Guayaquil ist der bekannteste Ausgangspunkt für Reisende auf die Galápagos-Inseln. Durch das wichtigste Wirtschafts- und Handelszentrum des Landes führt die Straße zur Küste und zu den schönsten Stränden Ecuadors. Trotzdem ist Guayaquil kein populäres Ausflugsziel. Die Hafenmetropole wäre jedoch aufgrund des liebevoll renovierten Stadtteils Las Peñas, der Uferpromenade und der Fülle an Leguanen im Park Seminario für ein paar Tage eine Exkursion wert…

Mit meinen Gästen reisten wir von Baños über die Hafenstadt Guayaquil ins charmante Touristenparadies Montañita, wo die Gruppe ihre letzten Urlaubstage in Ecuador verbrachte. Um ehrlich zu sein, sind uns am Strand nicht viele interessante Dinge passiert – wir sind wegen einer möglichen Walbeobachtung nicht einmal nach Puerto López gefahren – also belasse ich es lieber bei einem Blogbericht über Montañita.

Ich hätte nicht gedacht, dass ich so schöne Vögel in einer Stadt mit rund drei Millionen Einwohnern fotografieren würde…

Nachdem die Gruppe ein paar Tage später über Quito nach Europa zurückflog, blieb ich selbst in Guayaquil an der ecuadorianischen Pazifikküste. Kurz darauf kam ein ungarisches Paar in Ecuador an, welches ich fast zwei Wochen lang betreute. Die meiste Zeit verbrachten wir auf den Galápagos-Inseln, besuchten davor den Cajas-Nationalpark, wo wir eine anspruchsvolle Wanderung in der größten Paramo-Landschaft Ecuadors unternahmen. Der Ort, über den ich im Blog noch nicht geschrieben habe ist Guayaquil, die Metropole, in der das Paar ankam und wo unser gemeinsames Abenteuer begann.

Die Zukunft hat schon begonnen. Schön entwickelt sich ein neues Stadtbild in Guayaquil. Pilzartig bilden sich moderne Gebäude.

Guayaquil ist mit etwa drei Millionen Einwohnern Ecuadors größte Stadt und die Verwaltungs- und Handelshauptstadt des Landes. Die große Hafenstadt bietet landesweit die höchsten Löhne und so hat sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Es gibt in Guayaquil immer weniger Elendsviertel, während jede südamerikanische Stadt stolz auf die beliebte Einkaufspromenade 9 de Octubre oder die Fußgängerpromenade Malecón 2000 entlang des Flusses Guayas sein könnte.

Einheimische können zu Recht stolz auf die mehrere Kilometer lange wunderschöne Uferpromenade sein.

In Ermangelung einer Vision und einer durchdachten Stadtplanung bleibt der zentrale Teil von Guayaquil jedoch chaotisch und schwer durchschaubar, sodass wir die meiste Zeit auf der örtlichen Promenade am Ufer des Río Guayas und im praktisch vollständig sanierten Stadtteil Las Peñas verbringen. Das berühmte Barrio liegt am Hang des Cerro Santa Ana und kann nach Bewältigung von 444 Stufen zu Fuß erkundet werden.

Die eher heruntergekommene Innenstadt von Guayaquil wird nicht mein größter Favorit sein, aber es gibt hier dennoch Einiges zu entdecken.

Auch in der Abendbeleuchtung ist das Zentrum einen kleinen Spaziergang wert.

Im Rahmen der Umstrukturierungen und durch die Aufwertung der Stadt Anfang der 2000er Jahre ist der ehemalige Handelshafen Guayaquil heutzutage eines der sichersten Stadtviertel. In Las Peñas ließen sich ursprünglich hauptsächlich Fischer, Handwerker, Arbeiter und Seeleute nieder. Ab den 1920er Jahren wurden die Gebäude des Viertels in der Epoche des großen Kakaobooms von wohlhabenden Landbesitzern erworben. Diese Kaufleute bauten die meisten Wohnhäuser in Las Peñas in einem gewissen aristokratischen Stil.

In den gepflasterten Straßen des alten Stadtkerns hat die Stadtverwaltung viele Gebäude renoviert, die sich seit langem in einem verfallenen Zustand befanden. In einigen von denen wurden seitdem Galerien für zeitgenössische Kunst eröffnet.

Las Peñas ist heutzutage der älteste und schönste Teil von Guayaquil.

Auf der Spitze des Cerro Santa Ana befindet sich das El Fortín Museum, das um die Überreste einer ehemaligen Kolonialfestung herum errichtet wurde. Die Festung schützte in heroischen Zeiten den Eingang des Hafens vor Piraten. Vom Fort blieb kaum noch etwas übrig.

Das im 20. Jahrhundert völlig heruntergekommene Las Peñas wurde in den letzten 15 bis 20 Jahren durch städteplanerische Massnahmen vom ecuadorianischen Staat komplett umgestaltet. Damit ist das auf einem Hügel gelegene Viertel mit seinen bunten Häusern und dem Leuchtturm die beliebteste Touristenattraktion.

Eines der Wahrzeichen von Guayaquil ist El Faro, das 2002 als Ersatz für den ersten Leuchtturm aus dem 19. Jahrhundert erbaut wurde. Im Inneren des Leuchtturms führt eine Treppe hoch zum Turm, von wo aus sich ein herrliches 360° Panorama auf den Fluss Guayas und die gesamte Stadt ergibt.

Im Nordwesten der Millionenstadt, am Fuße des Santa Ana Hügels, liegt Cerro del Carmen, das ärmste Viertel der Stadt. Obwohl es immer noch viele ikonische Gebäude (altes Gefängnis, Kirche von Santo Domingo usw.) am Zwillingshügel gibt, wird sein Besuch für Fremde nicht empfohlen.

Eine ähnlich bemerkenswerte Attraktion von Guayaquil ist der beliebte im Stadtzentrum liegende Park Seminario (auch Parque de las Iguanas genannt), der zur Freude von Einheimischen und Touristen gleichermaßen von Hunderten von Leguanen bevölkert wird.

Die St. Peter Kathedrale befindet sich im Zentrum von Guayaquil. Die zentral gelegene Kirche ist der Nachfolger der hölzernen Kathedrale, die von der Gründung von Guayaquil bis zur Brandkatastrophe von 1892 als Stadtkirche auf dem Santa Ana Hügel diente.

Das Denkmal für Simón Bolívar, das auch im Park steht wird durch den Anblick vieler Leguane völlig in den Schatten gestellt.

Schildkröten können auch im Park Seminario fotografiert werden.

Wegen der Hunderten von Leguanen, die sich im Park tummeln und in den Bäumen aalen, nennen die Einheimischen den Park auch “Leguanpark”.

Im Gegensatz zu vielen anderen mochte ich irgendwie das hektische und laute Guayaquil viel mehr als die Touristenhochburg von Baños. Nichtsdestotrotz geht meine Reise jetzt weiter, diesmal wieder zurück in den Norden des Landes, um eine jahrelange Bekannte zu treffen…

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