Ich habe mein Abenteuer im von Touristen weniger besuchten Nordperu fortgesetzt und besuchte das am Westhang der Anden liegende Moyobamba, die älteste Stadt der peruanischen Amazonasregion. Obwohl ich mich am verlängerten Wochenende zu Ostern in Moyobamba aufgehalten habe, gab es zu dieser Zeit kaum Touristen in der „Orchideenstadt“. So habe ich es zu meiner großen Enttäuschung leider nicht ins lang erwartete einmalige Naturreservat von Tingana geschafft. Anstelle eines weiteren Dschungelabenteuers im Naturschutzgebiet trösteten mich malerische Wasserfälle und der Besuch eines exotischen Orchideen-Gartens.

Nachdem ich im Pacaya Samiria Nationalpark viele Erinnerungen für das ganze Leben gesammelt hatte, bereitete ich mich auf ein neues Naturschutzgebiet unweit von Moyobamba, einer Stadt mit frühlingshaftem subtropischen Klima, vor. Ich wollte das unvergleichbare Erlebnis mit der Harmonie der Natur im Ökotouristischen Naturreservat von Tingana nochmals erleben.

Außergewöhnliche Vegetation im halbimmergrünen Regenwald

Der Besuch des Naturschutzgebietes mit einer grossen Diversität in der Tier- und Pflanzenwelt gelangte schon vor Monaten auf meine Bucket List, eine Reisetraumwunschliste, die ich vor jeder neuen Weltreise immer wieder aktualisiere und neu schreibe.

Orchideen-Vielfalt in der subtropischen Region Moyobambas

Das Biosphärenreservat ist ähnlich wie Pacaya Samiria ausschliesslich nur per Boot erreichbar, nämlich vom Flusshafen am breiten Rio Mayo aus über den Nebenarm, den Fluss Avisado. Hier, im Feuchtgebiet des Regenwaldes, plante ich ein neues Dschungelabenteuer mit Übernachtung und einer Nachterkundungstour.

Der Paccha Wasserfall liegt 30 km von Moyobamba entfernt

Das Ökosystem von Tingana unterscheidet sich teilweise von dem, was ich zuvor gesehen hatte. Daher freute ich mich natürlich tierisch darauf, den mitten im Urwald liegenden Nationalpark zu besuchen und die unzähligen seltenen und besonderen Tier- und Vogelarten zu bestaunen und kennenzulernen.

Das Biosphärenreservat kann nicht auf eigene Faust erreicht und erkundet werden, denn zum Hinkommen ist die Unterstützung der im Naturschutzgebiet lebenden sieben einheimischen Familien notwendig, da die Ranger selbst die Ankunft einer geführten Touristengruppe mit dem Motorboot organisieren.

Pflanzen von besonderer Schönheit

Da ich alleine unterwegs war und in Moyobamba in drei Tagen keine anderen Gringos gesehen habe, fürchtete ich schon, dass es nicht einfach sein wird, andere Naturliebhaber mit dem gleichen Plan zu finden oder einer Gruppe beizutreten.

In der Region sind über 3.500 verschiedene Orchideen-Arten heimisch

Ich habe versucht, meine aktuelle Reise gut zu planen, und bin daher noch vor dem langen Wochenende und dem Osterfest in der Hauptstadt der Region San Martin angekommen. Ich habe damit gerechnet, dass es wegen den Feiertagen genug peruanische Touristen geben wird, mit denen ich zusammen zum seit langem sehr begehrten Biosphärenreservat gelangen kann.

Doch mein Besuch bei lokalen Reisebüros und Reiseveranstaltern war umsonst. Vergeblich kontaktierte ich direkt eine der sehr hilfsbereiten und sympathischen Familien im Naturschutzgebiet, aber es gab zu meiner großen Enttäuschung leider keinen anderen Interessierten. So musste ich meinen aktuellen Plan loslassen und mich nach anderen Aktitiväten umschauen.

Idyllischer Wasserfall in den Hügeln der Ortschaft Ahuarpía

Glücklicherweise sind die Außenbezirke von Moyobamba mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und vielen verborgenen Schätzen gefüllt. Es gibt in San Mateo ein Thermalbad mit mehreren heißen Quellen in einer schönen, ruhigen und natürlichen Umgebung, es gibt den üppigen Regenwald in spektakuären Farben, es gibt blühende Orchideen, die mit außergewöhnlichen Formen und Farben den Dschungel aufpeppen und viele schöne Wasserfälle.

Üppige tropische Vegetation in Richtung Paccha

Traurig und etwas enttäuscht erkundete ich als erstes die pittoresken Wasserfälle der Umgebung und wurde nicht enttäuscht. Ich bestaunte zwei Wasserfälle in unmittelbarer Nähe. Zuerst den Paccha, dann den Wasserfall Cataratas de Lahuarpia. Ich bin mit einem sehr alten Colectivo von Moyobamba nach Jepelacio gekommen, von dort ging es mit einem weiteren Minibus durch Pacaypite nach San Miguel weiter.

Cataratas de Paccha, der sehenswerteste mehrstufige Wasserfall der Umgebung

Ca. 1,5 km ausserhalb von San Miguel befindet sich der dreistufige Wasserfall Paccha. Ich genoss den angenehmen Spaziergang, der ähnlich wie in Tarapoto durch einen farbenprächtigen Blumengarten führte. Der Wasserfall ergießt sich über drei Stufen, die jeweils in einem natürlichen Pool enden. Der Trampfelpfad führte mich zu einem Ort mit großartigem Stillleben und vielen Fotothemen. Die traumhaften Palmen, die in prächtigen Farben strahlenden dicht bewachsenen Bäume, Lilien mit wunderschönen großen Blüten bzw. Schmetterlinge, die sanft durch die Luft flatterten, haben mich fasziniert.

Zurück in Pacaypite überquerte ich eine Brücke und entlang des rechten Flussufers ging es in Richtung des Lahuarpia Wasserfalls weiter. Nach einem halbstündigen Spaziergang durch die Hügel erreichte ich den Eingang zum spektakulären Wasserfall.

Der Lahuarpia Wasserfall wird durch die Wasserquelle der Bergschlucht von Plantanoyacu gespeist

Der Blick auf den Regenwald überwältigte mich wieder, es war faszinierend. Ich erlebte die grüne frische Natur, lauschte den Regenwald-Geräuschen und begutachtete natürlich auch den Wasserfall mit einer Fallhöhe von etwa 12 m, welcher mich total begeisterte, zumal ich der einzige Besucher dort war.

Moyobamba ist die Stadt der Orchideen

Als ich in die Hauptstadt der Region zurückkehrte, schaute ich mich nach weiteren Attraktionen um. In der unmittelbaren Nähe des Rio Mayo befindet sich der Agro Oriente Viveros, der eher einem Blumenladen als einem Orchideenpark ähnelt. Es hat mir dennoch sehr viel Spaß gemacht, mich umfassend im Laden umzuschauen. Ich durfte zwischen einer Vielzahl an tropischen Pflanzen spazieren gehen. Moyobamba wurde wegen seinem außergewöhnlichen Regenwald mit hoher Luftfeuchtigkeit und seiner üppigen Vegetation, der mehr als 3.500 verschiedene Orchideenarten in den Aussenbezirken beheimatet, zur “Orchideenstadt” ernannt.

Im botanischen Garten von Agro Oriente Viveros sind fast 300 Orchideenarten zu bestaunen

Am nächsten Tag hatte ich vor, den 1.400 Meter hohen Gipfel des Morro de Calzada in der Nähe von Moyobamba zu besteigen. Ich gelangte mit einem Sammeltaxi zum Ausgangspunkt der Wanderung in Calzada, doch das Wetter ließ mich an dem Tag in Stich. Da in der Regenzeit die Heftigkeit der Regenfälle zunimmt und am Morgen der kräftige und andauernde Regen nicht aufhören wollte, änderte ich schnell meinen Plan. Ich kehrte in mein Hotel in Moyobamba zurück, sammelte meinen Rucksack zusammen und sprang in den nächsten Kleinbus in Richtung Chachapoyas.

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