Nach drei Monaten Auszeit und Entspannung in Europa habe ich die Tal- und Höhenwanderungen in Südamerika total vermisst. Im Basislager des durch ein System von Wanderwegen gut erschlossenen Ishincavalleys plante ich eine mehrtätige Abenteuertour ohne Gipfelbesteigung. Ich hatte vor, in der beeindruckenden Kulisse der weißen Bergriesen der Cordillera Blanca, in eine andere Welt einzutauchen. Hier folgt ein ausführlicher Bildbericht:

Von Huaraz aus gelangte ich mit einem lokalen Kleinbus zur 15 km entfernt liegenden Brücke von Paltay, von der ich Collon, den Start des offiziellen Wanderwegs entlang des Flusses Lucma, mit einem Taxi erreichte.

Mein schwerer Rucksack inkl. neuem Zelt, neuer Isomatte und genug Proviant für 3-4 Tage hat fast 10 kg gewogen. Vom offiziellen Startpunkt des Trekkings aus musste ich während den 16 Kilometern der Wanderung 1.200 Höhenmeter bis zum Ishinca-Basislager bewältigen. Beim Verlassen von Collon inspirierten mich herrliche Landschaften und schneebedeckte Berggipfel.

In Huillac hätte ich die Möglichkeit gehabt, Esel für den Gepäcktransport zu mieten, allerdings habe ich diese Option sofort abgelehnt. Was das Wandern im Himalaya für die meisten Bergsteiger ohne zusätzliche Sauerstoffversorgung bedeutet, ist für mich eine Trekkingtour in den Anden ausschließlich ohne Maultier und lokalen Führer.

Herrliche Umgebung, strahlender Sonnenschein und wolkenloser Himmel zu Beginn der Trekkingtour auf 3.300 Metern.

Nach einer langen, berüchtigt-anspruchsvollen Wanderung erreichte ich am Nachmittag den Eingang des Ishinca-Tals. Solange es solch malerische Hügel um mich herum gab, machte mir die Wanderung und das Erkunden der unzugänglich scheinenden schnee- und eisbedeckten Gipfel sehr viel Spass.

Die meisten Bergsteiger schicken ihr Gepäck mit Trägern ins Ishincavalley vor.

Mit einigen Pausen bin ich insgesamt ca. nach sieben Stunden strapaziöser Wanderung im Tal angekommen. Das Ishinca-Basislager liegt etwa 4.400 Meter über dem Meeresspiegel. Es war eine anspruchsvolle Wanderung, bei der ich auf den letzten Kilometern das Gewicht auf meinem Rücken spürte. Ich baute mein neues Zelt auf, ging um das eindrucksvolle Tal herum und bewunderte die faszinierende Aussicht auf die umgebenden, in ihr weißes Kleid gehüllten, Berggipfel.

Das Basislager ist ein beliebter Ausgangspunkt für Bergsteiger. Bei klarem Himmel kann bei Sonnenuntergang eine wunderschöne Landschaft in der Cordillera beobachtet werden.

Ich habe es in der Vergangenheit in der Höhenlage schon oft genug erlebt, so war ich überhaupt nicht überrascht, als über Nacht der Schnee kam. Am Morgen war die Landschaft ganz in weiß gekleidet. Trotz der schrecklichen Kälte und des böigen Windes fand ich es schön, die beeindruckende Traumlandschaft zu bewundern und zu fotografieren.

Mein neues Zelt hat den ersten Test bei starkem Schneefall und beißendem Wind über Nacht, sehr gut bestanden.

Nach einem ausgiebigen Frühstück und heißem Kokatee ging es zur Lagune Ishinca! Um zum auf 4.980 Metern über dem Meeresspiegel liegenden Bergsee zu gelangen, musste ich vom Basislager vorerst rechts über einen steinigen, felsigen Fußweg aufsteigen. In der Höhenlage sind weniger Sauerstoffteilchen pro Volumen in der Luft, so bewegte ich mich mit kleinen Schritten nach vorne.

Nach 10-15 Minuten langem ununterbrochenem Aufstieg kam ich mit kürzeren Pausen dazwischen meinem Ziel näher. Als ich ein riesiges Tal erreichte und dieses hochkletterte, fand ich ein erstaunlich beeindruckendes Panorama vor.

Nach ca. 4 Kilometern technisch schwieriger, stellenweise steiler Wanderung erreichte ich mein aktuelles Ziel, die Süßwasserlagune auf fast 5.000 Metern. Im Hintergrund waren der Nevado Ishinca und der Ranrapalca zu bewundern.

Ein Bergviscacha, welches auch in der felsigen, kargen Landschaft an der Schneegrenze lebt, beobachtet das Gelände ein paar Meter von meinem Campingplatz entfernt.

Nach intensivem Schneefall in der Vornacht genoß ich den aktuellen Sonnenuntergang in einer schönen, sauberen Umgebung und fotografierte die riesigen schneebedeckten Berggipfel um mich herum.

Am dritten Tag stieg ich nach Collon ab. Dieser sympathische Vogel verabschiedete mich vom Ishinca-Tal.

Ich war während des 16 Kilometer langen Abstiegs bei strahlendem Sonnenschein unterwegs. Die massiven Sechstausender rundherum beeindruckten mit ihrer ganzen Schönheit. Es war eine große Freude, die das ganze Jahr über in weiß gehüllten Andenberge zu fotografieren.

Vor der wahrscheinlich am schönsten gelegenen Schule Perus wartete ich auf ein Taxi, welches mich zur Brücke nach Paltay zurückführte. Tatsächlich erschien ein Fahrer nach ca. 20 Minuten, mit dem ich mich schnell auf den Fahrpreis einigen konnte. Es geht jetzt zurück nach Huaraz, um mich nach dem anstrengenden Bergausflug in die Cordillera Blanca zu erholen.

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