Ferreñafe liegt etwa 20 km von Chiclayo entfernt und ist ein langweiliges Kaff. Tatsächlich gibt es in der als unattraktiv angesehenen Ortschaft nicht viel zu sehen, nur ein Museum, das Anfang der 2000er Jahre eröffnet wurde. Das Museum bewahrt das kulturelle Erbe der Lambayeque Zivilisation, die vor etwa 1.200 Jahren an der nordwestlichen Küste Perus blühte. Ich habe die wunderbare Ausstellung über die Prä-Inka-Zivilisation besichtigt und da Chiclayo meine aktuelle Basis ist, habe ich am Nachmittag auch den recht sehenswerten Hexenmarkt besucht…

Chiclayo ist nicht unbedingt die schönste Stadt des Landes. Nach einem abendlichen Spaziergang durch die Innenstadt der geschäftigen Stadt wollte ich lieber die viel aufregendere Nachbarschaft erkunden.

Die Lambayeque Zivilisation blühte zwischen dem 8. und 14. Jahrhundert als eigenständige Hochkultur auf. Die Entwicklung erreichte ihren Höhepunkt um 1000-1100.

Die unzähligen archäologischen Funde, die im Nationalmuseum Sicán ausgestellt sind, stammen aus der großen Anzahl von Gräbern großer Pyramiden (Huaca las Ventanas, Huaca del Loro, La Merced usw.) um den Rio La Leche, in denen Mitglieder der Sicán-Kultur, die den Chimú und der Inka-Herrschaft vorausgingen, Kinder opferten.

Neben einer detaillierten Darstellung der Ritualmorde und Opfergräber zeigt das Museum auch, wie die Einwohner der Region Lambayeque lebten und welch sorgfältig bearbeitete Textilien, Töpferwaren und Metallgegenstände sie herstellten.

Mitglieder der Sicán-Elite trugen kunstvoll gefertigte Goldmasken mit exotischen Schmuckstücken.

In der mächtigen Hochkultur der Sicán wurde in großem Umfang mit Kupfer und Arsen legierte Bronze verwendet. Ein exquisites Ausstellungsstück ist die 35 Zentimeter lange und 22 Zentimeter breite sich in gutem Zustand befindliche Maske von Naylamp, einem mythischen Kulthelden der Lambayeque-Kultur. Die Maske erreichte aus Europa wieder Ferreñafe. Wahrscheinlich hatte vor Jahrzehnten ein Schatzsucher das wertvolle authentische Stück an einen europäischen Sammler verkauft.

Eines der Gräber in der Pyramide der Huaca las Ventanas. (Nachahmung)

Begräbnisstätte ritueller Kinderopfer aus der Vor-Inkazeit der Kultur Sicán.

Der Alltag der Lambayeque Zivilisation wird auch vom Nationalmuseum präsentiert.

Zuckerrohr war ein wesentlicher Bestandteil für das Feuermachen.

Es gibt nicht nur in La Paz, Bolivien einen bezaubernden Hexenmarkt, sondern auch in Chiclayo. Ein Block des Mercado Modelo ist auf Kräuter, Gewürze, Knochen und getrocknete Pflanzen spezialisiert, die dann in schamanischen Zeremonien benutzt werden.

An den Ständen des Mercado de los Brujos kann man bei Bedarf professionelle Hilfe von Schamanen erhalten.

Ich lerne die bemerkenswerten Elixiere des lokalen Hexenmarktes kennen.

Die Schamanen beschaffen auf dem Hexenmarkt die Produkte, die für die rituellen Zeremonien benötigt werden, einschließlich des San-Pedro-Kaktus.

Die farbenfrohe Mischung der Hexenmarktstände war eine nette Entdeckung für den Nachmittag. Morgen werde ich aber schon die letzte vergessene Ruinenstadt in Peru besuchen, bevor ich das Land endgültig verlasse!

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