Unsere nächste Station ist Gandoca-Manzanillo – eines der erstaunlichsten, wahrhaft paradiesischsten Gebiete der Karibikküste – wo das Naturschutzgebiet eine Vielzahl geschützter Biotope bildet. Wir versuchen tiefer in den geheimnisvoll lockenden Park einzudringen, aber das großteils sumpfige Gelände befiehlt einen Stopp. Obwohl diesmal die schwere und herausfordernde Wanderung ausbleibt, verlassen wir den Park mit einem guten Gefühl.

An der karibischen Küste Costa Ricas bietet Cahuita neben seinem traumhaften Sandstrand und dem umliegenden Nationalpark eine erstaunliche Anzahl an Attraktionen. Wenn wir das afrokaribischen Küstendorf als Touristenziel betrachten, ist das größere und geschäftigere Puerto Viejo von der Tourismuswirtschaft zumindest doppelt so stark betroffen. In den letzten Jahrzehnten hat sich mit dem rasanten Anstieg des Tourismus das Image der Siedlung, die früher von Fischerei, Kakaoanbau und Bananenproduktion lebte, stark verändert.

Puerto Viejo ist ein beliebtes Reiseziel unter jungen Rucksacktouristen.

In erster Linie meine ich nicht die riesigen Hotelbunker und großen Anlagen – die gibt es in Puerto Viejo nämlich nicht – und das obwohl die fast siebzig Kilometer lange karibische Küstenstraße zwischen dem alten Bananenhafen Puerto Limón und Manzanillo viele wohlhabende nationale (und ausländische) Kapitalinvestoren angezogen hat. Puerto Viejo ist vor allem bei jungen Rucksacktouristen beliebt, da es viele rustikale Bambus-Bars, karibische Restaurants, und Unterhaltungsmöglichkeiten gibt, die am bunten Partyort die Nacht zum Tag machen.

Auch in unmittelbarer Nähe von Puerto Viejo befinden sich schöne Strände.

Im Regenwald zwischen Puerto Viejo und Manzanillo ist das Faultier ein alltäglicher Gast.

Das pulsierende Nachtleben hat uns diesmal weniger angezogen, deshalb haben wir Cahuita, unsere Wahl als Ausgangspunkt für die Erkundung der Gegend, als Standort beibehalten, um am nächsten Tag die Küstenstraße zwischen Puerto Viejo und Manzanillo, bzw. die Schutzzone Gandoca-Manzanillo zu explorieren.

Der Großteil des Parks ist mit fast unberührtem, tropischem Regenwald bedeckt.

Beliebtes Fotomotiv.

Beim Verlassen des populären Strands finden wir aufregende Umgebung.

Vor vier Jahren nahm ich mit den zwei deutschen Reisenden Michi und Tim einen lokalen Bus von Cahuita zum bunten Ort Puerto Viejo de Talamanca, wo wir aufs Fahrrad stiegen, und der Küstenebene von Llanuras del Atlántico entlang radelten, um uns dem Refugio Nacional de Vida Silvestre Gandoca-Manzanillo zu nähern.

2017 haben wir die Gegend mit solchen neongrünen Fahrrädern erkundet.

Genietete Lederjacke in Dschungelversion.

Privatstrand – wo soll ich denn mein Strandtuch ablegen?!

In der an Wildtieren und natürlichen Ressourcen reichen Küstenregion war der italienische Seefahrer Christoph Kolumbus der erste Europäer, der während seiner vierten (letzten) Expedition in die Neue Welt – 1502 – die mittelamerikanische Festlandküste erkundete. Die biodiversitätsreichen Buchten – mit mehreren Hektar Primärregenwald und ausgedehnten Korallenriffen – dienten Jahrhunderte später als beliebtes Versteck für Freibeuter, Schmuggler und Piraten.

Ich werde kein großes Geheimnis verraten, wenn ich behaupte, dass sich die schönsten Strände in der Karibik zwischen Cahuita und Manzanillo befinden.

Die großen Wellen sind unvermeidlich.

Die Eingeborenen des nahe gelegenen Talamanca-Gebirges waren das indigene Volk der Bribri. Nach dem späten 18. Jahrhundert wanderten Suppenschildkröten und Echte Karettschildkröten nach Norden in der Hoffnung auf eine reichhaltigere Nahrungsquelle und / oder eine ruhigere Bruststätte. So kamen Gruppen afrikanischer Abstammung aus Bocas del Toro in Panama in diese Küstenebene, um Versorgungsgebiete entlang der Küste einzurichten. Diese Versorgungsgebiete produzierten Grundnahrungsmittel wie Kochbananen, Yuccas, Papayas, Bananen, und andere tropische Nutzpflanzen. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden sowohl in Cahuita, als auch in Punta Uva und Manzanillo primitive Wohnzentren mit ca. 30 Familien entwickelt. Die Vorfahren der schwarzen Bevölkerungsgruppe, die vorwiegend an der Karibikküste leben, kamen im 19. Jahrhundert aus dem Archipel in der Karibik, hauptsächlich aus Jamaika.

Anstatt einem großen tropischen Tier, fotografiere ich einen bunten Schmetterling.

Wir haben dieses farbenfrohe Wesen an der Playa Manzanillo getroffen.

Fleißig wie die Ameisen.

Das natur- oder erdgeschichtlich interessante Naturschutzgebiet Gandoca-Manzanillo beginnt dort, wo die Route 256 am Playa Manzanillo endet. Der teils staatliche, teils private Nationalpark erstreckt sich von Manzanillo, einschließlich des kleinen Ortes, bis an die Grenze Panamas. Entgegen den sonstigen Gewohnheiten in Costa Rica, wo fast immer mindestens zehn USD Eintritt fällig werden, wird hier kein Eintritt verlangt – eine Seltenheit. Der Eintritt ist ähnlich wie in Cahuita eine kleine, aber obligatorische Spende.

Ich laufe barfuß durch den Dschungel.

Der Aussichtspunkt kann über einen wunderschön gebauten Gehweg erreicht werden.

Für ähnliche Fotos pilgern viele in den Nationalpark.

Das Wildschutzgebiet besteht aus rund 50 km² Landgebiet, während die Fläche der geschützten Feuchtgebiete 44 km² beträgt. Gandoca-Manzanillo beherbergt eine Vielzahl an Wasservögeln und Wildtieren. Das Wildreservat umfaßt verschiedene Biotope. Hier befinden sich tropische Regenwälder, extensive Feuchtgrünländer, und auch gemischte Lebensräume, die nicht von Überschwemmungen bedroht sind. In den Küstengewässern haben sich ausgedehnte Korallenriffe und Korallenbänke gebildet.

Die meistfotografierte Touristenattraktion des Nationalparks.

Fabelhaftes karibisches Wunder – Manzanillo.

Das Gebiet zwischen der Mündung des Cocles-Flusses und dem Sixaola-Fluss ist eine der schönsten und romantischsten Landschaften des Landes.

Anstelle der Korallenriffe und Korallenbänke entschieden wir uns für das Standardprogramm. Als erstes gingen wir zusammen mit einer großen Anzahl von Ticos zum Aussichtspunkt im Naturschutzgebiet. Letzterer liegt etwa 20 Gehminuten vom Parkeingang entfernt. Vom Beobachtungsposten aus lassen sich wunderschöne Fotos der unberührten Natur knipsen. Wir planten eine längere Wanderung, die uns während eines 3-4-stündigen wilden und herausfordernden Marsches zur tief im Park versteckten Gemeinde Punta Mona geführt hätte. Letztere wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts als eines der ersten ursprünglichen Wohnzentren der Gegend gegründet. Leider haben uns das sumpfige Gelände und die aggressiv angreifenden Insekten von unserem ursprünglichen Plan abgehalten.

Wann kommst Du mit uns in die paradiesische Karibik?

Egal, wir haben immer noch das Beste aus diesen wenigen Tagen an der Südkaribik herausgeholt. Für uns ist es Zeit weiter zu ziehen. Tortuguero, der sich in einer abgelegenen Ecke des Landes auf der karibischen Seite versteckt, wartet auf uns!

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