Ich besuchte die, hoch über dem Tal des Flusses Utcubamba liegende, befestigte Stadt von Kuélap, die bekannteste Siedlung eines der interessantesten Völker der ehemaligen präkolumbianischen Kultur. Trotz des massiven und mutigen Widerstandes eroberten die Inkas 1475 die heute noch von einer sehr gut erhaltenen Stadtmauer umgebene riesige Anlage. Die spanischen Konquistadoren und ihre Nachkommen fanden jedoch nie das bekannteste Bauwerk der Chachapoya, sodass Kuélap erst in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entdeckt wurde. Aktuelle archäologische Ausgrabungen deuten darauf hin, dass die großen Mauern auch zu Bestattungszwecken dienten. Der Chachapoya-Stamm baute die Knochen seiner Verstorbenen ungewöhnlich in die Kalksteinmauern ein. Sie glaubten, dass die in den Wänden vergrabenen Knochen dem Gebäude magische Kraft zuschreiben…

Nachdem ich im Regenwald von Chachapoyas mehrere gewaltige und rauschende Wasserfälle erlebte, entschied ich mich diesmal für den Besuch der denkbar spektakulären, weitläufigen Steinfestung Kuélap, einer der imposantesten archäologischen Stätten Perus.

Häuser-Ruine mit Aussicht in das Utcubamba-Tal

Nur sehr wenige wissen etwas über die ehemalige präkolumbianische Zivilisation, die ihre Anlagen größtenteils auf steilen Felswänden und in hohen immergrünen Bergnebelwäldern erreichtet hat, was einen natürlichen Schutz vor dem Feind bedeutete.

Einmalige Rundum-Aussicht von der Seilbahn über die peruanischen Anden und das Utcubamba-Tal

Die besonders hellhäutigen, hellhaarigen und im Vergleich zu anderen Zivilisationen in Lateinamerika deutlich größer gewachsene Chachapoyas lebten eingeschlossen in den großen Bergen der Anden. Das, auf einem 3.000 Meter hohen Felssporn errichtete und rings von Steinmauern umgebene Fort Kuélap, wurde etwa 600 n. Chr. errichtet.

Wahrscheinlich wurde die weitläufige Steinfestung Kuélap gebaut, um sie gegen die vordringenden Wari zu schützen

Bis vor einigen Jahren durch ein Mega-Projekt eine moderne Seilbahn erbaut wurde, hat man die frühere präkolumbianische Stadt nur vom Ufer des Flusses Utcubamba aus über einen steilen Berg zu Fuß erreichen können.

Aufgrund der 2017 eröffneten Seilbahn, zieht Kuélap jedes Jahr immer mehr Touristen an, so tauchen auch Geschenkeläden auf

Ich kam in der Siedlung von Nuevo Tingo mit einem Colectivo an, von hier bringt man die Besucher mit Minibussen zur Talstation der Telecabinas Kuélap. Der Blick aus der Gondel, welche in ihren 28 Kabinen um die tausend Passagiere pro Stunde zur Festung bringen kann, ist überwältigend, die umliegenden Gipfel und das gesamte Utcubamba-Tal lassen sich bewundern.

Die Wolkenfestung der Chachapoya ist von einer kolossalen Kalksteinmauer umgeben

Ich hatte nach meinem Besuch vor, von der hoch gelegenen Festung nach Tingo Viejo um den Berg herum zu Fuß abzusteigen, es gab jedoch keine Fahrkarte für nur die Hinfahrt, so musste ich nach einem kleinen Streit auch eine Rückfahrkarte kaufen.

Vollständig rekonstruiertes Wohnhaus mit Strohdach

Von der Südseite der Ruinenstätte kommend erblickte ich sofort die von einer riesigen perfekt erhaltenen Steinmauer umgebene Stadt. Drei schmale Gänge führen ins Innere. Ganz am Ende kann nur noch eine Person gleichzeitig durchgehen, was eine der Sicherheits-Strategien der Chachapoya war.

Einige Wandsteine stellen eine spezielle geometrische Form dar

Ihre kreisförmigen, aus Stein gebauten, massiven Wohnhäuser waren mit einfachen, symbolisch bedeutenden Figuren und mit steinernen Gesichtern verziert.

Hauswand mit rautenförmigen Friesen dekoriert

Uralte steinerne erdbebenfeste Rundbauten

Die Skelette und verschiedene Gegenstände, die bei den durchgeführten Ausgrabungen der Anlage gefunden wurden, lassen vermuten, dass Kuélap auch eine Art Begräbnisstätte war. Dies wird durch die Tatsache weiter gestützt, dass die Chachapoya Zivilisation großen Respekt vor den Verstorbenen hatte, die entweder allein in Sarkophagen oder gemeinsam in Mausoleen bestattet wurden. Diese wurden entweder in natürlichen Höhlen eingerichtet oder in steile Felswände gehauen.

Die Aussenwand ist mit einem merkwürdigen, steinernen Gesicht verziert

Die Architektur der Chachapoya spiegelt einen kühnen und freien Geist wider

Der Besuch der Festung Kuélap zählt zu meinen beeindruckendsten Ruinenerlebnissen und gilt als garantiertes Highlight meiner aktuellen Reise. In den nächsten Tagen werde ich mehr über die Kultur dieser mystischen Zivilisation erfahren, werde ein mitten in eine Felswand gebaute Mausoleo bzw. mehrere rätselhafte Sarkophage erkunden. Karajía und Revash warten auf mich!

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