In den letzten Tagen habe ich mich ausführlich mit dem bei abenteuerlustigen Touristen und Extremsportlern beliebten San Gil und seiner idyllischen Umgebung befasst. Unter anderem besuchte ich den 180 Meter hohen, natürlichen Juan Curí-Wasserfall, gelangte auf dem sechs Kilometer langen königlichen Weg ins typisch kolumbianische Guane, dem ehemaligen Stammsitz der indigenen Bevölkerungsgruppe “Guane”. Die mustergültig erhaltene Kolonialstadt Barichara, die vermehrt schon Schauplatz von Telenovelas war, hat mich verzaubert. Im Rahmen meines aktuellen Besuchs hat mir das abenteuerliche Rafting bei ziemlich starken Stromschnellen auf dem Wildwasser des Rio Suárez ein unvergessliches Erlebnis beschert.

Im wegen seinen außergewöhnlichen und vielfältigen Freizeitaktivitäten berühmt gewordenen San Gil gibt es außer dem Hauptplatz, ein paar Parks und dem lebhaften Markt eigentlich nicht wirklich viel zu entdecken. Eine echte Sehenswürdigkeit ist aber die Catedral de la Santa Cruz aus dem 18. Jahrhundert, die sich in unmittelbarer Nähe des Parque La Libertad befindet und zweifellos ein Meisterwerk der Kolonialarchitektur darstellt.

Zu Weihnachten und Neujahr schmücken leuchtende Dekorationen festlich die Stadt San Gil.

Auf dem Gipfel eines benachbarten höheren Hügels erreiche ich mit einem Colectivo in ca. einer halben Stunde das gemütliche, verschlafene Städtchen Barichara, eine der besterhaltenen und schönsten Kolonialsiedlungen Kolumbiens. Die koloniale Kleinstadt, die bei kolumbianischen Touristen sehr beliebt ist, gefällt mir sofort: die lebendige Atmosphäre am Hauptplatz und das bunte Treiben auf den Kopfsteinpflasterstraßen überzeugen.

Barichara, mit seiner atemberaubenden Architektur, gilt als eine der schönsten Kleinstädte Kolumbiens.

Eine Reise zurück in die Zeit. Nicht nur Baricharas weiße Kolonialhäuser mit bunten Türen und Fensterläden sind alt, sondern auch die Autos stammen aus dem letzten Jahrhundert.

Die einladende Kathedrale von Barichara (Catedral de la Inmaculada Concepción) mit wunderschönem Hochaltar wurde aus gelben Sandsteinen erbaut und ragt aus den niedrigen Häusern der Stadt heraus.

Die Einwohner des Departamento de Santander verdanken die Wiederherstellung und das Pflastern des mehr als 1.000 Jahre alten Pfades “Camino Real” dem Deutschen Geo von Lengerke. Ab dem Jahr 1852 hatte sich von Lengerke, der sich in der Gegend von San Gil niederließ, neben dem erfolgreichen Anbau von Chinarindenbäumen und dem Handel mit Chinarinde mit dem Straßen- und Brückenbau und der Landentwicklung befasst.

Der selten benutzte mit Steinen gepflasterte alte Fußweg, der “Pfad der Könige”, verbindet das beschauliche Juwel Barichara mit dem winzigen in einem tiefen Tal befindlichen charmanten Dörfchen Guane. Letzteres ist eine der ältesten bewohnten Siedlungen des Landes, wo die koloniale Bauweise erhalten wird.

Guanes malerische kopfsteingepflasterte Straßen und beeindruckende Gebäude bringen einen mehrere Jahrhunderte in der Zeit zurück.

Das fotogene Dörfchen mit kaum ein paar Straßen kann man eigentlich sehr schnell durchqueren. Ich halte mich dennoch viel länger als ursprünglich geplant auf. Ich genieße die alten weiß getünchten wunderschön erhaltenen Kolonialhäuser, die Ruhe und Beschaulichkeit. Das ganze Milieu im unglaublich friedlichen Guane ist etwas Besonderes.

30 Kilometer von San Gil entfernt, erreichte ich die Juan-Curí-Wasserfälle wie üblich mit einem örtlichen Kleinbus, der mich direkt beim Haupteingang zum Ökopark aussetzte. Nachdem ich den Eintritt von ungefähr 3 USD an der Kasse bezahlt habe wanderte ich neben den klassischen blauen Pfauen in einem einzigartigen, mystisch wirkenden Nebelwald zum Wasserfall.

Auf dem Weg beobachte ich zahlreiche Vögel. Einige bewegen sich schnell fort, andere lassen sich problemlos fotografieren.

Der Wasserfall ist wunderschön und führt zu einem natürlichen Wasserbecken. Dieses Mal lasse ich das kalte Wasserbad lieber aus und unterhalte mich mit kolumbianischen Touristen, die mich ständig danach fragen, wie ein Reisender aus Europa den Wasserfall Juan Curí gefunden hat…

Nachdem wir durch die wunderschöne natürliche Umgebung von San Gil gewandert waren, unternahmen wir auf Wunsch von Csaba und Daniel einen Wildwasser-Rafting-Ausflug unweit vom kolumbianischen Adrenalin-Zentrum. Wir waren bei der geführten Tour alle Anfänger und durften bei aufregenden Stromschnellen gleich mit den Klassen IV und V beginnen…

Während der extremen Abenteuer- und Adrenalintour rafteten wir mit unserem Schlauchboot ca. zwei Stunden und 20 Kilometer auf dem Río Suárez. Wir haben das Wildwasser-Abenteuer geliebt! Das unvergessliche Erlebnis des Wildwasser-Raftings blieb lange Zeit das Gesprächsthema unter uns, besonders nachdem Csaba, trotz der Anweisungen des Führers, nach einiger Zeit bei abenteurlichen Stromschnellen einfach aus dem Schlauchboot flog und der Fluss ihn mehrere Kilometer lang trieb…

Wenn Dir meine Abenteuer gefallen und Du auch gerne mal so eine Reise erleben würdest, dann schau mal hier vorbei.

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