Nach einer Ayahuasca-Zeremonie besuchten wir die ecuadorianische Hüpfburg für Abenteurer, wo wir mit dem Fahrrad die Wasserfälle entlang der längsten Basaltschlucht der Erde besichtigten. Wir haben eines der örtlichen heißen Bäder ausprobiert, aber das wahre Highlight war der Tungurahua-Vulkan, der sich einige Minuten lang in seiner ganzen Pracht zeigte.

Als wir von den Galápagos-Inseln nach Quito zurückkehrten, verabschiedeten wir uns von der größeren Hälfte der Gruppe, die nach 2,5 Wochen nach Europa zurückkehrte. Wir hatten noch eine weitere Woche mit Csabi, Dani und Marcsi in Ecuador, und eine wichtige Mission vor Baños. Nach Tena wollte das Trio wieder die halluzinogene Droge Ayahuasca probieren. Diesmal sind wird aber jedoch nicht ins authentische Amazonasbecken oder in den ecuadorianischen Dschungel gefahren, um den psychoaktiven Trank zu konsumieren. Auf Csabis besonderen Wunsch suchte ich nach einem Ort, an dem nach der Ayahuasca-Zeremonie auch ein Schwitzhüttenritual in einem Temazcal möglich war. So fand ich vor einigen Monaten den sympathischen Ruben argentinischer Herkunft, der in Tumbaco bei Quito heilt.

Baños garantiert den absoluten Adrenalinkick.

Die Schlucht des Río Pastaza in den amazonischen Ausläufern der Anden ist ziemlich beeindruckend.

Nach dem elementaren Erlebnis von Ayahuasca und der rituellen Schwitzhütte reisten wir nach Baños, in die Abenteuer-Hauptstadt des Landes. Der Badeort ist ein Paradies für Adrenalin-Junkies, und befindet sich in der Schlucht des Pastaza-Flusses. (Anm. Pastaza ist ein bedeutender Zufluss des Amazonas) Baños – ohne typische Merkmale einer lateinamerikanischen Stadt -, am Fuße des sehr aktiven Vulkans Tungurahua, erfreut sich trotz seines kühleren Klimas steigender Beliebtheit. So genossen sowohl Csabi als auch Dani vom ersten Moment an immens unseren Aufenthalt in der Pilgerstadt für Adrenalinjunkies. Wahrscheinlich hat die erfolgreiche Ayahuasca-Zeremonie die beiden Jungs befreit, sie waren nämlich seit unserer Ankunft von der lebendigen Atmosphäre der immer noch in Weihnachtsdekoration geschmückten Innenstadt fasziniert. Fakt ist, dass die vielen extremen Erlebnisse (Canopy, Bungee Jumping, Rafting, Paragliding usw.) – das erstere wurde auch von unserer Marcsi ausprobiert -, die zahlreichen Gourmet-Restaurants, die Radtour „Ruta de las Cascadas“, und der besondere Aussichtspunkt von La Casa del Árbol ein paar aufregende und mit Action vollgepackte Tage in Baños garantieren.

Ich versuche beim Fotografieren kreativ zu sein…

Die Canopy-Seilrutsche versprach einen ganz besonderen Adrenalinstoß.

Wir wollten mit einem lokalen Bus zu Ecuadors höchster Adrenalin-Schaukel und dem einzigartigen Aussichtspunkt gelangen, aber obwohl wir pünktlich an der Bushaltestelle warteten, wollte der Bus gar nicht kommen. Ich entschied mich zu improvisieren und organisierte am Taxistand neben dem Busbahnhof einen netten Fahrer. Es war die richtige Entscheidung, denn auf diese Weise erlebten wir die spezielle Schaukel – vor der Ankunft der Touristenmassen – ohne andere Besucher. Wir waren völlig alleine, aber das neu gestaltete und komplett renovierte Casa del Árbol wirkte teilweise etwas bizarr, da es sich seit meinem letzten Besuch in 2014 ziemlich verändert hatte.

La Casa del Árbol und die Schaukel am Ende der Welt im Jahr 2014 vor der Renovierung.

Der Aussichtspunkt der Casa del Árbol auf 2.600 Metern Höhe hat sich in den letzten Jahren stark verändert.

Für das Betreten verlangt man heutzutage einen (symbolischen) Eintritt und im Laufe der Zeit erhöhte sich die Zahl der Abgrund-Schaukeln. Man findet im Abenteuerpark auch die riesigen Buchstaben vor, die den Erholungsort begrüßen und zu einem Symbol des Bergstädtchens geworden sind. Auch am Beispiel von Casa del Árbol lässt sich leicht nachvollziehen, dass sich Baños aus einem traditionellen Wallfahrtsort zu einem internationalen Touristenzentrum mit Nervenkitzelgarantie entwickelt hat.

Aufgrund der hohen Nachfrage wurden von Einheimischen neue Adrenalin-Schaukeln gebaut.

Wir schwingen über dem Abgrund des Pastaza Canyons ohne uns anstellen zu müssen. Bei dieser Attraktion geht es mir jedoch mehr um die großartige Natur der beeindruckenden Umgebung. Das unscheinbare Baumhaus ist im Wahrheit ein kleines seismologisches Observatorium, das die Aktivitäten des vor ihm liegenden Tungurahua-Vulkans überwacht.  Apropos Tungurahua. Ich habe noch nie einen der höchsten aktiven Vulkane der Welt so schön bewundern können. Während die anderen schaukeln, fotografiere ich den mehr als 5.000 m hohen, sich in all seiner Schönheit zeigenden Stratovulkan. Einige Minuten später, als die zahlreichen Touristengruppen eintreffen, ist der Vulkan bereits in dicke Nebelwolken gehüllt. Niemand merkt das aber von den jungen Rucksacktouristen…

Bei gutem Wetter gibt es ein unvergleichliches Panorama über das Tal.

Am frühen Morgen zeigt sich für einige Minuten der oft Feuer und Asche spuckende 5016 m hohe Vulkan Tungurahua.

Obwohl eine dicke Nebelwolke um den Vulkan herum erscheint, gibt es im schönen Park immer etwas ganz besonderes zu fotografieren.

In Baños sind Läden, die sich auf den Fahrradverleih spezialisiert haben, in den letzten Jahren pilzartig gestiegen. Nicht umsonst, da in der angenehmen Stadt eine Nachfrage nach Fahrrädern besteht, die die beste und authentischste Art darstellen, die Landschaft rund um Baños zu genießen und kennenzulernen. Im Basaltcanyon von Pastaza heißen die wichtigsten Wasserfälle in der Reihenfolge von Baños kommend Chamana, Agoyan, Manto de la Novia, Pailón del Diablo und Cascada Machay.

Die Kaskade Manto de la Novia ist einer der schönsten Wasserfälle an der Amazonasstraße nach Puyo.

Der Brautschleier aus der Vogelperspektive bildet eine hübsche Kulisse.

Eine spannende Hängebrücke führt zum “Teufelskessel”.

Pailón del Diablo ist der berühmteste Wasserfall in der fast 50 km langen Basaltschlucht.

Der bekannteste der Wasserfälle ist der Pailón del Diablo (Kessel des Teufels), wo man sich durch enge und in die Felsen gehauene Gänge überquerend auch hinter den Wasservorhang wagen kann. Während der beliebteste Wasserfall Pailón voller Touristen ist, finden wir bei der rund zwei Kilometer hinter dem Pailón del Diablo liegenden Kaskade Machay niemanden. Zur letzteren muss man über lange Holzbrücken und schmale Wege absteigen. Wegen der atemberaubenden Schönheit des unberührten dschungelartigen Waldes ist Machay mein persönlicher Favorit.

Es ist wunderschön, bis zum Grund des Canyons zu den Machay Fällen abzusteigen.

Der sich fast 40 Meter hinabstürzende Machay ist für meinen Geschmack der atemberaubendste Wasserfall in der Schlucht.

Es war ein großes Highlight im Jahr 2014, als ich mit einer niederländischen Backpackerin von Machay aus mit dem Rad noch ein kleines Stück weiterfuhr und einen Forellenbauern erreichte, bei dem die von uns frisch gefangenen Forellen direkt vor unseren Augen zubereitet wurden. Der Machay Wasserfall wird von den meisten abenteuerlustigen Besuchern jedoch aufgrund eines ansteigenden Aufstiegs oft ausgespart. Sie laden ihre Fahrräder nach dem Besuch in Pailón auf die Ladefläche eines lokalen Pick-Ups und kehren auf dem hinteren Plateau nach Baños zurück.

Das Wasserkraftwerk Agoyán wandelt die Energie des Flusses Pastaza in elektrische Energie um.

Wir fahren auf einem LKW-Plateau nach Baños zurück.

Im Januar erstrahlt die Innenstadt noch immer durch ihre Weihnachtsbeleuchtung.

Die Stadt, die das Tor zum Amazonas genannt wird, zeigt im Ort selbst keine wirklich interessanten Attraktionen auf. Es gibt in Baños nicht viele historische Sehenswürdigkeiten oder alte Denkmäler. Die einzige erwähnenswerte Attraktion ist der Wasserfall “Cascada Cabellera de la Virgen”. Auf einer der Terrassen unweit der Kaskade bauten die Einheimischen ein Thermalbad. Die Thermalquelle öffnet zweimal am Tag. Um unsere Muskeln zu lockern, kommen wir kurz nach der Abendöffnung an, als noch kaum Touristen da sind. Wir verbringen nicht einmal eine halbe Stunde in den heißen Thermalpools unterschiedlicher Temperaturen, als sich die Becken füllen. Es wird Zeit für uns, die “menschliche Suppe” zu verlassen und weiterzugehen.

Seit der Öffnung war nicht einmal eine Stunde vergangen, das örtliche Thermalbad ist bereits voll.

Während wir an den Pools relaxen, ist der Sonnenuntergang fabelhaft magisch.

Das zentrale Hochland von Ecuador ist wohl nett, aber ich persönlich bevorzuge eher andere Orte im Land.

Baños ist eine angenehme, aber keine weltrettende Stadt. Speziell für mich sind die hohen Berge der Anden, die wildromantische Paramo-Landschaft oder die farbenfrohe Fauna des nahe gelegenen tropischen Regenwaldes viel aufregender…

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