Ich verbrachte zweieinhalb Wochen auf den Galapagos-Inseln, dem einzigartigen Vulkanparadies mitten im Pazifik. Dort ist die Natur, ähnlich dem Roraima-Tepui in Venezuela, vielleicht als einer der letzten Flecken auf dem Planeten, fast gänzlich unberührt geblieben. Nach dem Lärm von Peru sehnte ich nach der Sanftheit der Tiere, der Unberührbarkeit der Landschaften und der Artenvielfalt der Natur. Ich träumte von der Megadiversität der einzigartigen Flora und Fauna und dem speziellen Mikroklima, welches sich seit Millionen von Jahren isoliert vom Rest der Welt mit besonderen Lebens- und Umweltbedingungen entwickelt hat. Während der auf den Inseln verbrachten vierzehn Tage wurde ich trotz meiner hohen Erwartungen nicht enttäuscht. Im “lebenden Museum der Evolution” wurde ich mit einzigartigen, denkwürdigen und lebensechten Erfahrungen bereichert.

Nach meinem faszinierenden und erlebnisreichen Aufenthalt in Chachapoyas wollte ich das Land wechseln. Nach fast drei Monaten in Peru folgte das kleinste südamerikanische Land, Ecuador. Ich hätte ganz leicht und relativ schnell über Chiclayo nach Piura und Tumbes in die Nähe der Landesgrenze zu Ecuador gelangen können, allerdings musste ich wegen meinem reparierten Notebook in den zentralen Teil des Landes, nach Lima, zurückkehren. So erreichte ich erst nach drei Tagen Quito, die in einem 2850 m hohen Becken der Anden erbaute ecuadorianische Hauptstadt.

Galapagos-Riesenschildkröte in der „El Chato Ranch“

Die letzten dreieinhalb Wochen meiner aktuellen Reise folgten. Ich war nicht zum ersten Mal in Ecuador, da ich Peru im Juli 2014 auf Vorschlag einer Niederländerin verlassen hatte, um sechs Wochen lang das sehr sympathische Land Ecuador zu erkunden. Leider gelang es mir damals nicht, die Perle des Pazifik, nämlich die Galapagos-Inseln zu besuchen. Diesmal wollte ich meine aktuelle fast siebenmonatige Südamerika-Reise damit krönen, indem ich das aus vulkanischen Inseln über mehrere Millionen Jahre geschaffene Archipel beehrte.

Meeresleguan auf dem Sandstrand von Tortuga Bay

In der Nähe des Äquators gelegen, bereist man den weltweit vielleicht am strengsten geschützten Naturpark entweder mit einer Luxus-Cruise oder mit dem Flugzeug. Da ich selber nicht tauche oder schnorchle, stand mir das Kreuzfahrtschiff, das in den meisten Fällen auch ein inkludiertes Tauchprogramm anbietet, nicht als Option zur Verfügung.

Echter geologische Wunder: der Lavatunnel auf Isla Santa Cruz

Verbunden mit einer Zwischenlandung in der bevölkerungsreichsten Stadt Ecuadors, Guayaquil, kam ich auf der Insel Baltra – berühmte Ausgangsbasis von vielen Reisenden für Galapagos-Erkundungen – an. Nachdem ich die kleine Meerenge Itabaca mit einem Wassertaxi überquert habe, erreichte ich die Nordküste meiner ersten Wunschinsel Santa Cruz. Mit einem lokalen Bus gelangte ich nach Puerto Ayora, in den Hauptort der Insel Santa Cruz.

Was genau ich in den auf der Isla verbrachten vier Tagen unternommen habe?! Hier folgt ein ausführlicher Bildbericht:

Auf der Isla Santa Cruz führte mich der erste Spaziergang direkt zum sehenswerten Hafen und seiner unmittelbaren Umgebung. Hier traf ich erstmals auf schwarzglänzende Pelikane, die auf ihre Chance warteten, von den Fischerbooten Fischstücke zu schnappen

Nach einem vierzigminütigen Spaziergang erreichte ich den wunderschönen, beinahe kitschig-weißen Sandstrand von Tortuga Bay, wo sich neben dutzenden schwarzen Meeresleguanen, Pelikane auf Mangrovenbäumen trockneten

Riesige Kakteenwälder schmücken die Landschaft

Das Hafenbecken von Santa Cruz ist der interessanteste Ort für lustige Abendbilder, auf dessen Bänken selig Seelöwen schlummern

Mit dem lokalen Bus ging es ins Innere der Insel, zum Galápagos-Hochland, wo ich die eingefallenen, überwucherten Krater von „Los Gemelos“ umrundete. In unmittelbarer Nähe der Zwillingskrater traf ich in einer dschungelähnlichen Umgebung auf eine Vielzahl von Galápagos-Finken. Die Besonderheit der berühmten Darwinfinken ist, dass außer den in Costa Rica ansässigen Kokosinsel-Darwinfinken alle anderen Arten auf den Galápagos-Inseln verbreitet sind und alle von einem gemeinsamen Vorfahren abstammen

Die tiefe Schlucht der Las Grietas-Spalte im Lavagestein, in der sich Salz- und Regenwasser mischen, ist ein beliebter Tauchplatz

Das hochkonzentrierte Salz von Las Salinas wird unter anderem zur Herstellung vom lokalem Trockenfisch verwendet

Die erste Galapagos-Riesenschildkröte in ihrer natürlichen Umgebung habe ich entlang des Pfades zum Tortuga Bay entdeckt. Ich blieb ca. fünfzehn Minuten lang ruhig, um die langsame Bewegung der Schildkröte zu beobachten und ihrer Atmung zuzuhören. Tage später erreichte ich über Santa Rosa die „El Chato Ranch“, wo ich in Körpernähe eine große Menge von einheimischen Riesenschildkröten, die sich perfekt an die extremen klimatischen Bedingungen der Inseln angepasst haben, beim Schlammbad, beim Fressen oder Ruhen begutachtet habe

Ich bin während meines Aufenthalts in Santa Cruz auf mehrere Arten von Reihern getroffen. Ihre Besonderheit und eigentlich die Besonderheit aller Galapagos-Vögel ist, dass sie vor niemandem Angst haben und man daher sehr nahe an sie heran kommt

In unmittelbarer Nähe des Strandes in Santa Cruz habe ich Lavamöwen, die seltenste Möwenart weltweit, fotografiert. Die Vögel kommen ausschließlich auf den drei relativ leicht zu besuchenden Inseln Santa Cruz, San Cristobal und Isabela vor

Der Strand der Tortuga Bay, umgeben von riesigen Lavakakteen und Mangrovenbeständen, ist für die einzige echte Eidechse, nämlich die endemische Meerechse ein echtes Paradies. Massen von Leguanen befinden sich hier, sie liegen faul in der Sonne und wärmen sich auf. Die Farbe der aktiven Leguane wird durch die Temperatur beeinflusst: die aus dem kalten Meer kletternden Leguane sind fast schwarz, sie nehmen erst nach dem Sonnenbaden ihre normale graugrüne Farbe wieder an

Obwohl sich Rochen sowohl im Meer als auch im Ozean aufhalten, habe ich interessanterweise keine auf meinen bisherigen Reisen erlebt. So war es mir eine große Überraschung und ganz besondere Freude, während eines Nachmittagsbades, nahe dem Ufer des ruhigen Ozeans, eine komplette Rochengruppe zu beobachten. Mir gelang es, Rochen in Puerto Ayora zu fotografieren, als ich den Ozean beobachtend Ausschau nach im Hafenbecken herumschwimmenden Meerestieren hielt

Auf die Zayapas, die sich von aus dem Meer angeschwemmten Algen und Kadavern ernähren, traf ich direkt am Ufer des Ozeans, da ein bedeutender Bestand an Roten Klippenkrabben auf den Galapagosinseln anzutreffen ist. Aufgrund ihrer besonderen Färbung habe ich die Zayapas sehr gerne fotografiert

Auf der Isla Santa Cruz schaute ich in Armnähe Galapagos-Seelöwen zu. Einige Exemplare der auf dem Galapagos-Archipel heimischen Seelöwen tauchten jeden Nachmittag im Hafenbereich auf. Sie lagen dort im Schatten und dösten vor sich hin. Fast alle Bänke wurden von Seelöwen belegt, ein witziges Bild

Mangrovenbestände, Leguane, traumhafter Strand und ein fabelhafter türkisfarbener Ozean. Braucht man mehr?!

Charles Darwin war der erste, der im Jahre 1835 eine wissenschaftliche Studie über die Inseln erhob. Alle Besucher heutzutage verbinden die Inseln am ehesten mit dem Namen Darwins. Sein Name ist bis heute in Erinnerung geblieben. Im Nordwesten des Archipels wurde eine kleine Insel nach ihm benannt, ebenso wie das wissenschaftliche Recherche-Zentrum und die Aufzuchtstation für besonders bedrohte Tierarten

Santa Cruz ist nicht nur biologisch, sondern auch geologisch von enormer Bedeutung. Echte geologische Wunder sind die Lavatunnel der Insel, die dadurch entstanden sind, dass außen die Lava erhärtete, während innen immer noch heiße Lava hindurchfloss. Ich besuchte unter anderem den Lavatunnel in der Nähe der El Chato Ranch und auch den angeblich längsten, den auf einem Privatgrundstück befindlichen „Los Túneles de Bellavista“

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