Wir verbrachten vier fantastische Tage voller abenteuerlicher Programme im Regenwald des vogelreichen Amazonas, wo wir neben der exotischen Vogelwelt selber Schokolade herstellten und auch lernten, wie man aus Maniokwurzeln Cassava zubereitet. Wir besuchten die Guacamayo-Lodge und sind vor Schönheit in Ohnmacht gefallen.

Obwohl Ecuador der kleinste Andenstaat ist, ist er dennoch eines der geographisch vielseitigsten Länder des Kontinents und bietet seinen Besuchern eine Vielzahl natürlicher und kultureller Sehenswürdigkeiten. Dies nutzen wir und die Gruppe wechselte nach einer zweitägigen aussichtsreichen Höhenwanderung das Terrain. Wir verließen das Paramo-Ökosystem auf der Allee der Vulkane, das uns in wenigen Tagen sehr ans Herz gewachsen ist. Wir hofften, dass wir auch im Urwald, mit seinen unterschiedlichen klimatischen und mikroklimatischen Bedingungen, ähnlich außerordentliche Erfahrungen sammeln werden. Von der achtköpfigen Reisegruppe war nur Csabi schon mal in Ecuador, aber ein mehrtätiges Abenteuer im Amazonas-Regenwald hat er bis jetzt auch noch nicht erlebt. So waren alle sehr gespannt, als wir von Quito aus den Nachtbus nach Lago Agrio nahmen.

Ich habe während meiner südamerikanischen Dschungelabenteuer immer Schlangenhalsvögel getroffen.

Das Angeln von Piranhas ist im Dschungel weit verbreitet, wir versuchen es auch.

Bei einer Bootstour zeigte sich der Nacktkehlreiher.

Unser aktuelles Ziel ist das rund 665.800 ha große Naturschutzgebiet Cuyabeno, eines der günstigsten tropischen Regenwaldgebiete im Nordosten des Landes. Ich habe vor kurzem einen ausführlichen Blogbeitrag über den Nationalpark Yasuní verfasst. Dort musste ich vor ein paar Wochen sehr weit von der Stadt El Coca ins Amazonastiefland fahren, um ein Dschungelabenteuer zu erleben, das auch zu meinem Geldbeutel passte. Im Nachhinein betrachtet halte ich den aufregenden mehrtätigen Ausflug im Amazonas-Regenwald in Nuevo Rocafuerte für einen der besonderen Höhepunkte meiner südamerikanischen Dschungelbesuche. In Cuyabeno erwartete ich aufgrund der professionellen Dienstleistungen der Guacamayo-Lodge anspruchsvolle, mehr “europäische” Bedingungen.

In unserer komfortablen Unterkunft in Cuyabeno erlebten wir die Abenteuer des Dschungels in einer idyllischen Umgebung.

Im ecuadorianischen Zentrum der biologischen Vielfalt begegnen wir auch Goldkehltukanen.

Einer der Höhepunkte unserer Urwaldtour ist das Zweifingerfaultier, das auf dem Baum entspannt ruht.

Ergänzt durch ein niederländisches Paar besuchen wir mit unserem Boot das größte Feuchtgebiet des ecuadorianischen Amazonasraums.

Die Qualität der Straße Richtung kolumbianische Grenze war weit von der in Europa üblichen Qualität entfernt. Obwohl ich die ganze Nacht durchgeschlafen habe, haben sich einige in der Gruppe beschwert, dass wir auf den langen und kurvigen Serpentinen viel zu schnell unterwegs waren. Die Stimmung änderte sich jedoch radikal, als wir im Morgengrauen aus unserem Bus stiegen und wir die feuchte, warme Luft von Lago Agrio fühlten. Hier herrschte schon tropisches Klima. Die Gute-Laune-Kurve stieg merklich an und erreichte ihren Höhepunkt, als wir wenige Minuten später eine Kiste Bier besorgten.

Tief im Dschungel ist eine Boa kein seltener Anblick.

Wir fotografieren Dutzende interessanter Arthropoden im dichten tropischen Regenwald.

Nicht jede(r) freut sich auf Skorpione…

Während der nächsten Tage wurden wir in Cuyabeno von einem konstanten tropischen Klima begleitet. Wir haben sehr schönes Wetter während unseres Dschungelabenteuers erwischt, so haben wir mit unserem lokalen Führer Diego alle Programme zu 100% abgeschlossen. Apropos lokaler Führer. Um ehrlich zu sein, bitte ich sehr selten lokale Experten um Hilfe, um mich durch die Sehenswürdigkeiten des Kontinents führen zu lassen. Im endlosen tropischen Regenwald ist jedoch ein informativer und professioneller Führer unerlässlich.

Als professioneller Guide zeigte uns Diego den atemberaubenden Amazonas-Regenwald, eines der artenreichsten Gebiete unseres Planeten.

Es scheint eine ecuadorianische Tradition zu sein… Nach Yasuní brachte uns nämlich auch Diego erfolgreich in den Schlamm…

Dóri marschiert im endlosen Sumpf mit vorsichtigen Schritten vorwärts…

… um ein paar Stunden später lächelnd aus Kakaobohnen selber Schokolade herzustellen.

Diego, der in Cuyabeno geboren und aufgewachsen ist, kannte jede Pflanze bei ihrem Namen, inklusive Wirkung auf den menschlichen Körper. Seine Adleraugen übersahen keinen Vogel und selbstverständlich konnte er sie alle in mindestens zwei Sprachen benennen. Während unserer Tage in der Guacamayo Ökolodge haben wir das klassische Szenario einer echten Dschungeltour erlebt. Wir nahmen täglich an 3-4 Programmpunkten teil. In den Pausen genossen wir die absolute Ruhe um die Ökolodge und die exzellente Küche unserer gemütlichen Unterkunft.

In dem Moment, in dem Diego das motorisierte Holzkanu abstellt, paddelt die Gruppe – laut in meine Richtung fluchend – zur Lodge zurück.

Starren und staunen auf dem Wasser.

Bester Ort, um einen Sonnenuntergang zu beobachten: die Laguna Grande.

Wir treffen Vogelspinnen nur während eines nächtlichen Spaziergangs, zum Glück meiden sie unsere Unterkunft.

Mit unserem aus Baumstämmen geschnitzten Boot verbrachten wir viel Zeit auf dem Wasser, um das Leben am Fluss und die vielfältige Vogelwelt des Dschungels sowohl bei Sonnenaufgang, als auch bei Sonnenuntergang zu beobachten. Am Ende des Tages hatten wir die Gelegenheit, in der wunderschönen Laguna Grande zu schwimmen, die uns bei Sonnenuntergang ihr erstaunliches und bewegendes Gesicht zeigte.

Es gibt keine Regenwald-Wanderung ohne Vogelspinnen.

Für die meisten von uns ließe in einer solchen Situation definitiv das Lächeln im Gesicht frieren, aber Dani ist ein harter Kerl und kann mit der zärtlichen Liebkosung einer Spinne gut umgehen.

Die Gruppe lernt auch das natürliche Verhütungsmittel des Regenwaldes, das sogenannte Cruz Caspi, kennen.

Die Tattoos werden mit Annato gezeichnet, während das Farbmaterial aus dem Samen des Orleanbaumes gewonnen wird.

Das unverzichtbare Gruppenfoto am riesigen Ceiba-Baum darf auch nicht fehlen!

Wir haben den nächtlichen Regenwald mehrmals im Licht unserer Kopflampen besucht, um mehr über das Nachtleben im Regenwald und die am reichhaltigsten gefüllte Schatzkammer der Artenvielfalt zu erfahren. Bei unseren nächtlichen Wanderungen beobachteten wir besondere Insekten, Vogelspinnen und Skorpione. Die nächtliche Kanutour im Mondlicht auf der Suche nach Kaimanen war ebenso ein wesentlicher Bestandteil unseres Programms, wie auch das Treffen mit den Vertretern des kleinen indigenen Volks der Siona. In der Siedlung haben wir das traditionelle Stammesleben der Einheimischen kennengelernt und haben das traditionelle Essen der Cassava vorbereitet. Im Anschluss trafen wir zum Austausch auf einen örtlichen Heiler, bei dem Marcsi, Csabi und Dani Antworten auf die Auswirkungen ihrer frischen Ayahuasca-Zeremonie in der Nähe von Tena suchten.

Eine indigene Frau der Siona auf der Suche nach Zuckerrohr.

Dóri und Peti fühlen sich in der Küche zu Hause.

Harte männliche Arbeit ist die Voraussetzung für das Zubereiten eines leckeren Mittagessens.

Die Cassava wird aus Maniokwurzeln nach erfolgreicher Extraktion von Tapioka hergestellt.

Der Heiler der ethnischen Gruppe der Siona posierte gerne für die Kamera und ein Foto mit uns.

So sehr sich einige von den winzigen Insekten des Regenwalds fürchteten und vor Alligatoren oder den giftigen Spinnen und Schlangen in freier Natur Angst hatten, wurden wir mit echten Erlebnissen in den erstaunlichen tropischen Regenwäldern von Cuyabeno bereichert. Keiner von uns freute sich darüber, nach den idyllischen Tagen in Cuyabeno die Insel des Friedens zu verlassen. Unser Abenteuer in Ecuador setzt sich aber fort. Die Galapagos-Inseln, ein wahres Paradies für Naturliebhaber und Schnorchler erwarten uns als nächstes!

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