Die Gebirgskette Cordillera Blanca ist mit ihren unglaublich vielfältigen Natursehenswürdigkeiten und ungezähmter Schönheit die wahre Perle der ganzen Region, der Traum selbst. Die vor vier Jahren im peruanischen Eldorado für Trekking und Wanderungen verbrachte magische Zeit hat seitdem all die wilden Schönheiten der Höhenwanderungen für mich bedeutet, ich wollte irgendwann mal wieder zurückkehren und diese einzigartige Faszination nochmals erleben. In den folgenden Tagen und Wochen werde ich im Rahmen von bunten, exotischen und abenteuerlichen Ausflügen die schönsten und ganz besonderen Pfade der “Weissen Bergkette” kennenlernen. Am ersten Tag meiner Akklimatisierungstour begab ich mich zu den beiden türkis-blau schimmernden Gebirgsseen Churup und Churupita, die für mein ganzes Leben lang unvergessliche Erlebnisse hinterlassen haben.

Nachdem ich meine diesjährigen geplanten Hochtouren um Cusco erfolgreich abgeschlossen habe, bin ich nach Lima gereist, um dort meine lokalen Freunde aus der Musikszene zu treffen. Musiker, mit denen ich vor einigen Jahren während meines Jobs als Musikproduzent jahrelang zusammen gearbeitet habe. Es fühlte sich gut an, mich ein bisschen von den Bergen zu erholen, in der Großstadt meine Batterien aufzuladen. Vor allem so, dass ich die Band meiner Bekannten auf einem zweitätigen lokalen Festival live beobachten durfte. Es war natürlich eine ganz besondere Erfahrung!

Mein peruanischer Favorit, die “Weiße Bergkette” der Anden

Am letzten Tag ist auch die Ungarin Dóra eingetroffen, die ebenfalls im Rahmen eines Blogs über Südamerika berichtet. Bis zu unserem persönlichen Treffen in Lima kannte ich Dóra nur aus dem Internet. Seitdem sie von ihren Abenteuern auf ihrem Blog erzählt, standen wir in ständiger Korrespondenz. Wir haben uns sowohl über Südamerika, als auch über das Leben im Allgemeinen unterhalten und uns auf Anhieb gut verstanden. Und das nicht nur wegen der gemeinsamen Muttersprache.

Der spektakuläre Bergsee Churup aus einer weniger bekannten Perspektive

Nach den beeindruckenden Konzerten blieb Dóra für einen weiteren Tag bei meinen Bekannten in Lima, ich entschied mich für eine Weiterreise zum Outdoor-Mekka von Südamerika, nach Huaraz, wo ich 2014 in landschaftlich beeindruckender und magischer Umgebung der peruanischen Anden schon einmal wandern gewesen war.

Gut ausgebaute, anspruchsvolle Panoramastraße

Um die Wahrheit zu sagen, bedeuteten die damaligen Abenteuer zu den beiden Bergseen Wilcacocha und Laguna 69 meine ersten unglaublichen Erlebnisse auf der Höhenlage über 3.000 Meter. In den letzten vier Jahren sammelte ich in Südamerika mehrere Erfahrungen über fünftausend und sechstausend Meter, daher wollte ich mich diesmal anstatt aufs Gipfelstürmen ganz speziell auf spannende und abwechslungsreiche alpine Wanderungen fokussieren. Um mein Ziel zu erreichen, wählte ich den schönsten und interessantesten Ort aus. Die westliche Cordillera ist nämlich mit ihren gewaltigen Gletschern und Eisfeldern als der Traum eines jeden Abenteurers bekannt.

Traumhafte Landschaft, auf geht’s zur Lagune Churupita!

Der oft als die “Hauptstadt” der Cordillera Blanca genannte, zwischen zwei imposanten Bergrücken in einem Tal liegende Huaraz und seine Umgebung ist eine der am meisten besuchten und romantischsten Regionen von Peru. Doch die nördlich von Lima, in der Region Ancash verborgene Stadt hat eine sehr tragische Vergangenheit. Die schlimmste Naturkatastrophe in der Geschichte Perus und das größte und verheerendste Erdbeben in der Neuen Welt ereignete sich in Huaraz.

Die Jesusstatue und der alte Friedhof im „Campo Santo“ des alten Yungay als Teil der Gedenkstätte

Der Ort wurde am 31. März 1970 durch einen Erdrutsch fast völlig zerstört, ein weiterer begrub die Stadt Yungay komplett unter sich. Das Beben forderte rund 80.000 Todesopfer, viele davon durch sekundäre Folgen wie Lawinen, Erdrutsche und Schlammlawinen. Wegen der großen Mengen an Schnee und Eis gilt es auch als die tödlichste Lawine der Welt.

Ein ganz spezieller Aussichtspunkt auf 4.500 Metern

Anstatt Bergsteigen und Klettern habe ich Bergtouren und Expeditionen mit Zelten in der Höhenlage vorbereitet. Dazu ist eine perfekte Akklimatisierung unerlässlich, ansonsten ist das Höhenabenteuer eher ein bitterer Kampf als ein verdientes und unvergessliches Erlebnis. Die Tage die ich in der Hauptstadt Lima auf rund 160 Metern über dem Meeresspiegel verbrachte, bedeuteten, dass von meiner vorherigen Akklimatisierung in Cusco nicht viel übrig geblieben war. Aus Vorsicht und durch sorgfältige Planung wollte ich meinen Körper auf mehrere Tagestouren sowie auf die Dauerbelastung und auf die zu erwartenden Schwierigkeiten des mit der Höhe sinkenden Sauerstoffgehalts der Luft aufbauen.

Unberührte und natürliche Naturlandschaft

Im Rahmen einer individuellen Tour habe ich zuerst die Lagune Churup in der Nähe von Huaraz in Angriff genommen. Von Jahr zu Jahr habe ich die Gewohnheit, zu ausgiebigen Wanderungen rechtzeitig aufzubrechen. So erreichte ich schon am frühen Morgen die Kreuzung, von wo mich ein Colectivo nach Pitec, zum Ausgangspunkt der aktuellen Tour, gebracht hat. Im Kleinbus war ich nicht die einzige Person, zwei andere Touristen haben auch für den selben Tag das Erkunden der Lagune Churup geplant. Bei strahlendem Sonnenschein bildeten wir schnell ein Team. So brachen wir dann gemeinsam als Gruppe zur sehr sauberen, türkis leuchtenden Lagune auf.

Was für ein unglaublich wunderbarer Ort!

Mit den zwei sympathischen Franzosen waren wir in einem vergleichbar ähnlichen Tempo auf dem sehr gut ausgebauten und markierten Wanderweg unterwegs. Mehrere gut ausgebaute Rastplätze bewiesen, dass die Lagune Churup zu einer der bekanntesten Akklimatisationstouren und zu den absoluten Klassikern der Gegend zählt. Trotz seines guten Rufs und der hohen Bekanntheit trafen wir während der gesamten Höhenwanderung nur zwei israelische Paare, so dass wir die erstaunliche Schönheit der Bergkette und die Magie der Natur mit ihrer ganzen Seligkeit und Vielfalt ganz alleine in Ruhe geniessen durften.

Drahtseilsicherung zur Unterstützung auf der steilen Felswand

Dem Gebirgssee Churup näherten wir uns nicht vom Aussichtspunkt aus, der ein atemberaubendes Panorama bietet, sondern haben eine andere Route gewählt und beschlossen, die einzigartige Erfahrung und den Panoramablick des Miradors für den Rückweg zu behalten. Unsere gewählte Route hat uns mit einer gut ausgebauten Seilsicherung durch eine neun Meter hohe Felswand zum Schmelzwasser der Gletscher geführt. Auf 4.450 Metern über dem Meeresspiegel strahlte die malerische Lagune, sie verzauberte und machte uns alle glücklich. Darüber hinaus glitzerte der Gletscher Nevada Churup mit seinen 5.400 Metern deutlich vor uns. Was für ein epischer Anblick!

Der Gletscher Nevada Churup taucht auf

Die unvergleichliche Erfahrung wurde durch einen weiteren winzigen Gletscher, durch die Laguna Churupita, die kleine Schwester der Lagune Churup, verstärkt. Kristallklare Luft schnuppernd machten wir uns auf den Weg in eine völlig andere Welt. Fast eine Stunde auf einem aufregenden, mit leuchtend grünem Moos und andinen Sträuchern versehenen waldigen und dann steinigen Pfad wandernd erreichten wir die neue Attraktion, den wegen seiner Isolation, vielleicht noch spektakuläreren Gebirgssee.

Der Gebirgssee Churupita

Es ist keine Frage, dass uns die beiden schönen Gletscherseen selbst mit einer wundervollen Erfahrung beschenkt haben. Wegen den zwei Gebirgseen hat es sich schon gelohnt, in die Cordillera Blanca zurückzukehren. Ich bekomme jetzt schon Gänsehaut, wenn ich daran denke, wie viele einzigartige, unzählig schöne Wandererlebnisse in der Umgebung noch auf mich warten. Das Angebot an Naturschätzen ist unendlich, so dass mein Abenteuer in der Eis- und Gletscherwelt der Anden morgen mit einer weiteren Höhenwanderung weitergeht.

Wenn Dir meine Abenteuer gefallen und Du auch gerne mal so eine Reise erleben würdest, dann schau mal hier vorbei.

Wenn Dir dieser Eintrag gefallen hat und du neugierig auf weitere Fotos und Informationen geworden bist, besuche einfach meine Facebook-Seite.