Wegen der COVID-19-Pandemie reiste ich für ungefähr ein halbes Jahr nicht. Als der seuchenrechtliche Notfall in Lateinamerika nachließ, kehrte ich in noch größerer Freude und mit viel Aufregung nach Costa Rica zurück. Obwohl Los Chorros keine unverzichtbare Attraktion darstellt, war es ein erstaunliches Gefühl, wieder frei zu sein und eine Wanderung ohne Einschränkungen zu unternehmen!

Nach meiner Heimreise haben aufgrund der COVID-19-Pandemie zahlreiche lateinamerikanische Länder recht strenge Pandemie- und Präventionsbeschränkungen eingeführt. Es gab Länder, in denen zur Eindämmung der Pandemie Schu­len und nicht dringend notwendige Geschäfte geschlossen hatten, außerdem gab es eine ganz­tägige Ausgangssperre und die Grenzen zu Nachbarländern wurden auch dicht gemacht. Costa Rica sperrte wegen grassierenden Corona-Infektionszahlen seine paradiesischen Strände für Badegäste. Monate später rückblickend traf ich im März doch die richtige Entscheidung, als ich wegen der Pandemie-Situation nach Europa zurückreiste. Ohne die Sandstrände und das Meer hätte es mir keinen Spaß gemacht, auf das Pandemie-Ende in Sámara zu warten.

Nachdem ich zwischenzeitlich nach Europa zurückgekehrt bin, werde ich in Kürze wieder nach Costa Rica reisen.

Am Ende des Sommers erreichten mich ein paar gute Nachrichten aus Costa Rica. In einigen zentralamerikanischen Ländern – einschließlich in Costa Rica – entspannte sich die Bedrohung durch die Pandemie der Coronavirus-Krankheit und man hat Lockerungen der Coronavirus-Schutzmassnahmen beschlossen. Aufgrund der epidemiologischen Lage war eine sukzessive Wiedereröffnung der Gastronomiebetriebe und der touristischen Dienstleistungen möglich. Costa Rica hat ab dem 1. August 2020 wieder Touristen aus der EU einreisen lassen. Hotels, Restaurants und Sehenswürdigkeiten waren geöffnet, wenn auch mit reduzierter Kapazität.

Es fühlt sich gut an, ohne Einschränkungen wieder wandern zu gehen.

Normalerweise verbringe ich nicht mehr als ein paar Monate pro Kalenderjahr in Europa. Nach 4 bis 5 Monaten wartete ich daher besonders ungeduldig auf die aktuellen Entwicklungen und die baldige Normalisierung und Wiedereröffnung in Lateinamerika. Nachdem meine Rückreise zu einer komplizierten Odyssee wurde, boten mir die Fluggesellschaften bei den annullierten Flügen Gutscheine an. Ich musste demnächst auch etwas mit diesen Coupons anfangen… Glücklicherweise erhielt ich jedoch laut dem bei der Airline KLM eingeleiteten Rückerstattungsverfahren für die wegen Corona stornierten Flüge ein Guthaben. Es blieben mir aber noch die zahlreichen Iberia-Gutscheine. Ich habe meine Reise vor genau sechs Monaten in Costa Rica abbrechen müssen. Aufgrund der konsistenten und entschlossenen Reiseregeln der Post-Corona-Zeit in Costa Rica habe ich mich entschlossen, ins zentralamerikanische Land zurückzukehren, um das fortzusetzen, was ich vor einem halben Jahr begonnen habe.

Sowohl Kinder als auch Erwachsene verbringen gerne Zeit bei den Los Chorros Wasserfällen.

Den für die Einreise erforderlichen PCR-Test habe ich einige Tage vor Reisebeginn in Wien arrangiert, während ich bei einer lokalen Versicherung in Costa Rica eine Reiseversicherung und eine verpflichtende Corona-Zusatzversicherung abschloss. Nachdem ich das Gesundheitsformular ausgefüllt und mich online registriert habe, konnte ich es kaum erwarten, in ein Flugzeug zu steigen und wieder in Lateinamerika zu sein. Nach vorläufigen Informationen unternahmen nur weinige Reisende mitten in der Coronavirus-Pandemie eine Reise nach Mittelamerika, weshalb ich sehr überrascht war, als ein Mädel mit einem ungarischen Pass in der Hand im Flug von Madrid nach San José direkt neben mir Platz nahm. Lilla bereist das erste Mal den Kontinent und beginnt ihr persönliches Abenteuer in Puerto Jimenez mit Freiwilligenarbeit. Wir unterhielten uns lange Zeit auf der Überseeroute, tauschten die Telefonnummern aus und verabschiedeten uns in San José. Wir haben ausgemacht, dass wir uns bald auf der Osa-Halbinsel wiedersehen werden.

Der Pfad führt durch einen dschungelartigen Wald zum natürlichen Wasserfall.

Los Chorros erreicht man nach einem 20-minütigen Spaziergang.

Im Gegensatz zu meinen früheren Reisen habe ich mich dieses Mal entschlossen, ein Auto zu mieten, da ich mehrere wenig besuchte Attraktionen Costa Ricas aufsuchen wollte, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur schwer zu erreichen wären. Neben gemütlichen Autofahrten habe ich auch beschlossen, dass ich einige Male die Nacht im Auto verbringen oder wild campen werde. Nach dem langen Flug und aufgrund der späten Ankunftszeit in San José buchte ich jedoch für die erste Nacht eine Unterkunft in der Gegend um den Flughafen Alajuela. Alajuela Backpackers ist ein einfaches und sauberes Hostel, in dem es eigentlich außer mir keine anderen Gäste gab.

Ich beobachte beim Wandern schöne Dinge der Natur.

Ein ausgetretener Pfad zeigt den Weg zum lohnenden Wasserfall.

Der erste volle Tag meiner Reise in Costa Rica begann leider nicht gut für mich, da ich am Morgen den Kofferraum meines Mietwagens offen fand. Zum Glück habe ich letzte Nacht alle meine Rucksäcke in mein Zimmer gebracht, das Reserverad und die Werkzeuge waren vorhanden, nichts wurde gestohlen. Nachdem ich Gasflaschen für meinen Gaskocher in einem Bergsportladen gekauft habe, reiste ich zum Wasserfall Los Chorros (auf Deutsch „die Düsen“) unweit von Grecia. Aufgrund seiner Nähe – eine halbe Stunde vom internationalen Flughafen der Hauptstadt entfernt – ist der Freizeitpark der am besten zugängliche Wasserfall des Landes und daher ein beliebtes Wanderziel für die hier lebenden Ticos.

Ich komme über die schäbige Hängebrücke auf die andere Seite des Flusses.

Der Wasserfall zeigt sich.

Los Chorros dient als Trinkwasserquelle.

Dutzende Ticos genießen am Flussufer das gute Wetter und die sanften Wellen des Flusses.

Diesmal war ich auf dem Parkplatz weit weniger überrascht, als mich der Parkwächter sehr herzlich begrüßte. Er sagte, ich sei seit Monaten der erste ausländische Tourist am Wasserfall. Der Wächter zeigte sich sehr zuversichtlich, dass aufgrund der teilweisen Öffnung in naher Zukunft wieder mehr Touristen ins Land kommen werden. Ich traf ein paar Dutzend Ticos am Wasserfall, benannt nach den vielen kleinen bis mittleren Wasserläufen, die entlang der Berghänge hinunterlaufen. Los Chorros ist eine wichtige Trinkwasserquelle in den nahe gelegenen Städten. Auf dem dschungelartigen Pfad sah ich die Rohre, die das Wasser zu den benachbarten Siedlungen führen. Der im Regenwald der Provinz Alajuela versteckte Wasserfall ist kein Iguazu oder Gocta, aber für diesen Nachmittag und die erste Wanderung nach einer langen – durch die Corona-Pandemie verursachten – Reisepause war es mehr als ausreichend.

Die kleinen Kinder gewöhnen sich schon früh ans Wasser.

Ich verbringe den Nachmittag an einem gemütlichen Ort.

Los Chorros ist das perfekte Programm für meinen ersten Tagesausflug!

Es fühlt sich gut an, nach so langer Zeit erneut in Lateinamerika zu sein, wieder weitläufige Berghänge, einsame Gipfel und frische Luft zu genießen. In der Post-Corona-Zeit erkunde ich dieses Mal die Sehenswürdigkeiten rund um die Hauptstadt San José mit noch mehr Begeisterung. Als nächstes geht es zum weniger bekannten Kratersee Laguna de Hule! Ich kann es kaum erwarten…

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