Nach fast vier Jahren kehrte ich nach Bocas del Toro zurück, auf die Trauminseln, die fast jeder Rucksacktourist besucht, der auf dem Landweg von Panama nach Costa Rica unterwegs ist. Ich hatte wieder einmal Glück mit dem Wetter und war sehr erfreut festzustellen, dass sich meine Lieblingspfeilgiftfrösche weiterhin in den feuchten Wäldern der Playa Rana Roja aufhalten.

Das entspannte Inselparadies – eine traumhafte Ansammlung an kleinen und größeren Inseln vor der Karbikküste Panamas – ist eines der 10 beliebtesten Reiseziele des Landes, und ein wesentlicher Bestandteil des klassischen Gringo Trails. Als einer der Archipele der Karibik ist Bocas del Toro sowohl bei Panamaern als auch bei Rucksacktouristen zu Recht beliebt. Aufgrund seiner geographischen Nähe zu Costa Rica besuchen die Backpacker den Archipel normalerweise vor oder nach einem Länderwechsel mit Costa Rica, und verbringen oft mehrere Wochen oder Monate auf den vielseitigen Inseln, die von fabelhaften Küsten und unberührten Regenwäldern geprägt sind. Wir wollten demnächst auch die Grenze passieren, aber hatten selber nur anderthalb Tage Zeit für die Karibikinseln, bevor wir die Brücke über den Grenzfluss Sixaola überquerten und in Costa Rica ankamen.

Ich kann Stunden damit verbringen, mitten in der Natur die kleinen Frösche zu beobachten und fotografieren.

Aufgrund der geringen verfügbaren Zeit begannen wir gleich nach unserer Ankunft mit der Inselerkundung. Apropos Reisen. Bocas del Toro liegt in der Luftlinie nicht weit von Boquete entfernt, die Straße geht aber leider bei der Siedlung Los Naranjos zu Ende, so dass wir nur – nach einem längeren Umweg – über die Stadt David durch die vulkanische Zentralkordillere zu unserem Endziel gelangen können. Obwohl es jeden Tag einen direkten Gringotransport von Boquete nach Almirante gibt, reisen wir statt mit dem Shuttle auf eigene Faust und sind aufgrund der Unvorhersehbarkeit des lokalen Verkehrs schon am frühen Morgen unterwegs.

Bocas del Toro ist ein Paradies auf Erden.

Die Hafenstadt Almirante zählt, gelinde gesagt, nicht zu den hübschesten Teilen Panamas. Almirante auf dem Festland ist eine deprimierende Stadt, in der jede(r) ins Wassertaxi steigt, um dem rauschenden Trubel der Welt zu entfliehen, den Alltag zu vergessen und im tropischen Paradies Bocas del Toro ausgelassen zu feiern. Die lokalen Rastafaris versuchen mit Touristen ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Daher ist es nicht verwunderlich, dass wir beim Aussteigen aus dem Bus sofort von einer seltsamen Gefolgschaft umgeben sind. Ich schüttle sie leicht ab, nicht aber den ungewaschenen und unordentlichen Rastafari, der uns mit seinem heruntergekommenen Fahrrad verfolgt, und ständig wiederholt, welches Holzboot wir besteigen sollen. Nachdem ich ihm grob gesagt habe, dass ich schon einmal in Almirante war und er mich wahrscheinlich auch damals verfolgt hat, beruhigt er sich ein wenig, und sucht auf dem Weg zum Bootsanleger nach neuen potenziellen Opfern. Und Touristen gibt es hier viele. Eine größere Gruppe von Amerikanern steht etwas unverständlich vor uns in der Schlange. Die amerikanischen Touristen scheinen ziemlich unsicher zu sein, ob sie auf den Inseln länger bleiben sollten oder nicht, aber dann finden sie heraus, was sie eigentlich wollen. Einige von ihnen passen nicht mehr ins Wassertaxi, deshalb warten wir mit ihnen auf die nächste Bootsfahrt nach Colón, um in einer halben Stunde zur größten Insel im Inselarchipel Bocas del Toro zu gelangen.

Erster Halt: Isla Colón!

Neben wunderschönen Buchten und Stränden lassen sich auch Vögel beobachten.

Auf den Inseln mit hoher Luftfeuchtigkeit liegt die Durchschnittstemperatur bei 30 Grad, während die Wassertemperaturen nur gering schwanken und ganzjährig recht angenehm warm sind. Vorläufige Informationen deuteten aber darauf hin, dass wir unseren Aufenthalt in hoher Wahrscheinlichkeit im tropischen Regen verbringen werden. Glücklicherweise ließen die außerordentlichen Wettererscheinungen vor unserer Ankunft nach, so dass wir unsere letzten Tage in Panama gemütlich und bei wunderschönem Sonnenschein ausklingen lassen konnten.

Die Bootsfahrt zur Insel Bastimentos ist eine Reise wert.

Ich hatte bis jetzt immer großes Glück mit dem Wetter in Bocas del Toro. Ich habe die Inseln zum ersten Mal 2017 besucht. Höhepunkte dieser Zeit waren vor allem der unberührte Strand am Red Frog Beach und der feuchte Dschungel der Insel Bastimentos. Das war der unvergessliche Ausflug, als ich mit den beiden Deutschen – Michaela und Tim – auf dem verträumten Archipel ankam. Als es sich herausstellte, dass wir im nördlichen Teil der Isla Bastimentos Pfeilgiftfrösche hautnah erleben können, stand für uns außer Frage, dass wir auch diese einzigartige Insel aufsuchen werden. Da war’s passiert, der Grundstein für eine bis heute andauernde Leidenschaft für die kleinen bunt gefärbten Tropenfrösche war gelegt. Bei der Ankunft auf der Insel wird ein separater Eintritt verlangt, und alle Besucher werden registriert. Mich persönlich störte es für die Erfahrung nicht, die ich während meines dortigen Aufenthalts erlebte. Der traumhafte Strand selbst ist schon ein Paradies, aber ich erinnere mich an die gemeinsame Dschungelwanderung mit Tim als einen der besten Inselausflüge überhaupt.

Fröhliche Kindheit auf der karibischen Insel Bastimentos.

Wir suchen Faultiere in den küstennahen Mangrovenwäldern.

Die farbenfrohen Holzhäuser von Old Bank sind vom Wizard Beach aus zu erreichen.

Der deutsche Reisende, der dem spartanischen Lebensstil folgte, war mit meinem Vorschlag voll und ganz einverstanden, uns die Pfeilgiftfrösche anzusehen und dann irgendwie durch die feuchten Wälder und Klippen zum Wizard Beach zu gelangen. Tim, der an mehrtägige und brutalen Langstreckenrennen gewöhnt war, störte nicht für ein paar Stunden seine Komfortzone zu verlassen. Wir marschierten durch wild verwuchertes, wüstes Gelände, das völlig undurchdringlich schien. Das Highlight für mich war jedoch zweifellos die Erforschung, Beobachtung und Fotografie winziger schicker Frösche.

Seit dem Abenteuer am Red Frog Beach sind meine großen Favoriten die winzigen zwitschernden Frösche.

Wunderschöner, unberührter Strand – Red Frog Beach.

Mit meinem Kumpel Béla habe ich die bunten Exoten an der gleichen Stelle wieder gefunden. Diesmal haben wir es aber vorgezogen, die körperliche Herausforderung einer Dschungelwanderung auszulassen, und sind am wunderschönen kilometerlangen Strandabschnitt der Playa Rana Roja geblieben. Wir besuchten jedoch in der Nähe von Bocas die Insel Carenero – wo ich noch nie zuvor gewesen war -, die mit ihren wenigen Besuchern eine sympathische Alternative zum Entspannen und Aufladen darstellte.

Mein erster und bestimmt nicht letzter Besuch auf der Insel Carenero.

Palmen schmücken den Sandstrand.

Genau wie vor Jahren verbrachten wir wieder mal sehr schöne Tage auf dem Archipel von Bocas del Toro. Bald jedoch ziehen wir weiter und wechseln die Länder. Es geht nach Costa Rica, wo auch viele tolle Abenteuer auf uns warten!

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