Ich freute mich tierisch darauf, die authentischen, von Touristen eher weniger bekannten Gebiete von Nord-Peru zu erkunden. Zuerst besuchte ich Tarapotos Naturparadies und die tropischen Regenwälder. Ich habe auf eigene Faust eine aufregende zweistündige Wanderung mit diversen Flussdurchquerungen mitgemacht, um zu den Cataratas de Huacamaillo zu gelangen. Ich lernte die tropischen Regenwälder kennen, wo wunderschöne Schmetterlinge mit oft schillernden Farben in allen Facetten des Regenbogens und herrlichen Mustern leben. Meine aktuellen Abenteuer im Umkreis von Tarapoto sind in Lamas zum Abschluss gekommen, wo ich mitten im Dschungel auf ein irgendwie komplett fehlplatziert wirkendes Schloss traf, welches von einem italienischen Unternehmer als Nachbildung einer mittelalterlichen Burg erbaut wurde…

Nachdem ich meine Hochgebirgswanderungen mit der Lagune Parón, einem wunderschönen und erfrischenden Gebirgssee mit atemberaubendem Panorama, in der spektakulärsten Bergkette Perus, den Weißen und Schwarzen Kordilleren, abgeschlossen habe, bin ich nach Lima gereist, um meine einheimischen Freunde zu treffen und meine dreiwöchige Reise nach Nordperu zu planen.

Reiche und vielfältige Flora im Regenwald

Die Entspannung und Sozialisierung in Lima hat mir gut getan, auch weil ich ein Problem mit meinem Notebook hatte, das ich unbedingt baldmöglichst lösen musste. Ich ließ daher den Computer bei meinem Kumpel Marcos zurück und hoffte darauf, dass er einen zertifizierten Apple-Händler für Service- und Reparaturleistungen in der peruanischen Hauptstadt findet.

Parkplatz für Motorräder in jeder zweiten Straße

Ich begann, die weniger touristischen Hotspots im Norden Perus mit den Sehenswürdigkeiten und Attraktionen von Tarapoto (auch bekannt als die “Stadt der Palmen”) zu erkunden. Zum „Eingang“ zur Amazonas-Region, gelegen auf einem Dschungelplateau, bin ich mit Viva Air geflogen, einer kolumbianischen Fluggesellschaft. Über letztere sollte man wissen, dass die Luftfahrtgesellschaft vor zehn Jahren mit dem Ziel gegründet wurde, eine entscheidende und zentrale Rolle im Flugverkehr des Mutterlandes zu tragen.

Haus mit Schilfdach in der Nähe des imposanten Wasserfalls Huacamaillo

Aufgrund ihrer neuen Geschäftsstruktur in Südamerika müssen die Bordkarten bereits deutlich vor dem Reiseantritt selbst ausgedruckt werden. Andernfalls kann dies mit Strafen geahndet werden. Als ich 2016 von Bogota auf die traumhafte Karibikinsel San Andrés flog, habe ich den klein geschriebenen Text in der Bestätigungsnachricht meiner Reservierung nicht gelesen. Daher musste ich eine Geldstrafe von 16 USD zahlen.

Heuschrecke im Regenwald

Diesmal war ich viel besser vorbereitet und habe das Gewicht, Größe und Anzahl der Gepäckstücke, die kostenlos aufgegeben werden können, überprüft. Da sowohl Sommerkleider als auch Bergschuhe und Kleidung für Hochgebirgswanderungen in meinem Rucksack zu finden waren, habe ich bestimmt einen merkwürdigen Blick geerntet, als ich, um das Gewicht des Aufgabegepäcks zu reduzieren, in voller Andenausrüstung in Tarapotos feucht-warmer, tropischer Stadt ankam.

Die Cataratas de Huacamaillo inmitten des undurchdringbaren Dschungels

Apropos, Touren und Wasserfälle. Tarapoto, die größte Stadt der Provinz San Martin, und seine Umgebung sind ein wahres Naturjuwel. Es können mehr als 30 (!) Wasserfälle in der Umgebung besucht und besichtigt werden. Ich habe versucht, weniger beliebte Wasserfälle auszusuchen, zu denen ich selbst, ohne eine recht teure organisierte Gruppentour gelangen konnte. Weiterhin habe ich es für wichtig gehalten, dass auch „ursprüngliches Dschungelfeeling“ Teil meines Ausflugs sein sollte. Die Wahrheit ist, ich ziehe Wasserfälle vor, die schwieriger zu erreichen sind und denen sich man nicht so leicht annähern kann. Huacamaillo war in jeder Hinsicht ein Genuss und hat sogar viel mehr geboten als vorher von mir erwartet…

Mototaxi nach San Roque de Cumbaza

Anstelle einer teuren Taxifahrt mit dem Auto näherte ich mich mit einem dreirädrigem Mototaxi (umgebautes Motorrad mit einer Sitzbank hinten) San Antonio de Cumbaza, dem Ausgangsort für den spannenden Trek zum weiter abgelegenen Wasserfall. Vom lokalen Markt ausgehend, dauerte es weniger als dreißig Minuten, bis sich unser Mototaxi mit den drei Passagieren füllte, und so war ich morgens um 10 Uhr auf dem Weg nach Huacamaillo, ein Ort, der mich mit viel Action und nicht alltäglichem Abenteuer erwartete.

Gut ausgebauter Pfad mit Treppe zum Wasserfall von Huacamaillo

Nach etwa 30 Minuten zahlte ich die Eintrittsgebühr von 10 Sol und gelangte nach einer weiteren Viertelstunde an der rechten Seite des Flusses Cumbaza zu dem Teil, wo der Fußweg sein Ende findet. In wenigen Augenblicken wurde mir klar, dass ich den Fluss überqueren müsste, und der Trampelpfad auf der anderen Seite von Cumbaza weiterginge.

Ohne Brücke muss man durch den Fluss waten

Ohne eine verschließbare Aufbewahrungstasche wurden meine Kamera und das Handy in ein T-Shirt gewickelt und so watete ich durch den Fluss in einem aufgrund der aktuellen Regenzeit bis zur Hüfte gestiegenen Wasser. Diese aufregende Attraktion wiederholte ich noch zweimal, bis ich den Wasserfall erreichte. Meinen Rucksack balancierte ich mit den Händen über den Kopf. Ich durfte auf keinen Fall stolpern, sonst hätten mein Rucksack und die Wertsachen daran gelitten.

Südamerikanische Rohrdommel

Im Regenwald wimmelte es vor Leben, man hörte überall deutliche Geräusche. Am Ufer des Flusses sah ich Südamerikanische Rohrdommel, eine Art der Reiher, während tropische Schmetterlinge in allen Regenbogenfarben inmitten exotischer Pflanzen und prächtiger, riesenhafter Blüten und Blütenkelche schwebten und flatterten. Einige Schmetterlinge sahen größer aus als kleinere Vögel. Diese bunten Schmetterlinge sitzen selten still, aber der Anblick wie sie geruhsam über Wiesen dahintanzen machte meine Regenwaldtour zu einem außergewöhnlich schönen Erlebnis.

Sich in allen Farben und Größen tummelnde tropische Schmetterlingsarten

Auf eine ähnlich abwechslungsreiche, den Regenwald bevölkernde, Reihe von Schmetterlingen traf ich auch am nächsten Tag, als ich den Wasserfall Chapawanki besichtigte. Wer hätte gedacht, dass Peru um die 4.000 verschiedene Schmetterlingsarten beherbergt. Dies sind etwa zwanzig Prozent aller Arten auf der Erde.

Der tropische Garten des Wasserfalls von Chapawanki

Von Lamas, eine kurze Busfahrt von Tarapoto, folgte ich entlang der Hauptstraße zu einer Kreuzung, die mich auf einer Schotterpiste zum Eingang des Parkes von Chapawanki führte. Der fast 600 Meter lange Weg vom Eingang zum Wasserfall war wilder, aufregender und spektakulärer als der 16 m hohe Wasserfall und sein kleiner Pool. Der Pfad führte durch einen schönen Tropengarten, umgeben von dichter, tropisch feuchter Vegetation. Ich war fasziniert vom Geruch und den Geräuschen des Amazonischen Dschungels.

Üppige tropische Vegetation

Den Rest des Nachmittags verbrachte ich im kuriosen Städtchen von Lamas, wo eine Nachbildung eines alten Schlosses im europäischen Stil die Kleinstadt so besonders macht. Der nach mittelalterlichen Mustern entworfene Palast wurde von dem italienischen Geschäftsmann und Restaurantbesizer Nicola Felice erträumt und nach einem Erdbeben im Jahr 2006 erbaut. Die Familie von Nicola Felice organisiert jedes Jahr Kunstausstellungen in der Burg, die seit der Fertigstellung viele peruanische Touristen anzieht.

Nachbildung eines alten Schlosses im europäischen Stil

Das Schloss macht schon einen recht kitschigen Eindruck, so habe ich es lieber nicht von innen besichtigt. Eher kehrte ich nach Tarapoto zurück, um am nächsten Tag in den 130 km entfernt liegenden Yurimaguas zu fahren. Im Rahmen einer mehrtägigen Regenwaldtour im Amazonasbecken werde ich die fabelhafte Schönheit des peruanischen Dschungels und seine einzigartige Tierwelt kennenlernen.

Wenn Dir meine Abenteuer gefallen und Du auch gerne mal so eine Reise erleben würdest, dann schau mal hier vorbei.

Wenn Dir dieser Eintrag gefallen hat und du neugierig auf weitere Fotos und Informationen geworden bist, besuche einfach meine Facebook-Seite.