Vor ein paar Tagen gefiel mir der sich im “Tal der Pyramiden” versteckte und auch die Pyramidengruppe von Túcume berührende Trockenwald so sehr, daß ich diesmal den Nationalpark und die spezielle Eigenheit seines Ökosystems kennenlernte. Ich erkundete zusammen mit einem örtlichen Guide einen Teil der riesigen Anlage, ihre kuriose Vogelwelt und die Überreste der aus der vorkolumbianischen Zeit stammenden Adobe-Pyramiden.

Der historische El Santuario Histórico Bosque de Pómac befindet sich in der Nähe des Flusses La Leche mitten in der Wüste und wurde vor tausenden von Jahren von der Sicán-Lambayeque-Kultur entdeckt.

Das 6.000 Hektar große Kultur- und Naturschutzgebiet liegt zwischen 80 und 300 Metern über dem Meeresspiegel.

Der angeblich 1000 Jahre alte Àrbol Milenario (ein Algarrobo-Baum) bringt trotz der großen Dürre immer neue Triebe.

Weiter Panoramablick vom Salinas-Aussichtspunkt auf den im übrigen sehr grünen und nicht wie erwartet nur trockenen und wüstenartigen Trockenwald.

Im äußerst reizvollen Wald fanden wir das Haus, in dem Dr. Karl Weiss – ein Migrant deutscher Abstammung – lebte, der als erster Imker in der Region begann, an diesem Ort eine Reihe besonderer technischer Bedingungen für die Imkerei zu erstellen.

Von den vielen Adobe-Pyramiden besuchten wir die Reste der berühmtesten, der Huaca las Ventanas.

Unter der Leitung des japanischen Archäologen Izumi Shimada haben Archäologen im Bereich des auffälligen pyramidenartigen Gebäudes viele Keramikfunde aus den Jahren zwischen 900 und 1100 n. Chr. gefunden.

Die Sicán Zivilisation errichtete die letzten Pyramiden der Welt.

Der Adobe-Bau der Huaca las Ventanas war möglicherweise eine Grabstätte aus der Zeit der Sicán, an der nach ihrem Tod die Eliten der Lambayeque-Kultur begraben wurden. Dies geht aus den spektakulären Funden von 2010 und 2011 hervor, wonach das als Gott betrachtete Opfer auf einem Holzbett sitzend begraben wurde. Im Grab haben Archäologen Kopfbedeckungen gefunden, die unter anderem Jaguare und Anhänger darstellen.

Ein gut erhaltener, wunderschön renovierter Teil der Huaca las Ventanas.

Nach jahrelangen Ausgrabungen sieht die Spitze der Huaca heute so aus.

Die stark erodierte Adobe-Pyramide aus ungebrannten Lehmziegeln ist ein herausragendes Beispiel für die Architektur der Lambayeque-Kultur.

Am Ende der Tour im verwunschenen Trockenwald von Pómac verlangte der lokale Führer und sein Fahrer zu meiner großen Überraschung Extragebühren, die die beiden zu Beginn des Besuches mir gegenüber komplett verschwiegen haben…

In der Ferne taucht eine weitere “unbehandelte” Huaca auf, die auf archäologische Ausgrabungen in den kommenden Jahrzehnten wartet.

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