Nachdem ich Cusco und das wunderschöne Heilige Tal der Inkas ausführlich erkundet habe, machte ich mich auf den Weg nach Bolivien, um mir auf der Halbstrecke wieder mal den Titicaca-See und die von Menschenhand künstlich zusammengesetzten schwimmenden Uros-Inseln anzuschauen. Es folgte darauf der Besuch lokaler Freunde auf Isla Taquile, malerisch mitten im tiefblauen Wasser des Titicaca-Sees gelegen. Hier folgt ein ausführlicher Bildbericht:

 

Die Uros-Inseln befinden sich ungefähr sieben Kilometer vom Hafen Punos entfernt, so dauerte es bei gemächlichem Tempo durch die Schilflandschaft des Titicaca-See weniger als eine Stunde, bis unser Motorboot an den schwebenden Inseln anhielt. Nachdem unsere Gruppe die Insel Balseros Chimu betreten hat, hat schon das bis ins Detail gut geplante und professionell umgesetzte Theaterstück „Touristen auf den Uros-Inseln“, geleitet vom Stammeshäuptling der aus starken Bündeln von Totora-Binsen bestehenden Einzelinsel, angefangen. Es war wirklich eine richtig geplante und umgesetzte Vorstellung, da die Ureinwohner tagtäglich ausschließlich nur wegen den vielen Besuchern auf die schwimmenden Inseln pendeln.

Die handgefertigten Kunsthandwerkartikel aus Totora-Binsen sind zweifellos gut verarbeitet, aber auch völlig überteuert.

Ein wesentlicher Bestandteil der einstündigen Inseldarstellung ist die ungefähr zehnminutige Fahrt mit einem traditionell zusammengeschnürten, phantasievollen Schilfboot auf dem Titicaca-See, welches für zusätzliches Geld ausprobiert werden darf.

Ein Modell mit kleinen Figuren und Minibooten zeigt, wie der Uros-Stamm (nicht) in der Bucht von Puno lebt.

Eine, aus kreuzförmig aufeinander gelegten getrockneten Schilf-Schichten bestehende, Einzelinsel auf rund 4.000 Metern Seehöhe inmitten des Titicaca-Sees.

Die goldgeld leuchtenden Schilfhütten sind nicht an den Inseln befestigt.

Nach einer kurzen Darstellung der Geschichte des Uros-Stammes ging es zu meiner großen Enttäuschung sofort darum, beim Verkaufsstand gewebte bunte Decken, Tücher und Wandbehänge zu erwerben

Die Aymara-Frauen in Tracht werden tagtäglich mit dem Stammeshäuptling aus Puno für ein paar Stunden auf die Schilfinsel gebracht und sind damit fester Bestandteil der gut geplanten und perfekt umgesetzten Vorstellung…

Nach einer Stunde Insel- und Produktdarstellung verlassen wir die schwimmende Schilfinsel, es geht mit unserem sympathischen Bootsführer auf Isla Taquile. Taquile ist eine authentische Insel mit ruhiger Lebensart der Menschen, wo jede Person stolz ein traditionelles Kleid und eine lange, pompöse Bommelmütze trägt.

Auch bei der steilen und felsigen Küste der Insel Taquile ist das Wasser des Titicaca-Sees wunderschön klar und tiefblau.

Ein glücklicher Taquileño in Tracht, der bis heute alte Bräuche und Traditionen der Insel bewahrt.

Auf dem zentralen Marktplatz befindet sich die imposante, alte Steinkirche der Insel.

Ein Lebensbild aus meinen Tagen auf der kleinen Insel Taquile im westlichen Teil des Titicaca-Sees.

Das schön bearbeitete, wunderschön verzierte Tor und die Steinbank zeugen von der seriösen Expertise und den Fähigkeiten der Taquileños. (=die Inselbewohner)

Ich besuchte nicht das erste Mal die Insel, so habe ich, wie bis jetzt immer, bei der Familie meines lokalen Bekannten Mario übernachtet. Da Mario kein Internet und Telefon verwendet, habe ich ihn einfach überrascht… Umso größer war seine Freude, als er mich erkannte. Als hin und wieder wiederkehrender Gast schenkten mir Mario und seine nette, sympathische Frau eine schön bearbeitete, gestrickte Seitentasche vor meiner Abreise.

Anspruchsvoller Mosaikweg zum Nordstrand.

Atemberaubende Vogelwelt am Nordufer von Taquile.

Während eines längeren Besuchs auf der Insel verbringt man viel Zeit bei den einheimischen Quechua-Familien und hat daher einen guten Einblick in das sehr einfache Leben der Inselbewohner. Die lokalen Familien servieren zu jedem Gericht einen leckeren Tee mit frischen Blättern des Muña-Krauts. Muña hat zahlreiche gesunde Eigenschaften und duftet leicht nach Minze. Das Kraut bzw. der mit heißem Wasser aufgebrühte Tee hilft gegen die Höhenkrankheit, ebenso wie der Tee aus Coca-Blättern.

Zur Zeit meines Besuchs auf Taquile empfingen die Bewohner der Isla Gäste von der Nachbarinsel Amantaní. Einmal im Jahr kommen die Bewohner von Amantaní auf offiziellen Besuch, so mussten gleich schon in der Früh auch die jungen Taquileños in schwarze Hosen, glitzernd-weißen Hemden und schwarze Westen schlüpfen.

Im Vergleich mit Europäern sind die Einheimischen aus Peru etwas kleiner gewachsen als wir, daher musste ich beim Überqueren der Steintore der verschiedenen Inselsektoren oft den Kopf einziehen.

Isla Taquile: einfache, rissige Lehmhäuser und unendlich ruhige Landschaft.

Alltägliche Textilkunst im Innenhof der Inselbewohner: Die Frauen produzieren Decken, Tücher und Wandbehänge mit einem hölzernen Pedal-Webstuhl.

Der hintere Hafen von Taquile, von dem aus die Motorboote nach Puno jeden Nachmittag zurückkehren. Mit traurigem Herzen verabschiedete ich mich von meinen Quechua-Freunden, es warten aber neue Abenteuer in der mythischen Urheimat der Inka in Bolivien und auf der Mondinsel auf mich!

Wenn Dir meine Abenteuer gefallen und Du auch gerne mal so eine Reise erleben würdest, dann schau mal hier vorbei.

Wenn Dir dieser Eintrag gefallen hat und du neugierig auf weitere Fotos und Informationen geworden bist, besuche einfach meine Facebook-Seite.