Wieder einmal habe ich es zum pittoresken Ort Olinda geschafft, um die historische Innenstadt erneut zu bewundern und auch Neues zu lernen. Etwa wie es dazu kam, daß oft 3,5 m hohe Riesenpuppen aus Pappmaché während des Karnevals durch die Straßen getragen werden und den Zug der Karnevalsanhänger ankündigen.

In der 400.000 Einwohner zählenden Stadt gibt es viele touristische Attraktionen: unter anderem 33 Gotteshäuser aus dem 16. Jahrhundert, die historische Innenstadt mit ihren bunten Häusern und auch den Straßenkarneval, der jeden Februar Hunderttausende von Touristen in die Stadt lockt.

Die Karnevalsumzüge sind außergewöhnliche Ereignisse. Das Party-Zentrum von Pernambuco liegt definitiv in Olinda. Man ist mit dem ganzen Herz beim Karnevalrausch dabei und schaut nicht vom Straßenrand zu. So fühlt man die Energie der Parade schon in der Luft.

Die Fassaden der Gebäuden sind farbenfroh und gut gepflegt

Die Musiker der Formation “Blocos do Carneval” füllen schon Ende Dezember die schmalen Kopfsteinpflaster-Gassen und sorgen bei ihren Karneval-Parties für rhytmische Klänge mit ihren farbenfrohen Kostümen und auch für mehr Hitze als es sonst in der tropischen Kleinstadt gibt.

Die Blocos spielen traditionelle Festivalmusik. So wird sowohl zu den Klängen des Frevo (eine Verschmelzung aus afrobrasilianischen und europäischen Musikelementen) und zum populären Samba, als auch zum lokalen Maracatú getanzt.

Mein letzter Besuch war leider nicht zu den Karnevalzeiten, nichts desto trotz konnte ich meinen langen Vormittag in Olinda genießen.

Olinda vom Haupthügel der Altstadt aus. Im Hintergrund erhebt sich die Skyline Recifes

 

Ich nahm den öffentlichen Bus von Recife. Von meiner Unterkunft im Stadtteil Boa Viagem sind es ca. 25 km bis zum im Norden gelegenen Olinda. Während meiner neunzigminütigen Busfahrt konnte ich den heißen Asphalt und die tropische Wärme im Bus fühlen und schließlich fuhren wir bei Antigo vorbei und ich kam am bekannten Platz (Praça do Carmo) an.

Schon wenn man auf den Kopfsteinpflaster-Gassen der Altstadt schlendert ist es offensichtlich, daß Olinda auf sieben Hügeln gebaut wurde. Es erwartet einen eine farbenfrohe Stadt mit vielen Bars, Restaurants, Künstler-, und Handwerkerhöfen, welche eine angenehme Stimmung verbreiten.

Apropos, alte Stadt… Olinda (“O linda!” was auf deutsch so viel bedeutet wie “Oh, wie schön!”) wurde von Duarte Coelho Pereira in einer hügeligen Tropenlandschaft im Jahre 1535 gegründet und diente zu dieser Zeit als Haupstadt des Staates Pernambuco, bis die Holländer Recife gegründet und große Teile von Olinda zerstört haben.

Türkisblaues Meer, soweit das Auge reicht

Das von den Holländern gelegte Feuer zerstörte viele Klöster, allerdings wurden die meisten alten Bauten erfolgreich renoviert und bewahren bis heute den Charme der Stadt.

Bei der Sé-Kathedrale (Olinda’s Bischöfe wurden hier bestattet) blieb als Originalteil nur das Haupttor stehen, der Rest musste erneut aufgebaut werden.

Die Umgebung der Kathedrale dient als höchster Aussichtspunkt der Altstadt, sogar die Silhuette von Recife ist von hier aus zu sehen. Handwerker produzieren und verkaufen hier ihre Produkte, während lokale Musiker mit anspruchsvollen Klängen die Touristen unterhalten.

Der Sé-Tempel wurde komplett umgebaut, nur das Haupttor blieb als originaler Teil

 

Unweit des Observatoriums auf dem Alto da Sé existiert ein Museum (Casa dos Bonecos Gigantes), welches die berühmten “Puppen aus Olinda” vorstellt.

Die Bonecos waren in den letzten 80 Jahren wesentlicher Bestandteil der Straßenumzüge von Olinda. Die wichtigste dieser Puppen, der “Homem da Meia-Noite“ (Mitternachtsmann) verkündet am Freitag den Beginn des Karnevals.

Laut lokalen Sagen führt man die Erfindung und Einführung der Puppen auf einen Karnevalswitz zurück. Am Anfang der 1930er Jahre gab es einen gut angezogenen Mann, der um Mitternacht immer an der gleichen Straße (Rua do Bonsucess) entlang ging. Nach einiger Zeit haben die lokalen Frauen die Routine des Mannes ausfindig gemacht und jede Nacht versteckten sie sich hinter den Fenstern ihrer Häuser und warteten auf den hübschen Mann. Die Information über diese Sitte wurde schnell verbreitet.

Man stellte eine große, schön dekorierte Puppe mit Anzug, Krawatte und Hut her, und stellte die große Figur um Mitternacht am Karnevalsfreitag vor.

Der erste Tempel des Karmelitischen Ordens in Amerika: die Kirche von Carmo

 

Nachdem ich die reizvollen Ecken der historischen Innenstadt durchquert hatte, entschloss ich mich nach einem kurzen Besuch am örtlichen Strand per Bus nach Recife zurückzukehren. Schließlich wollen weitere Besuche zu neuen Klöstern und Kathedralen nördlich von Recife und Olinda vorbereitet werden…

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