem Wetter den Nevado Huaytapallana sehen.

Ich fotografiere die Lagune Ñahuimpuquio auf dem Weg zu den Huanca Ruinen.

Niemand kennt die Geschichte der präkolumbianischen Gebäude von Arwaturo besser als der örtliche Wachmann Sotomayor Orihuela.

Ich habe seit den mächtigen Moränen der Cordillera Blanca nicht mit einem Gletscher zu tun gehabt, deshalb war ich dieses Mal froh, das anzugehen, was ich 2014 aufgrund des massiven Schneefalls zu meinem großen Bedauern verpasst habe. Ich habe die Cordillera Huaytapallana in der peruanischen Zentralkordillere der Anden ins Visier genommen, in der sich die Eisbedeckung des Gletschers in den letzten 30 Jahren infolge der globalen Erwärmung mehr als halbiert hat.

Durch den Klimawandel schrumpft der Gletscher dramatisch schnell.

Obwohl ich eine Gletschertour ohne Reiseagentur plante, änderte ich schnell meinen Plan, als ich den Preis von dreißig Sol gehört habe. Der niedrige Betrag beinhaltete sowohl die vollen Transportkosten als auch die Gebühr des separaten Reiseleiters. Letzterer schien in meinem Fall zweitrangig zu sein, da der Aussichtspunkt im Naturpark nur auf einem einzigen offiziellen Pfad erreicht werden kann.

Ohne Alpacas gibt es in den Anden keine echte Hochgebirgswanderung.

Bei Sonnenschein taucht der 5.557 Meter hohe Gipfel des Nevado Huaytapallana auf.

Ich traf meine Wanderkollegen in einer der Seitenstraßen der Plaza de la Constitución. Meine aktuellen Bergpartner waren alle Einheimische, bis auf vier Venezolaner. Die gutmütigen jungen Leute aus Caracas sind Gelegenheitsarbeiter des peruanischen Wanderzirkus, die in ihrer Freizeit aktiv die einzigartigen Sehenswürdigkeiten ihrer temporären Basis erkunden.

Meine locker gekleideten venezolanischen Begleiter beim Hochgebirgstrekking.

Schnell für die unbefestigte, kurvenreiche und an steilen Abhängen vorbeilaufende Schotterpiste, bretterte der Bus durch die Berge. Bereits im Bus hatte ich das Gefühl, dass eine bunt gemischte Gruppe zusammengekommen war, von der sich bestimmt viele noch nie zuvor getraut haben in einer Hochgebirgsumgebung zu wandern. Ohne eine gute Vorbereitung und ausreichende Akklimatisation wäre die Gletschertour für viele nicht so einfach, dachte ich. Meine Vermutung wurde bestätigt, als ein Teil der Gruppe bereits zu Beginn mit massiven Kopfschmerzen, Übelkeit (und einer Erkältung) zu kämpfen hatte.

Wir begegnen auch Nutztieren auf fast 5.000 Metern.

Innerhalb von Minuten wurde am Startpunkt unser Team halbiert. Die Wanderer ohne mehrtägige Eingewöhnung und mit Symptomen der Höhenkrankheit ließen wir im Gästehaus Abra Huaytapallana zurück, während die restlichen Bergfreunde langsam und steil bergauf zum Grat Yana Ucsha aufstiegen. Am Rande des Gletschers angekommen bot sich uns eine fabelhafte Aussicht. Es war sehr interessant zu beobachten, wie die meisten Peruaner beim Anblick des Schnees anfingen zu weinen. Sie haben wahrscheinlich zum ersten Mal in ihrem Leben einen Gletscher gesehen und Schnee berührt.

Das sind die Peruaner, die zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee berühren wollen.

Jeder macht gerne Fotos vor der steil aufragenden Gletscherwand.

Meine peruanischen Begleiter kehrten auf der gewohnten Route zum Gästehaus zurück, während ich die Wandertour mit meinen Venezolanern und dem Bergführer auf einem anderen Pfad fortsetzte. Während des Hochgebirgstrekkings erlebten wir eine grandiose Bergseenlandschaft und durften den mit weiten Hängen bedeckten Gletscher aus ganz anderen Blickwinkeln betrachten. Vorbei an atemberaubend schönen Lagunen wehte in Sekundenschnelle ein starker Wind und das bisher recht angenehme Wetter wurde schlechter.

Wie lange wird wohl diese Gletscherlagune überleben?

Laguna Cochagrande ist der zauberschönste Bergsee in Huaytapallana.

Es fing an zu regnen und zu schneien, so beeilte ich mich auf den letzten Kilometern und freute mich vor dem stark einsetzenden Schneefall an mein Ziel zu gelangen. Beim Verzehr der vorbestellten warmen Suppe genoß ich es, aus dem Fenster zu schauen und den massiv werdenden Schneefall vom warmen Ort aus zu bewundern…

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