Von der Amazonas-Hauptstadt Manaus aus besuchte ich Presidente Figueiredo, mit mehr als 100 (!) wunderschönen Wasserstürzen, berühmt als “Land der Wasserfälle”. Im unmittelbaren Umkreis der im Jahr 1981 gegründeten Kreisstadt bewunderte ich in zwei Tagen fünf verschiedene Wasserspektakel. Keine Frage, wenn ich das nächste Mal zum Ort mit einer der größten Wasserfall-Konzentrationen Brasiliens zurückkehre, werde ich weitere Wasserfälle auf den unberührten und aufregenden Wanderwegen erkunden.

Das 130 km nördlich von Manaus gelegene Presidente Figueiredo ist eines der wichtigsten Ziele des Öko- und Abenteuertourismus in der Region. In der Nähe des Unterlaufs des Rio Negro ist die Kleinstadt von atemberaubender natürlicher Schönheit, die nur wenige Touristen kennen, als “Land der Wasserfälle” bekannt geworden. Zahlreiche Höhlen und Grotten im Amazonas-Regenwald, Schwimmteiche, Naturpools und Wasserfälle können in unmittelbarer Nähe in natürlicher Umgebung besichtigt werden.

Ohne einen Mietwagen besuchte ich während meines Aufenthalts hauptsächlich Wasserfälle, die sich unweit der Stadt befinden. Einer davon ist die Reserva Cachoeira das Orquídeas, die nur wenige Kilometer vom Zentrum entfernt liegt. Ich kam bei Regenwetter am Eingang an, von wo aus der wunderschön gestaltete und gepflegte Pfad in ca. 20 Minuten zum Wasserfall führte.

Bei Cachoeira das Orquídeas hat mich nicht der Wasserfall selbst inspiriert, sondern die praktisch unberührte Natur im tropischen Regenwald, durch die ich die Kaskade erreichte.

Es war Freitag Nachmittag, so traf ich beim Naturpool auf mehrere einheimische Familien, die mit ihren großen Kühltaschen zum Wasserfall gelangten, um zu picknicken. Diese Familien zieht es weniger zum Wandern als zum Picknicken zum Wasser. Bei dröhnender Musik konsumierten sie ihr Essen und schlürften ihr Bier.

Obwohl der Himmel an beiden Tagen stark bewölkt war, fiel die Lufttemperatur nicht unter 30 Grad. Dies wurde mit einer Luftfeuchtigkeit von über 90% kombiniert. Ich habe mich im Laufe der Jahre auch an letzteres gewöhnt, so dass mich die feuchte, dichte Luft nicht irritierte. Nichtsdestotrotz genoss ich es am Ende des Tages, in den Fluss Urubu, einem Zufluss des Amazonas, einzutauchen.

Die Einheimischen liebten auch den Urubu-Fluss, der während der Regenzeit aufgrund starker Regenfälle überflutet war. Die Badenden störten die starken Schwellen überhaupt nicht. Viele von ihnen genossen sogar, dass das Wasser einige von ihnen auf einer Naturrutschbahn wegfegte.

Die Cachoeira das Orquídeas fand ich als eine gute Vorbereitung für meine nächste Wasserfallwanderung am Folgetag, als ich die weiter von der Stadt entfernten Wasserfälle aufsuchte. Die Cachoeira da Onça befindet sich in einem privaten Anwesen, das durch und über mehrere kleine Flüsse führt.

Der Wasserfall beeindruckte mich nicht durch seine Größe, sondern durch seine Schönheit und Unberührbarkeit. Die Cachoeira da Onça wurde aufgrund ihrer unberührten natürlichen Umgebung, der Vielzahl von Vögeln und des Geländes mit Fußgängerhängebrücken schnell zu meinem Favoriten.

Viele Einheimische schwören auf den Cachoeira Iracema als den schönsten und atemberaubendsten Wasserfall der Region. Nach Onça wollte ich auch diese Kaskade mit einer Fallhöhe von 16 Metern bewundern. Ich wusste, wenn ich nicht entweder auf der amazonischen Hauptstraße einen lokalen Bus erwische oder per Anhalter weiterkomme, muss ich die BR-174 ziemlich lange laufen. Leider gelang es mir nicht, jemanden zu stoppen, so musste ich fast zehn Kilometer auf der asphaltierten Straße marschieren. Im tropischen Regen wurde ich in diesen zwei Stunden mindestens zweimal komplett naß.

In unmittelbarer Nähe von Iracema gibt es nicht nur drei verschiedene Wasserfallsysteme, sondern auch (tiefe) Höhlen und Grotten.

Das Gelände beim Iracema ist im Vergleich zum Morgen ganz anders als auf dem privaten Anwesen vom Onça. Ich näherte mich dem voluminösen Cachoeira das Araras auf einem nicht markierten Pfad, der mit dichten, zusammengewachsenen Wäldern bedeckt war und von Iracema aus fast unpassierbar schien. Ich zog meine Flip-Flops aus und ging barfuß neben exotischen Höhlen und Felsformationen auf dem wassergetränkten Boden zu den Araras-Wasserfällen.

In ungefähr einer halben Stunde erreiche ich die Kaskade, die als Doppelfall herabströmt. Niemand außer mir befand sich bei den drei Aussichtspunkten der Araras-Fälle. Zwei Aussichtspunkte befanden sich direkt neben dem Wasserfall, bei denen ich die breite geschwollene Wassermasse hautnah spüren konnte, die in der Regenzeit über die abgeschnittene Felswand mit donnerähnlichem Rauschen stürzte.

Auf dem Rückweg hatte ich großes Glück. Meine Portugiesischkenntnisse halfen mir auch, vom Iracema Hotel mit dem Kleinbus zum Busbahnhof von Presidente Figueiredo gebracht zu werden, welcher nur wenige Schritte von meiner Unterkunft entfernt lag.

Morgen geht es zurück nach Manaus, um einige UNESCO-Welterbe Nationalparks bei den Riesenflüssen von Rio Negro und Rio Solimões während einer mehrtägigen Bootstour zu erleben.

Wenn Dir dieser Eintrag gefallen hat und du neugierig auf weitere Fotos und Informationen geworden bist, besuche einfach meine Facebook-Seite.