Nur wenige Breitengrade südlich des Äquators ist die höchstgelegene Hauptstadt der Welt das koloniale Juwel der Anden. Nach ausführlicher Besichtigung der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Quito gelangten wir zu beiden(!) äquatorialen Denkmälern. Wir besuchten zahlreiche aufregende Museen, wanderten an den spektakulären Rand eines erloschenen Vulkans, und würdigten sogar die Bronzestatue von Ungarns Nationaldichter Petőfi.

Die zweite Hälfte meiner aktuellen Reisegruppe traf am späten Abend des 1. Januar in Quito ein. Csilla, Dóri, Virág, Barna und Peti sind alle wohlbehalten aus Wien angekommen. Die Gruppe ist daher vollständig und die Stimmung unter den Reiseteilnehmern ist auch recht gut. Und das obwohl Virág’s Koffer in Quito nicht angekommen ist. So war die Ankunft aufgrund der Kofferverspätung etwas aufregend. Glücklicherweise verweilen wir ein paar Tage in und um die ecuadorianische Hauptstadt, damit wird das verlorene Gepäckstück hoffentlich bald und noch vor unserer Weiterreise eintreffen.

Bevor die Gruppe ankam, hatte ich Zeit und Gelegenheit, das ecuadorianische Nationalmuseum in Quito zu besuchen.

Apropos Quito. Die am höchsten gelegene Hauptstadt der Welt liegt auf 2.850 Metern über dem Meeresspiegel am Fuß des aktiven Vulkans Pichincha und erstreckt sich über ein traumhaft grünes Tal inmitten der Anden. Quito wurde im 16. Jahrhundert auf den Überresten einer Inka-Stadt erbaut und ist von 14 mächtigen Vulkanen umgeben.

Vor dem Museum Templo del Sol wartet eine kleine Gruppe des indigenen Volkes der Kichwa in Trachtenkleidung auf die Besucher.

Nur am Äquator ist es möglich, ein Ei auf einem Nagel zu balancieren. (Museo Templo del Sol)

Da unsere Unterkunft ganz in der Nähe des Parque El Ejido liegt, führt am nächsten Tag unser erster Spaziergang zum nördlichen Ende des Parks – an die Grenze der Alt- und der modernen Neustadt -, der von Statuen vieler weltberühmter Dichter gesäumt ist. Es ist eine große Überraschung für alle, als meine Gäste die mannshohe Petőfi-Statue unter den freistehenden Denkmälern berühmter Schriftsteller und Dichter entdecken. Wie kam das Denkmal ans andere Ende der Welt?! Die Errichtung einer lebensgroßen Bronzeskultpur ist teilweise den in Ecuador lebenden Ungarn zu verdanken, welche die Bronzestatue, die die Budapester Stadtregierung anlässlich des 150. Geburtstags des berühmten Dichters der Hauptstadt Ecuadors schenkte, eingeweiht haben.

Dani bei der Statue des berühmten ungarischen Dichters Petőfi im Park El Ejido.

Die nächste Station unserer Route in die Altstadt ist die technisch gesehen unvollendete Voto Nacional. Die 130 Jahre alte neugotische Basilika gilt aufgrund ihrer monumentalen Größe und ihres einzigartigen Baustils als die größte neugotische Kirche der Neuen Welt. Aufgrund ihrer Struktur und ihres Baustils wird die Basilika, das architektonische Wahrzeichen der Hauptstadt, mit zwei weltberühmten Kathedralen verglichen, der St. Patrick’s Cathedral in New York und der Kathedrale Notre-Dame de Paris.

Quito gehört ohne Zweifel zu den schönsten Hauptstädten in Südamerika.

Der Aufstieg in die Spitze des nordwestlichen Hauptturms der Basílica del Voto Nacional zeigt ein weiteres geniales Stadtbild von Quito.

Im Museo Casa de Sucre im historischen Zentrumsviertel von Quito nehmen wir an einer halbstündigen Führung teil, die uns durch die Geschichte Ecuadors führt und die ehemaligen Bewohner der wichtigen Kulturinstitution vorstellt. Das historische Gebäude in der Innenstadt war der Ehre und der persönlichen Erinnerung des in Venezuela geborenen südamerikanischen Freiheitskämpfers Antonio José de Sucre gewidmet, der als erfolgreicher General unter Simón Bolívar mehrere wichtige Schlachten in den südamerikanischen Unabhängigkeitskriegen leitete.

Die Casa de Sucre verfügt über ein Geschichtsmuseum.

Das ehemalige Wohnzimmer von General Sucre erinnert an die alte Zeiten.

Barna und Peti sind für jeden Spaß zu haben.

Wir verbringen den späten Vormittag damit, die besten Spots des kulturell einzigartigen zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Stadtzentrums zu erkunden. Auf der an die Kolonialzeit erinnernden Plaza Grande, begutachten wir die Hauptattraktionen der historischen Altstadt, darunter den Präsidentenpalast, die Stadtkathedrale und die im 16. Jahrhundert auf den Grundmauern eines Inka-Palastes gebaute Basilika San Francisco. Letztere ist die größte und älteste christliche Kirche von Quito. Das Klostergebäude, das beim Erdbeben von 1755 beschädigt wurde, ist in Form des späteren Wiederaufbaus sichtbar.

Das Denkmal in der Mitte der Plaza de la Independencia erinnert an den Unabhängigkeitskrieg vor mehr als 200 Jahren.

Das Fundament der Basilica San Francisco sind die Überreste alter Inka-Ruinen.

Der reichgeschnitzte vergoldete Hochaltar des Franziskanerklosters San Francisco ist einer der schönsten auf dem Kontinent.

Hinter dem zentralen Platz, auf einem Hügel vulkanischen Ursprungs, befindet sich eines der Wahrzeichen der Hauptstadt. Mit 3016 Metern über dem Meeresspiegel ist El Panecillo Quitos beliebtester Aussichtspunkt, der einen beeindruckenden Panoramablick über die Dächer Quitos bietet. Offiziell trennt der Panecillo-Hügel den nördlichen und zentralen Teil der Stadt. Da die geflügelte Marienstatue am Panecillo von einer armen Wohngegend umgeben ist, nähern wir uns der Statue eher mit dem Taxi als über die Treppen.

Quito zeigt auch nachts seine beeindruckende Schönheit.

Der Panecillo ist eines der wichtigen Wahrzeichen der ecuadorianischen Hauptstadt.

In der Hoffnung auf ein ähnlich atemberaubendes Panorama und eine herrliche Aussicht fahren wir zur 2,5 km langen Bergstation des TelefériQo, wo wir am bereits 4.000 Meter hohen Aussichtspunkt Cruz Loma nicht so viel Glück hatten wie ich einige Tage zuvor, als ich bei klarem Wetter und strahlendem Sonnenschein das weite Tal fotografierte. Beim Verlassen der Seilbahn begrüßte uns leider dichter Nebel und hohe Gewitterwolken haben sich über den Vulkanen aufgetürmt.

Das nächste Mal würde ich gerne den fast 4.700 Meter hohen mächtigen Vulkankegel des Pichincha besteigen.

Bei gutem Wetter kann man solche Bilder von Quito von einem der Aussichtspunkte auf Cruz Loma schießen.

Wenn man sich bereits in Quito aufhält, ist es Pflicht, eine der beliebtesten Sehenswürdigkeiten des Landes sowie den Namensgeber von Ecuador, den Äquator zu besichtigen. Wusstest Du, dass es mehrere Äquatordenkmäler in der Umgebung von Quito gibt? Du wunderst dich warum?! Die Äquatorposition hat man nämlich im 18. Jahrhundert ganz einfach falsch bestimmt und die Äquatorlinie daher falsch gezogen. So wurden die von den Touristen am langen gelben Streifen des Äquatormonuments Mitad del Mundo geknipsten Fotos nicht am geografischen Äquator geschossen

Vom Aussichtspunkt des Äquator-Denkmals “La Mitad del Mundo”, das vom Zentrum leicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen ist, kann man den mit einer gelben Linie markierten falschen Äquator sehen.

“La Mitad del Mundo” sollte die Grenze zwischen der nördlichen und der südlichen Hemisphäre präsentieren. Dies ist jedoch nicht gelungen, da die gelbe Linie, die die Mittellinie der Erde angibt, auf einer Fehlplatzierung beruht.

Meine Gruppe zeigte sich neugierig, deshalb haben wir beschlossen, uns die Position der wahren imaginären Linie, die durch den angrenzenden Berg verläuft, anzusehen. Wir bestiegen den heiligen Inka-Berg namens Cerro de Catequilla auf einem steilen Feldweg mit einem Kleinbus. Der spannende Stunt war nicht einfach, aber unser Fahrer löste die Aufgabe. Wir machten auch Fotos von den Überresten der ehemaligen Kirche des heiligen Ortes, um sagen zu können, dass wir beim Monument wirklich auf dem wahren Äquator standen, der die Erde in zwei gleiche Teile teilt.

Csilla auf einem Bein am Monument des wahren Äquators.

Man kann tolle Fotos vom Hügel der Catequilla knipsen.

Der genaue Ort des die Welt in Nord- und Südhalbkugel teilenden Äquators wurde von den Inka vor ca. fünfhundert Jahren festgestellt. An diesem speziellen Ort entstand unser erstes Gruppenfoto.

Die archäologische Stätte Rumicucho liegt in Äquatornähe und ist eine Festung aus dem 15. Jahrhundert, die als Warn- und Signalsystem für das Inkareich gedient haben soll. Die Festung von strategischer Lage wurde möglicherweise von den spanischen Eroberern nach der Annexion von Quito zerstört. Nachdem wir Rumicuchos Umgebung bestaunt und die verlassenen Ruinen fotografiert haben, füllten wir unseren Magen in der Pizzeria unweit des Monuments “Mitte der Welt”.

Blick von Catequilla auf die Rumicucho-Festung.

Wir besichtigten die Festung El Pucará de Rumicucho, um neben den vielen natürlichen Kuriositäten der Reise auch Inka-Geschichte zu erleben.

Ein paar Kilometer vom geografischen Zentrum der Welt entfernt befindet sich der äußerst fruchtbare Pululahua-Krater, den ich vor der Ankunft der aktuellen Gruppe aufsuchte. Das geobotanische Reservat ist der einzige bewohnte Vulkankrater des Landes und ist oft mit einer dicken Wolkenschicht bedeckt, was das Fotografieren erschwert. Es ist eine Kuriosität, dass am Kraterboden – dank der Geothermie – sogar Zuckerrohr wächst.

Leckere Pizza nach diesem erlebnisreichen Tag.

Zurück in Quito bereiteten wir uns auf die Weiterreise am nächsten Morgen vor. Wir haben vor, in die unmittelbare Nähe des Vulkans Chimborazo – in Höhenlage – zu gelangen. Die Gruppe befindet sich in guter Stimmung und freut sich auf die nächsten Abenteuer, insbesondere nachdem Virágs verlorenes Gepäckstück vom internationalen Flughafen Mariscal Sucre angekommen ist…

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