Obwohl Boquete zum wesentlichen Bestandteil der ausgetretenen “Gringopfade” in Panama gehört, beeindruckt mich das Hochland bei jedem Besuch wieder. Das war jetzt auch nicht anders. Es ist zwar wahr, dass ich die Vulkanbesteigung des Barú wieder ausgelassen habe, dennoch haben wir sehr viele schöne Momente in den Nebelwäldern rund um Boquete erlebt.

Wir verlassen Boca Chica und begeben uns wieder auf die ausgetretenen “Gringopfade”. Zwischen Kaffeeplantagen und Erdbeerfeldern, im Schatten des Vulkan Barú liegt das kleine Örtchen Boquete. „Tal der Blumen und des ewigen Frühlings“ genannt meisterten lange Jahre die hauptsächlich in der Agrikultur tätigen Bewohner des kleinen Bergdorfs ihren Alltag ganz normal. Im Chiriqui-Hochland existierte nämlich bis vor ca. 20 Jahren gar kein Tourismus…

Wir bewegen uns im dichten Nebelwald vorwärts.

Das Wohnentwicklungsprogramm Valle Escondido hat jedoch radikale Veränderungen bewirkt. Gleichzeitig mit der Einrichtung des Programms begannen eine Reihe von international renommierten Zeitschriften, sich eingehend mit dem Thema Auswanderung zu befassen. Aufgrund seines angenehmen Klimas wurde Boquete in den Magazinen als eines der beliebtesten Rentner-Paradiese bezeichnet.

Wenn Du Blumen liebst, ist der zauberhaft magische Garten “Mi Jardín es Tu Jardín”, der von der örtlichen Familie Gonzalez entworfen wurde und kostenlos besucht werden kann, genau das Richtige für Dich!

Wir treffen dieses sympathische Wesen zu Beginn unserer Wandertour.

Eichhörnchen posiert für das Foto.

Infolge der bezaubernden natürlichen Schönheit und des gemäßigten Klimas der Umgebung entwickelte sich in kurzer Zeit eine bedeutende Auswanderergemeinschaft in Boquete, die die kleine Stadt zu einem beliebten Auswanderungsziel nordamerikanischer Ruheständler machte. Die US-Rentnerinvasion wurde auch im letzten Jahrzehnt fortgesetzt, wobei Boquete und seine unmittelbare Nachbarschaft Berichten zufolge die zweite Heimat von fast 50.000 US-amerikanischen und europäischen Rentnern wurde.

Die Einheimischen haben bei lokalen Festivitäten sehr viel Spaß.

Die verborgenen Schönheiten des moosverhangenen Nebelwaldes.

Unser Vorhaben war es jedoch nicht, die hier lebenden ausländischen Gemeinschaften zu besuchen, wir interessierten uns viel mehr für den ikonischen Vogel Mittelamerikas, den legendären Quetzal. Es ist bekannt, dass der farbenfrohe Quetzal der Familie der Trogone so freiheitsliebend ist, dass sich der Vogel in Gefangenschaft selbst tötet. Infolge der Verengung ihrer Lebensräume können Quetzals nur am Fuße des Vulkans Barú in Panama und in den ausgedehnten Nebelwaldgebieten von Costa Rica und Guatemala gesichtet werden.

Die eindrucksvollen Bromelien wachsen hoch oben auf den Regenwaldbäumen.

Immergrüne Nebelwälder bilden sich in Bergen über 2.000 Metern.

Anita und Zsolt, ein in den USA lebendes ungarisches Ehepaar, welches Boquete nur wenige Tage vor uns aufgesucht hatte, erblickte den lang ersehnten Spezialvogel auf dem Pipeline-Pfad. Gute Voraussetzungen also für unseren Besuch! Ich habe Zsolt vor einigen Jahren auf einem Vogelforum im Internet getroffen. Seitdem habe ich mich mit ihm öfters über die besten Orte zur Vogelbeobachtung in Lateinamerika ausgetauscht. Es gibt keine Zufälle im Leben – letzte Woche befanden wir uns beide zur gleichen Zeit in Panama City, so haben wir uns nach so vielen Jahren endlich auch persönlich kennenlernen können.

Der Los Quetzales Trail zeigt uns tausend schöne Dinge.

Obwohl das sympathische Paar uns im Detail mitteilte, wo es den smaragdgrün schimmernden Quetzal erblickte, hatten wir diesmal leider kein Glück. Nicht wie vor drei Jahren, als ich im April in Panama war. Nachdem ich Guatemala, Honduras, El Salvador und Costa Rica intensiv bereist hatte, befand ich mich in Cahuita nahe der panamaischen Grenze. Hier traf ich wieder auf Michaela und Tim, mit denen ich vor Wochen eine aufregende Tour durch den Dschungel zum Kratersee des Cerro Chato unternommen hatte.

Während unserer Wanderung kommen wir an fast tausend Jahre alten Bäumen vorbei.

Wir wanderten froh gelaunt und hörten dabei das sanfte Plätschern des kristallklaren Bachs, der an unserem Pfad entlangfloss.

Gemeinsam mit den zwei Deutschen überquerte ich auf dem Landweg die panamaische Grenze, um uns nach dem Besuch von Bocas del Toro zum ersten Mal in unserem Leben den sagenumwobenen Quetzal in seiner natürlichen Umgebung zu beobachten. Es war ein reiner Zufall, dass wir genau an meinem Geburtstag in den Nebelwäldern rund um Boquete unterwegs waren. Es war bereits ein entscheidendes Geburtstagsgeschenk für mich, als ich einige Tage zuvor auf der Insel Bastimentos die winzigen Pfeilgiftfrösche selber ausfindig machte. Umso mehr freuten wir uns, als wir sowohl auf dem Pipeline Trail als auch auf dem Los Quetzales Trail ohne die Hilfe eines lokalen Führers auf den farbenfrohen Göttervogel stießen.

Nur mit viel Glück kann man auf diesen Pfaden den auffällig prachtvollen Quetzal sehen und fotografieren.

Was gibt es schöneres, als Quetzals als Geburtstagsgeschenk?!

Eine weitere wichtige Touristenattraktion in Boquete ist der Sonnenaufgang auf der Spitze des Vulkan Barú. Letzterer ist ein potenziell aktiver Stratovulkan, der mit einer Höhe von fast 3.500 Metern auch der höchste Punkt in Panama ist. Die Besteigung eines erloschenen Vulkans könnte sogar eine besonders interessante Herausforderung sein, allerdings wollte keiner von uns hunderte(!) US-Dollar zahlen, um die Strecke mit einem Allrad-SUV zurückzulegen, und uns dann zu sagen, dass wir uns auf dem höchsten Gipfel des Landes befanden. Diesmal spürte keiner von uns die Kraft, einen ganzen Tag dafür zu opfern, um den Vulkan zu besteigen. Doch ist der Barú der einzige Ort in Panama, an dem man sowohl Atlantik als auch Pazifik sehen kann…

Wir fotografieren viele bunte Vögel entlang der Wanderwege, darunter auch eine Morgenammer.

Zum Glück gibt es am nächsten Tag anstelle der harten und anstrengenden Vulkanbesteigung andere Alternativen, mit denen man sich rundum Boquete beschäftigen kann. Wir besuchen die im privaten Besitz befindliche Anlage namens Lost Waterfalls, deren populäre Rundwanderung drei Wasserfälle verbirgt. Während wir auf den Pipeline- und Los Quetzales-Pfaden nur wenige Wanderer getroffen haben, gibt es hier viele Naturliebhaber. Angesichts des überraschend guten Wetters beschließt mein Kumpel Béla, ein erfrischendes Bad im kalten Wasser zu nehmen, während ich den nassen Spaß lieber auslasse.

Vor vielen Jahren war die rund 40 Hektar große Grünanlage mit den schönsten Wasserfällen um Boquete bestimmt zu einem Schnäppchenpreis erhältlich. Seitdem sind die Immobilienpreise kontinuierlich gestiegen.

Zum ersten Mal habe ich Boquete mit zwei Deutschen besucht.

Die sehenswerten Wasserfälle der Lost Waterfalls sind Sehenswürdigkeiten, die maximale Punkte verdienen.

Obwohl Boquete einen wesentlichen Bestandteil der ausgetretenen “Gringopfade” in Panama bildet, verzaubert mich der Ort jedes Mal. Hoffentlich habe ich beim nächsten Besuch mehr Lust und Energie auf den Vulkan Barú. Nachdem ich die höchsten Punkte von El Salvador (Cerro El Pital – 2.730 m), Guatemala (Tajumulco – 4.220 m) und Honduras (Celaque / Cerro Las Minas – 2.870 m) 2017 bereits erklommen habe, wäre bald die Zeit gekommen, auch den höchsten Gipfel Panamas in Angriff zu nehmen…

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